Geldprobleme: Nikola prüft Verkauf als mögliche Option

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Nikola

Laura Horst
Laura Horst
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Der angeschlagene Hersteller von Wasserstoff- und Elektro-Lkw Nikola benötigt dringend neues Kapital, um das Geschäft aufrechtzuerhalten. Die Agentur Bloomberg berichtet, dass Nikola verschiedene Optionen prüft, unter anderem den Verkauf von Teilen des Geschäfts oder sogar des gesamten Unternehmens. Die Beschaffung von neuem Kapital sowie neue Partnerschaften seien ebenfalls möglich, berichtet Bloomberg in Bezug auf vertraute Personen.

Der Hersteller von batterieelektrischen und Wasserstoff-Lkw selbst habe auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters nicht reagiert. In einer Mitteilung per E-Mail äußerte Nikola: „Trotz des externen Gegenwinds im EV-Sektor haben wir unermüdlich daran gearbeitet, Kapital zu beschaffen, unsere Verbindlichkeiten zu reduzieren, Barmittel zu bewahren und unseren Kunden einen exzellenten Service zu bieten“. Die Aktien des Unternehmens waren am vergangenen Donnerstag um 28 Prozent auf weniger als einen Dollar gesunken. Innerhalb eines Jahres haben die Aktien etwa 95 Prozent ihres Werts verloren.

Nikola versucht seit einiger Zeit, seine Liquidität zu verbessern. Um aus den finanziellen Schwierigkeiten herauszukommen, hatte der Elektro-Lkw-Hersteller bereits in mehreren Runden Mitarbeiter entlassen, zuletzt im Dezember vergangenen Jahres. Noch im Oktober hatte Nikola nach der Gewinnermittlung mitgeteilt, dass die Barmittel ausreichten, um sich bis zum ersten Quartal 2025 zu finanzieren, jedoch nicht darüber hinaus. In einer Telefonkonferenz hatte CEO Steve Girsky gesagt, dass Nikola „aktiv mit vielen potenziellen Partnern spricht, die schätzen, was wir tun und schätzen, was wir aufgebaut haben“. Ende September 2024 lagen die liquiden Mittel noch bei etwa 198,3 Millionen Dollar, verglichen mit 464,7 Millionen Dollar Ende 2023.

Zur finanziellen Not des Herstellers hatten mehrere Faktoren beigetragen. Im Jahr 2020, kurz nach dem Börsengang, trat Firmengründer Trevor Milton zurück. Später wurde Milton verurteilt, weil er seine Investoren über die technischen Entwicklungen des Unternehmens getäuscht hatte. Bei Nikola wechselten seither öfter die CEOs, der Hersteller kämpfte mit schwachen Umsätzen und hohen Kosten beim Produktionshochlauf seines Brennstoffzellen-Lkw. Im Jahr 2023 führten Fehler in den Batteriepacks, die nach Untersuchung von Bränden festgestellt worden waren, zu einem Rückruf aller 209 verkauften Lkw.

Derzeit erwägt Nikola verschiedene Möglichkeiten, um das Unternehmen aus der finanziellen Not zu retten. Finale Entscheidungen wurden bisher nicht getroffen und die Unternehmensleitung könnte auch beschließen, gar keine Maßnahmen zu ergreifen, teilten die vertrauten Personen im Gespräch mit Bloomberg mit.

Quellen: Bloomberg – EV Maker Nikola Explores Sale, Partnerships With Cash Dwindling / Reuters – Medien: Elektro-LKW-Bauer Nikola prüft Möglichkeiten bis hin zum Verkauf

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