Genesis erweitert Elektrostrategie mit neuen Modellen

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Genesis | Christina Herzog, Brand Director Genesis

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die Premium-Marke Genesis will ihre Präsenz in Europa deutlich ausbauen und setzt dabei stark auf Elektromobilität, Design und Service. Das macht Christina Herzog, Brand Director der Marke in Deutschland, in einem Interview deutlich. Für Herzog ist der Wechsel zu Genesis vor allem eine strategische Herausforderung: Der Aufbau einer neuen Premiummarke biete eine seltene Gelegenheit in der Automobilbranche. „Wie oft bekommt man im Leben die Chance, eine Marke komplett neu aufzubauen?“, sagt sie. Genau diese Aufgabe habe sie gereizt.

Genesis in Deutschland – Aufbau einer Premiummarke mit Elektrofokus

Genesis wurde 2015 als Luxusmarke der Hyundai Motor Group gegründet und hat sich global bereits etabliert. Laut Herzog verkaufte die Marke im vergangenen Jahr rund 220.000 Autos weltweit. Seit der Gründung summieren sich die Verkäufe auf über 1,5 Millionen Einheiten. In Europa ist Genesis bislang in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz vertreten, expandiert jedoch derzeit in weitere Märkte wie Spanien, Frankreich, Italien und die Niederlande.

Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle. Herzog betont die Bedeutung des Marktes mit Blick auf die starke Premiumkonkurrenz: „Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall.“ Gleichzeitig räumt sie ein, dass der Markenaufbau Zeit benötigt. Luxusmarken müssten mit Geduld etabliert werden. Im Mittelpunkt der Strategie steht der Ausbau elektrifizierter Antriebe. Genesis will seine Modellpalette in den kommenden Jahren stärker in Richtung Elektroautos und Hybridmodelle erweitern. Besonders wichtig ist dabei das Modellportfolio rund um elektrische SUV.

Zu den derzeit wichtigsten Modellen zählt der SUV Genesis GV70, der aktuell zu den meistverkauften Autos der Marke in Deutschland gehört. Parallel dazu bereitet Genesis eine neue Performance-Linie vor. Den Auftakt bildet der Genesis GV60 in der Hochleistungsvariante „Magma“. Diese Version soll im Boost-Modus bis zu 480 kW leisten und damit eine sportliche Position im Segment der elektrischen Performance-SUV einnehmen.

Neben Serienmodellen arbeitet Genesis auch an Konzeptfahrzeugen, die das Design der Marke prägen sollen. Eine jüngst präsentierte Studie ist eine Shooting-Brake-Version des Genesis G90 mit der Bezeichnung „Wingback Concept“. Ob dieses Design in Serie geht, ist noch offen.

Design, Komfort und bewusst reduzierte Digitalisierung

Herzog beschreibt Genesis als „design driven performance brand“. Im Zentrum stehen Gestaltung, Komfort und hochwertige Materialien. Besonders der Innenraum soll sich bewusst von vielen Wettbewerbern unterscheiden. Genesis setze nicht auf maximal mögliche Digitalisierung, sondern auf eine ausgewogene Mischung aus digitalen Funktionen und klassischen Bedienelementen.

„Wir setzen nicht alles um, was technisch möglich ist, sondern nur das, was für den Kunden einen echten Mehrwert bietet“, erklärt Herzog. Deshalb bleibe man bei haptischen Reglern und physischen Bedienelementen statt ausschließlich auf Touchscreens zu setzen. Zu viele Displays könnten Ergonomie und Fahrsicherheit beeinträchtigen.

Ein weiteres Element der Markenstrategie ist ein besonders umfangreicher Kundenservice. Genesis bezeichnet diesen Ansatz als Teil seiner „Son-Nim“-Philosophie, die auf koreanischer Gastfreundschaft basiert. Dazu gehört ein Care-Plan mit Wartung, Garantie und kostenlosem Hol- und Bringservice für Werkstatttermine.

Parallel baut das Unternehmen sein Vertriebs- und Servicenetz aus. Neben den bestehenden Genesis Studios in Frankfurt und München plant die Marke ein Netzwerk von rund 30 Standorten in Deutschland, um in allen wichtigen Ballungsräumen präsent zu sein.

Wettbewerb mit deutschen Premiumherstellern

Genesis positioniert sich bewusst als Alternative zu etablierten Premiumherstellern aus Deutschland. Laut Herzog gewinnt die Marke bereits Kunden aus diesem Umfeld. Hintergrund sei unter anderem die Wahrnehmung, dass Qualität, Materialien oder Service bei manchen traditionellen Marken nicht mehr das frühere Niveau erreichen.

„Unser Gesamtpaket aus Qualität, Garantie und Service trifft genau diesen Anspruch“, sagt sie. Mit Blick auf die Branche insgesamt sieht Herzog eine Phase tiefgreifender Veränderungen. Elektrifizierung, neue Wettbewerber – insbesondere aus China – sowie geopolitische Unsicherheiten verändern den Markt nachhaltig.

„Die heile Welt früherer Jahre gibt es nicht mehr“, erklärt sie. Dennoch sei die Situation nicht unlösbar. Entscheidend sei Anpassungsfähigkeit und der Wille, neue Wege zu gehen. Trotz der Herausforderungen plädiert sie für einen optimistischen Blick nach vorn.

Quelle: Turi.Moove – »Bei Genesis denken viele an Phil Collins«

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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