Flughafen Stuttgart setzt auf E-Fahrzeuge und Stationärspeicher

Flughafen Stuttgart setzt auf E-Fahrzeuge und Stationärspeicher
Copyright:

Flughafen Stuttgart

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der Flughafen Stuttgart hat vor Kurzem seine ersten Hochleistungsbatteriespeicher in Betrieb genommen. Mit einer Gesamtkapazität von 540 kWh ermöglichen die Stationärspeicher, überschüssige Energie aus den Solaranlagen am Airport zwischenzuspeichern und zeitversetzt wieder abzugeben. So wird der Eigenverbrauch des Betriebs erhöht, Lastspitzen werden abgefedert, die Stromversorgung insgesamt stabilisiert und das Laden von Elektrofahrzeugen optimiert. Die Speicher sind Teil des örtlichen Smart Grids, des intelligenten Stromnetzes, mit dem die Stromversorgung am Landesflughafen möglichst effizient gesteuert werden soll.

Die Speicher der Firma Voltfang mit Sitz in Aachen sind Teil des E-Mobilitätsprojekts Finalize, mit dem der Flughafen seine E-Flotte ausbaut und eine intelligente Lade- und Netzinfrastruktur aufbaut. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Das Institut für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe der RWTH Aachen begleitet die Umsetzung wissenschaftlich. Die Klimastrategie STRzero des Flughafens sieht vor, die Kapazität der Batteriespeicher bis 2040 auf etwa das Zehnfache aufzustocken

Ulrich Heppe, Sprecher der Geschäftsführung Flughafen Stuttgart GmbH, begrüßte die Inbetriebnahme: „Am Landesflughafen denken wir Verkehrs- und Energiewende zusammen. Die neuen Batteriespeicher sind ein weiterer Baustein unserer Klimastrategie mit dem Ziel, den Betrieb bis 2040 treibhausgasneutral zu gestalten. Für E-Mobilität und die umweltfreundliche Transformation vieler Vorfeldprozesse benötigen wir zukünftig mehr Strom. Um möglichst viel Solarenergie selbst zu erzeugen, planen wir aktuell auch eine Großanlage mit zehn bis zwölf Megawatt Leistung.“

Die Batteriespeicher von Voltfang werden sowohl an das Stromnetz als auch an Photovoltaikanlagen am Flughafen Stuttgart angeschlossen. Zusätzlich wird eine passende Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge eingerichtet, die bezugsseitig an die Stromspeicher angeschlossen sein wird. Damit können sie den kompletten Energiehaushalt steuern und dank der integrierten Energiemanagement-Software sowohl den Stromverbrauch als auch die Kosten optimieren.

str_batteriespeicher_flughafen-stuttgart
Flughafen Stuttgart

„Die Systemintegration von Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Photovoltaik in den Bestand wurde innerhalb kürzester Zeit erreicht, wobei ein maßgeschneiderter Central Hub als Knotenpunkt dieser Komponenten dient. Dieser ermöglicht eine vereinfachte Integration von bis zu einem Megawatt Bezugsleistung und bis zu zwei Megawatt Bereitstellungsleistung durch den Einsatz des Batteriespeichersystems“, erklärt David Oudsandji, CEO und Mitgründer von Voltfang.

Quelle: Flughafen Stuttgart / Voltfang – Pressemitteilung vom 10.04.2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Autoindustrie warnt: Neue Regeln könnten Bidi-Laden ausbremsen

Autoindustrie warnt: Neue Regeln könnten Bidi-Laden ausbremsen

Daniel Krenzer  —  

Auto- und Energiewirtschaft kritisieren die geplanten MiSpeL-Regeln der Bundesnetzagentur. Zusätzliche Zähler und Vorgaben könnten demnach V2G ausbremsen.

Ladepark Zusmarshausen: Warum das E-Auto überzeugt

Ladepark Zusmarshausen: Warum das E-Auto überzeugt

Daniel Krenzer  —  

Der Ladepark Zusmarshausen bietet 76 Ladepunkte, Gastronomie und weitere Angebote. Nutzer berichten von Vorteilen, aber auch Verbesserungsbedarf.

Cubos übernimmt Scapo: Ladenetz wächst auf 16.000 Punkte

Cubos übernimmt Scapo: Ladenetz wächst auf 16.000 Punkte

Sebastian Henßler  —  

Cubos übernimmt den Mainzer Ladeinfrastruktur-Anbieter Scapo und baut sein Ladepunkt-Portfolio auf über 16.000 Standorte deutschlandweit aus.

Porsche startet induktives Laden mit dem Cayenne Electric

Porsche startet induktives Laden mit dem Cayenne Electric

Sebastian Henßler  —  

Porsche stattet den Cayenne Electric erstmals mit induktivem Laden aus: Bis zu 11 kW werden kabellos übertragen, der Wirkungsgrad liegt bei rund 90 Prozent.

Genug Ladepunkte in Deutschland, aber am falschen Ort

Genug Ladepunkte in Deutschland, aber am falschen Ort

Sebastian Henßler  —  

Rein rechnerisch hat Deutschland genug Ladepunkte, trotzdem verdienen 95 Prozent der Betreiber kein Geld. Stefan Pagenkopf-Martin erklärt, woran es hakt.

Depotcharge: 7000 Speditionen bekommen eigenes Ladenetz

Depotcharge: 7000 Speditionen bekommen eigenes Ladenetz

Sebastian Henßler  —  

BGL und Depotcharge verbinden ungenutzte Depot-Ladepunkte von Speditionen zu einem bundesweiten Ladenetz für Elektro-Lkw.

VDE rückt E-Autos als Baustein der Energiewende in den Fokus

VDE rückt E-Autos als Baustein der Energiewende in den Fokus

Michael Neißendorfer  —  

Der VDE sieht im bidirektionalen Laden von Elektroautos und intelligent vernetzten Fahrzeugen eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende.