Fahrbericht Leapmotor B03X schlägt BYD, Fiat und Opel

Fahrbericht Leapmotor B03X schlägt BYD, Fiat und Opel
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Leapmotor

Joaquim Oliveira
Joaquim Oliveira
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Der Leapmotor B03X heißt in China an sich A10, doch diese Bezeichnung hat sich vor langem bereits Audi schützen lassen. Daher trägt der 4,27 Meter lange Elektro-Crossover in Europa die Bezeichnung B03X. Von seinen kompakten profitieren nicht allein die Insassen, sondern auch das Kofferraumvolumen. Unter dem Ladeboden befindet sich ein großes Staufach, das die Kapazität auf bis zu 510 Liter erhöht – ein beeindruckender Wert in der Liga der B-SUV. Neben der obligatorischen Beleuchtung bietet der Crossover hinter der Heckklappe 12-Volt-Steckdose, verstellbaren Ladeboden und Kunststoffe von mäßiger Qualität. Praktisch: Mit wenigen Handgriffen lassen sich die die Rücksitze geteilt hochklappen und so entsteht im Fond ein riesiges Ladeabteil, mit dem man sogar eine Waschmaschine transportieren kann.

Der 2,61 Meter lange Radstand kommt insbesondere dem Platzangebot in der zweiten Reihe zugute: Ein 1,80 Meter großer Passagier findet dort bequem Platz, wobei zwischen Kopf und Dach drei Fingerbreit Luft bleiben und zwischen Knie sowie Vordersitzlehne sogar zehn Zentimeter Abstand für ein angenehmes Raumgefühl sorgen. Die überschaubare Breite sollte dem Fond allerdings nur zwei Insassen zumuten.

Recht lieblos und verwechselbar präsentiert sich das Armaturenbrett, denn das Cockpit lässt jeden eigenständigen Charakter vermissen. Neben einer 8,8 Zoll großen Instrumenteneinheit gefällt das zentrale 14,6-Zoll-Display mit einer gestochen scharfen Auflösung in der Mitte des Armaturenbretts. Die Software wurde im Vergleich zu anderen Leapmotor-Modellen zwar verbessert, doch der Sprachassistent spricht und versteht bestenfalls Englisch – und das auf dem Niveau eines Erstklässlers.

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Abgesehen von der Bedienung der Lenksäule, des Fahrersitzes und der Fensterheber muss alles Weitere über den Zentralbildschirm oder am Lenkrad justiert werden. Das ist alles andere als praktisch, wobei die Symbole am Lenkrad kaum lesbar sind. Besser gefällt das Kunstleder, das weite Teile des Armaturenbretts und der Türtafeln bedeckt – das sieht bei vielen Wettbewerbern in diesem B-SUV-Segment schlechter aus.

Aktuell ist der Leapmotor B03X wahlweise in zwei Versionen zu bekommen: die kleine 40-kWh-Batterie bietet 292 km Reichweite und 130 kW / 177 PS Leistung, wodurch die 53-kWh-Version mit 145 kW / 197 PS und einer möglichen Reichweite von 382 km für die meisten Interessenten die bessere Wahl sein dürfte, jedoch den Preis auf 29.400 Euro erhöht. Mit der maximalen Ladeleistung von 133 kW beim 53-kWh-Akku und 100 kW beim 40-kWh-Akku schaffen die Stromspeicher den Ladehub von 10 auf 80 Prozent innerhalb von rund 20 Minuten.

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Der Leapmotor B03X hat seine Stärken in der City. Die Lenkung ist zu leichtgängig und so gibt es kaum ein Gefühl von der Fahrbahn. Besonders künstlich wirkt das Fahrverhalten in den beiden Modi Komfort und Standard – etwas besser sieht es im Sportprogramm aus. Die Abstimmung von Federung / Dämpfung ist betont komfortabel und reduziert die Querbewegungen der Karosserie solange man nicht schneller unterwegs ist. Mitunter hat der Leapmotor jedoch Probleme, seine Motorleistung über die Vorderachse auf die Straße zu bekommen.

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Die Beschleunigung ist mit den knapp 200 PS allemal kraftvoll. Besonders im Stadtverkehr, doch auch auf Schnellstraßen geht der B-SUV von Leapmotor engagiert zur Sache und tritt ohne Verzögerung an. Der 1,6 Tonnen schwere Fronttriebler bewegt sich in der Stadt flott und auch auf Landstraßen oder gemäßigtem Autobahntempo gefällt der B03X. Besser als die künstlich wirkende Lenkung präsentieren sich die gut dosierbaren Bremsen, wobei im normalen Fahrbetrieb die Rekuperation – wählbar in drei Stufen – die meiste Arbeit übernimmt. Beim ersten Fahrtest zeigte sich der B03X sparsamer denn je und lag sogar unter dem Werksverbrauch von 15,7 kWh auf 100 km.

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Mit einem Einstiegspreis von 24.900 Euro bei der kleinen Batterie im Basispaket Life dürfte der kompakte Elektro-SUV viele Kunden locken, da es das günstigste Angebot in diesem Segment darstellt. Konkurrenten wie BYD Atto 2, Fiat 600e, Ford Puma, Peugeot e-2008 oder Opel Mokka kosten durchweg zwischen 30.000 und 35.000 Euro. Der Citroên e-C3 ist das einzige Modell, das preislich auf Augenhöhe liegt, jedoch technisch einfacher gehalten ist und eine deutlich kleinere Reichweite bietet.

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Joaquim Oliveira

Der gebürtige Brasilianer arbeitet seit Jahren als internationaler Korrespondent für verschiedene Automagazine, wie das brasilianische "Quatro rodas", das englische "AutoExpress" oder den chinesischen "Car & Driver". Für Elektroauto-News.net verfasst er regelmäßig entsprechende Fahr- und Erfahrungsberichte aktueller Elektroauto-Modelle.

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