Maxus Euniq 6: Familien-SUV im Fahrbericht

Maxus Euniq 6: Familien-SUV im Fahrbericht
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Maxus

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
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Maxus hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere durch preiswerte Nutzfahrzeuge – zunehmend mit Elektroantrieben – bei gewerblichen Kunden einen Namen machen können. Abseits der weißen Transporterware bringt der Ableger des chinesischen SAIC-Konzerns mit dem Euniq 6 erstmals einen Familien-SUV nach Europa.

Den Markennamen Maxus kennt in Kreisen privater Autobesitzer aktuell kaum jemand, denn bisher drehte sich bei dem chinesischen Hersteller alles um Transporter wie den eDeliver 3, eDeliver 9 und bald auch die neuen Modelle eDeliver 5 / 7. Selbst der rustikale Maxus T90 EV als Elektro-Pick Up oder der edle Familienvan Mifa 9 haben weder Maxus, noch deren Generalimporteur Astara in unseren Breiten bekannt gemacht.

Doch Pick-Up und Familienvan, der noch in diesem Jahr einen kleinen Bruder bekommen soll, sollen Maxus im Privatkundengeschäft ebenso bekannter machen wie der neue Euniq 6, ein 4,74 Meter langer Mittelklasse-Crossover, der mit solider Technik und fairen Preisen familiäres Klientel in die Elektromobilität locken soll.

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Der Maxus Euniq 6 sieht gefällig aus und trifft mit seinem 130 kW / 177 PS starken Elektroantrieb ins Herz des Mittelklassesegments. Zunächst wird der Chinese nur als Fronttriebeler angeboten, der mit einer kompletten Serienausstattung bei 53.490 Euro startet. Einzige Extras: Metallic-Lack und eine Anhängerkupplung. Serienmäßig: Ledersitze, LED-Scheinwerfer, Komfortdetails und zahlreiche Fahrerassistenzsysteme.

Angesichts der Motorleistung sind sportliche Fahrleistungen nicht zu erwarten, doch die 310 Nm maximales Drehmoment sorgen für ein zügiges Fortkommen aus niedrigen bis mittleren Geschwindigkeiten. Der Fahrer kann den Tatendrang durch Einstellen des Fahrprogramms – Eco, Normal, Sport – leicht beeinflussen. Wirklich groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Modi nicht und gerade im Eco-Programm wird es recht zäh. Das gilt insbesondere für Fahrten auf der Autobahn, denn über Tempo 130 / 140 wird es am Steuer des Euniq 6 recht zäh und nur mühsam geht es über die 150-km/h-Marke bis Tempo 160, wo abgeregelt wird.

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Noch langsamer geschieht nur der Ladevorgang, denn selbst an einer Schnellladesäule lädt der Crossover nur mit maximal 75 Kilowatt nach. Das ärgert auf langen Autobahnpassagen mehr denn je, denn das 70 kWh große Lithium-Ionen-Batteriepaket im Unterboden reicht mit einem Normverbrauch von 21,7 kWh auf 100 km nur für eine Strecke von 350 Kilometern. So dauert es mehr als eine halbe Stunde, um den Akku von 30 bis 80 Prozent und somit gerade einmal um die Hälfte erstarken zu lassen.

Das Fahrwerk ist mit McPherson-Federbeinen und einer Mehrlenkerhinterachse auf dem Stand vieler Konkurrenten. Die einzelnen Fahrprogramme haben jedoch keinen Einfluss auf das Fahrwerk und auch keinen auf die sich nicht spürbar verändernde Lenkung. Die ist recht präzise, und das Komfortniveau auf den Rädern im Format 235 / 55 R 18 passt für ein Fahrzeug dieser Klasse. Überraschend ist, dass das Leergewicht des Elektro-SUV knapp unter der Zwei-Tonnen-Marke verbleibt und sich der Crossover im Alltagsfahrbetrieb leichter als mancher Wettbewerber anfühlt.

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Das Platzangebot im Innern ist mit dem 2,76 Meter langen Radstand groß genug, sodass auf den Sitzen des Familien-Maxus vier bis fünf Personen bequem Platz finden. Der Fahrer blickt auf animierte 12,3-Zoll-Instrumente, bedient Einstellungen über den 10,4-Zoll-Touchscreen und freut sich über die verschiedenen Ablagen, Apple Carplay oder Android Auto. Zentrale Funktionen lassen sich über Taster an Lenkrad oder in der Mittelkonsole bedienen.

Im Kontrast zu den serienmäßigen Ledersitzen – elektrisch bedient und beheizbar – sowie dem angenehm mit Kunstleder bespannten Armaturenbrett präsentieren sich viele Hartplastikelemente in den Türen oder der Mittelkonsole. Klasse: Das serienmäßige Panoramadach lässt sich öffnen, schließen und verschatten.

Aber so sehr man sich hinter der elektrischen Ladeklappe über stattliche 754 Liter Ladevolumen freut, die durch Umklappen der Rücksitze noch deutlich auf 1388 Liter erweitert werden können, so sehr wird das durch eine Zuladung von gerade einmal 325 Kilogramm getrübt.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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