Auslastung bei Ladesäulen zu gering: EnBW bremst Ausbau

Auslastung bei Ladesäulen zu gering: EnBW bremst Ausbau
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EnBW

Laura Horst
Laura Horst
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Der süddeutsche Energieversorger EnBW bremst den Ausbau seines Ladenetzes, wie das Unternehmen auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz bekanntgegeben hat. Aufgrund der derzeit zu geringen Auslastung peile EnBW bis 2030 nur 20.000 statt ursprünglich geplanter 30.000 Ladepunkte an.

Unternehmenschef Georg Stamatelopoulos erwartet jedoch „keine gravierende Veränderung“ am langfristigen Elektromobilitätstrend, weshalb der Ausbau des Ladenetzes lediglich aufgeschoben, die Pläne aber nicht aufgehoben werden. „Wir sichern uns weiterhin die Standorte und dann bauen wir eine gewisse Anzahl von Ladesäulen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

„Die Infrastruktur für Elektromobilität ist da. Zuletzt hat sich der Hochlauf von E-Autos auf den Straßen Deutschlands verlangsamt. Wir verfolgen diese Entwicklung sehr eng und passen unsere Zielsetzung an“, erklärte Stamatelopoulos auf der Pressekonferenz. Die durchschnittliche Auslastung bei den Ladesäulen liege momentan bei 15 Prozent, teilte der EnBW-Chef mit. Man investiere aktuell in eine Infrastruktur, die zu 85 Prozent der Zeit unbenutzt bleibe.

Ähnliche Zahlen haben auch die Spezialisten von Cirrantic und TheonData für den ChargingRadar von Edison Media erhoben, wie das Magazin berichtet. Aus den Daten gehe auch hervor, dass an öffentlichen Ladepunkten in Deutschland im Durchschnitt gerade einmal 29 Ladevorgänge pro Monat stattfänden. Ein schlecht erreichbarer Standort oder zu hohe Strompreise führten dazu, dass viele Ladesäulen kaum oder gar nicht genutzt werden.

EnBW ist derzeit unter den Marktführern bei der Schnellladeinfrastruktur. Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz sprach der Vorstandsvorsitzende von einem neuen Meilenstein im vergangenen Jahr, in dem 6000 EnBW-Schnellladepunkte in Deutschland errichtet wurden. Im EnBW-Schnellladenetz, auch Hypernetz genannt, bestehe außerdem Zugang zu mehr als 800.000 Ladepunkten in 17 Ländern. „Wir wollen unsere gute Marktposition in diesem Segment auch in der Zukunft halten und wenn sinnvoll ausbauen“, sagte Stamatelopoulos. Momentan plant das Unternehmen jährliche Investitionskosten in Höhe von 200 Millionen Euro für den Ausbau des Ladenetzes. In diesem Bereich habe man im vergangenen Jahr erstmals schwarze Zahlen geschrieben, wenn man von den Neuinvestitionen absehe.

Quellen: Edison Media – EnBW bremst beim Ausbau der Ladeangebots / Vision Mobility – Langsamer E-Hochlauf: EnBW reduziert Ausbauziele bei Ladeinfrastruktur

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