Wer in Kalifornien sein erstes E-Auto kauft, erhält seit August wieder einen staatlichen Zuschuss, und das Angebot wird angenommen. Nach Angaben des Bundesstaates haben seitdem fast 12.000 Einwohner:innen ein Elektroauto mithilfe des neuen Förderprogramms erworben. Dessen Volumen beläuft sich auf umgerechnet rund 232 Millionen Euro. Finanziert wird es zu gleichen Teilen vom Staat und von den beteiligten Automobilherstellern, die jeweils etwa 116,5 Millionen Euro beisteuern.
Die Konditionen sind klar abgegrenzt. Für einen Neuwagen mit einem Listenpreis von höchstens rund 43.000 Euro gibt es eine Prämie von etwa 3000 Euro. Gebrauchte E-Autos werden mit rund 1500 Euro bezuschusst, sofern sie nicht mehr als 21.500 Euro kosten. Gouverneur Gavin Newsom hatte das zugrunde liegende Gesetz im Juli unterzeichnet.
Bislang sind etwa 60 Millionen Euro abgeflossen. Damit wurden 11.806 neue und lediglich 132 gebrauchte Elektroautos gefördert, im Topf verbleiben noch rund 172 Millionen Euro. Bei der Verteilung auf die Marken liegt Tesla mit 5658 Autos vorn, was knapp der Hälfte aller geförderten Neuwagen entspricht. Es folgen Hyundai mit 1700, Toyota mit knapp 1400 und General Motors mit 1100 Stromern. Für Modelle von Tesla stehen inzwischen allerdings keine Mittel mehr zur Verfügung.
Der Kreis der beteiligten Hersteller wächst weiter. Nissan ist gerade eingestiegen, Mitsubishi Motors folgt im November. Ebenfalls dabei sind Ford, Honda, Kia, Lucid, Rivian, Subaru und Volvo sowie Lexus, die Premiummarke von Toyota.
Rückenwind vor Ort, Gegenwind aus Washington
Das Programm trifft auf einen Markt, der zuletzt an Dynamik verloren hat. Bis Ende September lag der Anteil von Elektroautos an allen Verkäufen in Kalifornien bei 18 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 23 Prozent, 2024 lag der Wert bei 25 Prozent. Binnen zwei Jahren ist der Anteil damit um sieben Prozentpunkte gesunken. Tesla stellt dabei mehr als die Hälfte der im Bundesstaat verkauften E-Autos.
Rückläufig sind die Zahlen nicht nur in Kalifornien, sondern landesweit. Ein wesentlicher Grund liegt in der Politik der Regierung unter Präsident Donald Trump, die Fördermaßnahmen auf Bundesebene gestrichen hat. 2025 unterzeichnete Trump ein Gesetz, das die Steuergutschrift von umgerechnet etwa 6450 Euro für neue und rund 3440 Euro für gebrauchte E-Autos abschaffte. Auch Programme für Elektromobilität und Ladeinfrastruktur unterstützt der Bund nicht mehr. Global zeigt sich ein anderes Bild: Dort steigen die Verkäufe, getragen von höheren Ölpreisen.
Darüber hinaus richtet sich der Kurs aus Washington gezielt gegen die Regulierung des Bundesstaates. Im Juni 2025 unterzeichnete Trump ein Gesetz gegen kalifornische Vorgaben, die den Verkauf neuer Benziner bis 2035 beenden sollten und die fast ein Dutzend weiterer Bundesstaaten übernommen hatten. Kalifornien hat gegen das Verfahren geklagt, mit dem diese Regeln rückgängig gemacht wurden. Hinzu kommen weitere bereits beschlossene Änderungen, die den Automobilherstellern Milliarden ersparen. Bisher mussten sie Gutschriften von Tesla und anderen Anbietern kaufen, um frühere regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Kalifornien setzt beim Thema Kaufförderung nicht zum ersten Mal an. Das vorherige Prämienprogramm des Bundesstaates lief 2023 aus. Über ein Jahrzehnt hinweg flossen daraus umgerechnet rund 1,28 Milliarden Euro in den Kauf von 586.000 Elektroautos.
Quelle: Reuters – Nearly 12,000 California residents bought EVs using state rebate program








Wird geladen...