E-Auto mit Akku aus entsorgten E-Zigaretten fährt überraschend weit

E-Auto mit Akku aus entsorgten E-Zigaretten fährt überraschend weit
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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Es klingt nach einem Abenteuer von Daniel Düsentrieb: Ein britischer Ingenieur hat 500 Akkus von entsorgten E-Zigaretten zu einem Fahrzeugakku umgebaut und damit einen Kleinwagen betrieben. Wie das Portal WinFuture sowie Golem berichten, legte er bei einer ersten Testfahrt mit dem Elektroauto mehr als 30 Kilometer zurück, ohne dass die Akkus leer gingen.

Hinter dem ungewöhnlichen Projekt steckt der britische YouTuber und Tüftler Chris Doel. Er sammelte über Monate hinweg ausrangierte Einweg-E-Zigaretten, baute die darin verbauten Lithium-Ionen-Zellen aus und prüfte jede einzelne auf ihre Restkapazität. Nur die noch brauchbaren Akkus wurden anschließend zu einem großen Batteriepaket zusammengeschaltet. Insgesamt entstand so ein rund 50 Volt starkes System mit einer theoretischen Kapazität von etwa 2,5 Kilowattstunden.

Als Testfahrzeug diente ein betagter Reva G-Wiz – ein kleines Elektro-Stadtauto aus den frühen 2000er-Jahren. Ursprünglich war das Modell mit schweren Blei-Säure-Batterien ausgestattet, deren Lebensdauer längst überschritten war. Genau hier setzte das Experiment an: Statt neuer Batterien bekam der Wagen einen komplett selbstgebauten Akku aus den Vape-Zellen.

Mehr als 50 km/h schnell

Das Ergebnis überrascht positiv. In einem ersten Praxistest fuhr der umgebaute Kleinwagen mehr als 30 Kilometer weit und erreichte dabei Geschwindigkeiten von mehr als 50 km/h. Selbst unter Last blieb das System vergleichsweise stabil, die Temperaturen der Zellen sollen dabei unter 30 Grad Celsius geblieben sein.

Natürlich taugt der Vape-Akku kaum als Blaupause für Serienfahrzeuge. Die Leistung ist begrenzt und das Projekt erfordert erhebliches technisches Know-how – inklusive Sicherungen und Batteriemanagementsystem, um Risiken wie Überhitzung oder Kurzschlüsse zu vermeiden. Trotzdem zeigt das Experiment eindrucksvoll, wie viel nutzbare Technik in vermeintlichem Elektroschrott steckt.

Denn genau darauf wollte Doel aufmerksam machen. Einweg-E-Zigaretten gelten als wachsendes Umweltproblem: Millionen Geräte landen jährlich im Müll, obwohl sie kleine wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus enthalten. Das DIY-Projekt zeigt, welches Energiepotenzial darin noch steckt – selbst wenn es am Ende nur einen kuriosen, aber fahrenden Demonstrator ergibt. Für die Elektromobilität ist das Ganze natürlich eher eine Bastler-Anekdote als eine ernsthafte Technologieoption. Aber es ist eine einprägsame Erinnerung daran, dass Batterien oft ein zweites Leben haben könnten – wenn man sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen.

Quelle: WinFuture – E-Auto mit Akku aus 500 E-Zigaretten erzielt erstaunliche Reichweite; Golem – Ingenieur baut E-Auto-Akku aus E-Zigaretten

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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