CityFreighter Evolve: E-Wohnmobil mit Pkw-Führerschein

CityFreighter Evolve: E-Wohnmobil mit Pkw-Führerschein
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CityFreighter

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Vöhringer, Motive Development und das nordamerikanische Start-up CityFreighter kündigen für den Caravan Salon 2026 in Düsseldorf (28. August bis 6. September) die Weltpremiere eines vollelektrischen Wohnmobils an, das von Grund auf für die kommende europäische Führerscheinklasse B bis 4,25 Tonnen ausgelegt wurde. Am Vöhringer-Stand soll ein Demonstrator zu sehen sein, der trotz 128-kWh-Akkupack, kompletter Leichtbau-Innenausstattung, Küche, Bad und Wärmepumpe weniger als 3,5 Tonnen wiegen soll. Innerhalb der künftigen Gewichtsgrenze blieben damit den Angaben zufolge noch rund 750 Kilogramm Nutzlast für Passagiere, Gepäck oder Zubehör übrig.

Für die Hersteller ist damit ein Problem gelöst, das bislang als größte Bremse für elektrische Wohnmobile galt: nicht fehlende Reichweite, sondern zu viel Gewicht. Schwere Batteriepacks drücken üblicherweise auf die Nutzlast oder machen den Umstieg auf eine höhere Führerscheinklasse nötig. Vöhringer setzt dagegen auf seine Airply-Technologie, mit der sich Innenausstattungskomponenten im Vergleich zur klassischen Sperrholzbauweise um bis zu 45 Prozent leichter fertigen lassen sollen. Zusammen mit der eigens entwickelten Elektroplattform von CityFreighter soll so eine Kombination aus Reichweite, Wohnraum und Nutzlast entstehen, die laut den beteiligten Unternehmen bislang als kaum erreichbar galt.

Technische Basis ist die vollelektrische Skateboard-Plattform Evolve, die Batteriesystem, E-Antrieb, Fahrwerk und Leistungselektronik in einem flachen Chassis zusammenfasst, anstatt wie klassische Nutzfahrzeug-Fahrgestelle Motorraum, Getriebe und Achsen vorzugeben. Dadurch entsteht ein durchgehend ebener Boden von der Fahrerkabine bis zum Heck. Bei 6,95 Metern Länge, 2,35 Metern Breite und 2,72 Metern Höhe sollen 12,2 Quadratmeter Wohnfläche auf 5,20 Metern Länge zur Verfügung stehen, kombiniert mit einer niedrigeren Einstiegshöhe und mehr Stehhöhe im Innenraum.

CityFreighter

Für das Innenkonzept sind vier Reisesitze, vier Schlafplätze, ein flexibles Badkonzept und modulare Leichtbaumöbel vorgesehen, verantwortlich für Außendesign und Fahrzeugarchitektur zeichnet Motive Development. Weil die Räder an den Außenkanten des Fahrzeugs positioniert sind, soll die Karosserie zudem nicht wie bei vielen heutigen Wohnmobilen über die Breite des Basisfahrzeugs hinausragen, was besonders bei Seitenwind und schnellen Spurwechseln zu einer stabileren Fahrdynamik beitragen soll.

Wenn die Batterie zum Herzstück des Reisealltags wird

Die Antriebsbatterie soll dabei nicht nur den Vortrieb übernehmen, sondern das gesamte Bordleben versorgen, von Induktionskochfeld über Klimaanlage und Kühlgeräte bis zum mobilen Büro. Mit dem 128-kWh-Akku hat CityFreighter nach eigenen Angaben unter realen Bedingungen bereits eine Reichweite von über 400 Kilometern erzielt. An einer 200-kW-Gleichstromladesäule soll sich der Akku in rund 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lassen, zusätzliche Photovoltaikmodule von OPES Solar Mobility sollen sowohl während der Fahrt als auch im geparkten Zustand Strom erzeugen und so die Energieunabhängigkeit erhöhen.

Für CityFreighter ist das Wohnmobil zugleich ein Testfall für die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Evolve-Plattform über mehrere Fahrzeugsegmente hinweg, darunter Lieferfahrzeuge, Kommunalfahrzeuge, Werkstattwagen und Shuttlebusse, die bislang oft als zu klein für eigene Plattformentwicklungen galten. Gründer und CEO Michael Schoening formuliert es so: „Für uns gibt es den Begriff ‚Nischenmarkt‘ nicht mehr. Unsere Skateboard-Plattform Evolve schafft eine hochflexible Fahrzeugarchitektur, die sich an eine Vielzahl von Anwendungsbereichen anpassen lässt.“

Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Aspekt: CityFreighter trennt Fahrzeug und Batterie konzeptionell, sodass sich die Batterie unabhängig warten, austauschen oder auf künftige Zelltechnologien aufrüsten lässt, was laut den Herstellern den Wiederverkaufswert stabilisieren und Wartungskosten senken soll.

An dem Konzeptfahrzeug sind neben Vöhringer, Motive Development und CityFreighter auch OPES Solar Mobility sowie Dometic, Isringhausen, Euramax, Zambelli, Jokon und Nolden beteiligt. Ein serienreifes Fahrzeug ist der Demonstrator nach Angaben der beteiligten Unternehmen nicht, vielmehr soll er als Einladung an Fahrzeughersteller, Aufbauhersteller und Zulieferer verstanden werden. CityFreighter sucht nach eigenen Angaben aktiv nach Wohnmobilherstellern und Industriepartnern, um die Plattform gemeinsam zur Serienreife zu bringen.

Quelle: Informationen per Mail

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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