Eurocell will Gigafactory in 12 Monaten in Europa errichten

Eurocell will Gigafactory in 12 Monaten in Europa errichten
Copyright:

shutterstock / 2071894055

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Der britisch-koreanische Batteriehersteller Eurocell strebt den Bau einer Gigafactory in Westeuropa. Innerhalb von 12 Monaten soll dort die Produktion beginnen. Erreichen will man diese schnelle Fertigstellung durch ein stufenweises Vorgehen und den Einsatz produktionsreifer Technologien, welche herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien für Energiespeicherung und E-Autos übertreffen soll.

Mit einer Anfangsinvestition von 600 Millionen Pfund, die in zwei Phasen geplant ist, will das Unternehmen europäische Energiespeicher-, Automobil- und E-Mobilitätsanwendungen beliefern. Die volle Kapazität wird bereits im Jahr 2025 erreicht sein. Der schnelle Einstieg in die Batterie-Fertigung wird dadurch erreicht, dass man auf ein bewährtes Batterieprodukt setzt, welches nun in puncto Produktion skaliert werden soll.

Den Standort für die eigene Gigafactory wolle man in einem der drei Schlüsselmärkte – dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden oder Spanien – finden. Hierfür suche man bereits aktiv. Wolle die endgültige Wahl davon abhängig machen, wie die Unterstützung der jeweiligen Regierung ausfällt. Geht es nach Eurocell, werde das Land, in dem die Gigafactory errichtet werde von der Schaffung hunderter direkter und indirekter Arbeitsplätze profitieren. Recardo Bruins, CEO Eurocell EMEA ordnet es wie folgt ein: „Um unser Ziel zu erreichen, suchen wir aktiv nach einem europäischen Produktionsstandort und sind in fortgeschrittenen Gesprächen mit Standorten in Großbritannien, den Niederlanden und Spanien. Mit dem richtigen Maß an zentralem Engagement und Unterstützung wollen wir den schnell wachsenden europäischen Markt so schnell wie möglich für uns nutzen.“

Zur Technologie ist bekannt, dass die in Korea entwickelten Eurocell-Batterien technische Vorteile mit sich bringen sollen. So gibt das Unternehmen zu verstehen, dass diese mehr als zehnmal so lange wie herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen halten. Hierdurch sind diese entsprechend weitaus nachhaltiger. Aufgrund ihres breiten Betriebstemperaturbereichs eignen sie sich auch ideal für Gebiete mit extremen Wetterbedingungen und ohne bestehendes Stromnetz. Geht es nach dem britisch-koreanische Batteriehersteller sollen die eigenen Produkte „in Monaten, nicht in Jahren, auf den Markt kommen.“

Bruins führt hinsichtlich der Pläne von Eurocell aus, dass beabsichtigt sei die Gigafactory in zwei Phasen zu errichten. „In der ersten Phase wird Eurocell Anfang 2023 damit beginnen, fortschrittliche Batteriezellen in großem Maßstab für bestehende Kunden zu produzieren. Parallel dazu wird am selben Standort eine maßgeschneiderte Anlage errichtet, die bis 2025 mehr als 40 Millionen Zellen pro Jahr produzieren kann“, so der Geschäftsführer des Unternehmens weiter.

Quelle: Eurocell – Pressemitteilung

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Hohe Spritpreise: Mit E-Autos raus aus der fossilen Abhängigkeit

Hohe Spritpreise: Mit E-Autos raus aus der fossilen Abhängigkeit

Michael Neißendorfer  —  

Die Spritpreise haben angesichts des Irankriegs zum ersten Mal seit Jahren wieder die Schwelle von 2 Euro übersprungen. Autofahren ginge auch günstiger.

CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau

CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau

Sebastian Henßler  —  

Rio Tinto und CATL planen eine strategische Partnerschaft für E-Fahrzeuge im Bergbau. Ziel sind weniger CO₂-Emissionen und das Recycling von Batterierohstoffen.

„Enorme Unsicherheit“ beim Geschäftsklima der Autoindustrie

„Enorme Unsicherheit“ beim Geschäftsklima der Autoindustrie

Michael Neißendorfer  —  

Kommt nun wieder ein Aufschwung für die Autoindustrie? Die Vorzeichen stehen gut – wäre da nicht der Krieg in Iran.

China und Europa: Vom Invasions-Mythos zur Integrationslogik

China und Europa: Vom Invasions-Mythos zur Integrationslogik

Sebastian Henßler  —  

Die Debatte über eine „China-Invasion“ auf Europa greift zu kurz. Der Wettbewerb findet im selben System statt – über Restwerte, Finanzierung und Service.

Auf dem Weg zur Elektromobilität bremst vor allem die Verunsicherung

Auf dem Weg zur Elektromobilität bremst vor allem die Verunsicherung

Michael Neißendorfer  —  

Die Elektromobilität steht weniger vor einer technischen als vor einer kommunikativen Herausforderung. Sie hat großes Potenzial – aber auch viele Bremser.

„Made in EU“-Pläne stellen europäische Autobauer vor schwierige Fragen

„Made in EU“-Pläne stellen europäische Autobauer vor schwierige Fragen

Tobias Stahl  —  

Die EU-Kommission plant, Subventionen für Autobauer an Mindestquoten für europäische Komponenten zu koppeln. EU-Länder bewerten das Vorhaben unterschiedlich.

Volkswagen Group meldet 4 Millionen verkaufte E-Autos

Volkswagen Group meldet 4 Millionen verkaufte E-Autos

Tobias Stahl  —  

Die Volkswagen Group hat die Marke von vier Millionen ausgelieferten vollelektrischen Fahrzeugen geknackt. Die wichtigsten Zahlen im Überblick.