Seit heute nimmt BMW Bestellungen für die neue 3er Reihe entgegen, und erstmals gibt es die Mittelklasse-Limousine auch als reines E-Auto. Los geht es beim elektrischen i3 mit 59.900 Euro für die Basisversion 40 xDrive, die stärkere Ausführung 50 xDrive kostet ab 65.900 Euro. Parallel bietet der Automobilhersteller Versionen mit Ottomotor und 48-Volt-Mild-Hybrid an, deren Preisliste beim BMW 318 mit 49.900 Euro beginnt. Zwischen dem günstigsten Benziner und dem günstigsten Elektromodell liegen damit 10.000 Euro. Äußerlich unterscheiden sich beide Welten nur in Details.
Für Vielfahrer:innen zählt vor allem die Reichweite. Mit einem 108,7 kWh großen Akku kommt die stärkere Variante nach WLTP auf bis zu 912 Kilometer, der Normverbrauch liegt zwischen 13,4 und 18,0 kWh/100 km. Das Einstiegsmodell nutzt einen Speicher mit 82,8 kWh netto und schafft bis zu 710 Kilometer. Beide fahren mit Allradantrieb und leisten 345 kW (469 PS) beziehungsweise 275 kW (374 PS).
Beim Laden setzt BMW auf 800-Volt-Technik. An passenden Schnellladesäulen nimmt das Topmodell bis zu 400 kW auf und lädt in zehn Minuten Strom für 423 Kilometer nach, während das Basismodell mit maximal 300 kW auf 337 Kilometer kommt. Voraussetzung ist laut Hersteller, dass die Ladeinfrastruktur die volle Leistung bereitstellt.

Hinter diesen Werten steht die sechste Generation des BMW eDrive, die mit dem iX3 als erstem Modell der Neuen Klasse eingeführt wurde. Gegenüber der Vorgängergeneration nennt BMW 30 Prozent mehr Reichweite und eine um 30 Prozent höhere Ladegeschwindigkeit. Neue Rundzellen speichern bei gleichem Bauraum 20 Prozent mehr Energie als die bisherigen quaderförmigen Zellen und sitzen ohne Module direkt im Batteriepaket. Hinten arbeitet ein Elektromotor, dessen Magnetfeld elektrisch erzeugt und je nach Last geregelt wird, vorn ergänzt ein kompakter Asynchronmotor. Im Zusammenspiel sinken laut Hersteller die Energieverluste um 40 Prozent, die Kosten um 20 Prozent und das Gewicht um 10 Prozent.
Das Auto versorgt künftig auch das eigene Haus
Ebenfalls neu im 3er ist bidirektionales Laden. Über einen Adapter lassen sich externe Geräte mit insgesamt bis zu 3,7 kW betreiben. Das nötige Zubehör soll voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2026 verfügbar sein. In Verbindung mit der BMW Wallbox Professional und einer Photovoltaikanlage dient der i3 zudem als Zwischenspeicher für den Haushalt, was den Anteil des selbst gedeckten Strombedarfs laut BMW um bis zu 30 Prozentpunkte erhöhen kann. Wer Strom aus dem Akku ins öffentliche Netz zurückspeisen möchte, kann ein Paket aus Wallbox, passendem Stromtarif von Eon und intelligentem Messsystem bestellen.
An älteren 400-Volt-Säulen lässt sich weiterhin laden, an Wechselstrom sind optional 22 kW möglich. Unterwegs authentifiziert sich die Limousine per Plug & Charge ohne App oder Ladekarte an kompatiblen Säulen, hinterlegen lassen sich bis zu zehn Ladeverträge verschiedener Anbieter. Vor dem Schnellladen bringt die Navigation die Batterie automatisch auf Temperatur. Ladekabel oder mobiles Ladegerät finden in einem 31 Liter großen Fach unter der Frontklappe Platz.

Wer lieber tankt, findet drei Motorisierungen. Den Anfang macht der 318 mit 115 kW (156 PS), der 320 kommt auf 155 kW (211 PS) und kostet ab 54.900 Euro, beide mit Vierzylinder-Benziner und einem WLTP-Verbrauch von 7,5 Litern. An der Spitze steht der M350 xDrive mit Reihensechszylinder und 326 kW (443 PS), der in 4,1 Sekunden auf Tempo 100 sprintet und ab 80.900 Euro kostet.
Serienmäßig bietet der neue 3er unter anderem Sitzheizung vorn, elektrische Sitzverstellung mit Memory-Funktion und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Das Programm soll weiter wachsen. Im kommenden Jahr folgen ein Plug-in-Hybrid sowie mit dem i3 M60 xDrive ein elektrisches M Performance Modell.
Zurück an den Ort, wo alles begann
Gefertigt wird der elektrische 3er im Münchner Stammwerk, wo 1975 der erste BMW 3er vom Band lief und ab 2027 ausschließlich vollelektrische Modelle entstehen sollen. Für Werkleiter Peter Weber beginnt damit „ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Stammwerks“. Die Verbrennerversionen laufen in Dingolfing gemeinsam mit der 4er- und 5er-Reihe über ein Montageband. Standortchef Christoph Schröder spricht dort von einem „Comeback der BMW 3er Limousine“. Die Hochvoltbatterien stammen derzeit aus dem ungarischen Debrecen, künftig liefert das neue Werk Irlbach-Straßkirchen zu.
Quelle: BMW – Pressemitteilung









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