E-Auto-Akkus: PEM und LKQ erwarten Kosten- und CO2-Einsparungen durch Reparatur und Aufbereitung

E-Auto-Akkus: PEM und LKQ erwarten Kosten- und CO2-Einsparungen durch Reparatur und Aufbereitung
Copyright:

shutterstock / 1936823119

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen und LKQ Europe haben Herausforderungen untersucht, die sich durch defekte und ausgediente E-Auto-Antriebsbatterien ergeben. Die erarbeiteten Lösungen für die Wiederverwendung, die Wiederaufbereitung, die Reparatur und das Recycling von Batterien wurden jetzt in Form einer Studie beim 43. Internationalen Motorensymposium in Wien vorgestellt. Die über die Studie hinausgehende Kooperation der RWTH-Einrichtung mit dem in Europa marktführenden Großhandelsunternehmen für Fahrzeugersatzteile konzentriert sich auf die Schonung von Ressourcen, die Wahrung des Restwerts batterieelektrischer Fahrzeuge und die Verlängerung der Batterienutzung im Fahrzeug.

Die E-Mobilität nimmt Fahrt auf – und muss aufpassen, dass sie dabei ihren Nachhaltigkeitsanspruch nicht ausbremst“, mahnt PEM-Gründer und Lehrstuhlleiter Professor Achim Kampker: „Die Menge der Lithium-Ionen-Batterien, die sich im letzten Abschnitt ihres ‚Lebens‘ im Elektrofahrzeug befinden, wird in den kommenden Jahren massiv steigen. Deshalb müssen wir wirtschaftliche und nachhaltige Konzepte für die Optimierung und die Wiederverwendung von Antriebs-Akkus entwickeln.“

Die Untersuchung der Projektpartner widmete sich kritischen Elementen und möglichen Lösungen in der gesamten Wertschöpfungskette. Eine vollständig geschlossene Batterie-Kreislaufwirtschaft mit Fokus auf Reparatur und Remanufacturing von Batterien zeigt demnach die höchsten Einsparungen sowohl auf Kosten- als auch auf Emissionsebene. Dies unterstreiche die zentrale Bedeutung der Reparatur und der Wiederaufbereitung von Batterien. Auch das Recycling entsprechender Rohstoffe bleibe wichtig, sollte aber erst als letzte Option infrage kommen.

Bis 2030 europaweit 1,3 Millionen Batterien pro Jahr zu ersetzen

Je nach Anforderungsprofil müsse die Traktionsbatterie als wertvollster Teil eines batterieelektrischen Fahrzeugs nach etwa zehn bis 14 Jahren ersetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist heute in vielen Fällen noch kein geschlossener Batteriekreislauf vorhanden. „Im Jahr 2030 erwarten wir europaweit rund 34 Millionen installierte Hochvoltbatterien in batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen“, sagt Christoph Schön, E-Mobility Innovation Manager bei LKQ Europe: „Laut aktuellen Schätzungen müssen bis zum Ende des Jahrzehnts etwa 1,3 Millionen Batterien jährlich wegen elektrischer, mechanischer und elektrochemischer Defekte diagnostiziert und anschließend repariert oder ersetzt werden.

Den Prognosen der gemeinsamen Studie zufolge steigt die Zahl der Rückläufer danach mit einer jährlichen Rate von 30 Prozent weiter. „Der Austausch eines gesamten Batteriesystems ist sehr teuer. Wir müssen nachhaltige Lösungen anbieten, bei denen eine Reparatur oder Aufbereitung nur einen Bruchteil der Kosten einer neuen Batterie mit sich bringt“, sagt Schön. LKQ erwarte eine starke Zunahme batterieelektrischer Fahrzeuge auf dem freien Ersatzteilmarkt für die Zeit ab 2028, wenn eine beträchtliche Anzahl aus der Herstellergarantie ausscheide und in die freien Werkstätten komme.

Um dieses Potenzial zu nutzen, wollen die PEM- und LKQ-Teams ökonomische und ökologische Innovationen durch Investitionen in Batteriereparatur- und -aufbereitungslösungen vorantreiben. Derzeit planen die Partner einen Ausbau ihrer Kooperation in Form weiterer Projekte.

Quelle: RWTH Aachen – Pressemitteilung vom 03.05.2022 / LKQ – Pressemitteilung vom 03.05.2022

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Ein Auto, ein Lächeln, ein Name: Die Twingo-Story

Ein Auto, ein Lächeln, ein Name: Die Twingo-Story

Sebastian Henßler  —  

Ein Auto, das lächelt, ein Name, der bleibt: Wie Gotta Brands den Twingo benannte und warum Naming mehr mit Gefühl als mit Logik zu tun hat.

Tesla: Musk rechnet mit baldiger FSD-Freigabe in Europa und China

Tesla: Musk rechnet mit baldiger FSD-Freigabe in Europa und China

Tobias Stahl  —  

Elon Musk rechnet mit einer baldigen Freigabe seines Fahrassistenzsystems FSD in Europa und China. Dem Tesla-Chef zufolge könnte es im Februar soweit sein.

Ikea bietet in Deutschland dynamischen Stromtarif für zuhause an

Ikea bietet in Deutschland dynamischen Stromtarif für zuhause an

Daniel Krenzer  —  

Kostenlosen Strom bei Ikea gibt es schon länger nicht mehr, doch mitunter sehr günstigen Strom bietet der Möbelgigant künftig auch für daheim an.

VW-Konzern dünnt die Vorstandsebenen aus

VW-Konzern dünnt die Vorstandsebenen aus

Michael Neißendorfer  —  

Um den Konzern aus der Krise zu holen, setzt VW nun ganz oben an – und streicht bei den Volumenmarken ein Drittel der Vorstandsposten

Škoda steigert seinen Absatz um fast 13 Prozent

Škoda steigert seinen Absatz um fast 13 Prozent

Michael Neißendorfer  —  

Škoda knackt beim Absatz die Million, maßgeblichen Anteil daran hat der Elroq, der sich auf Anhieb fast 100.000 mal verkauft.

Neues Gesicht, neuer Name: Der VW ID. Tiguan beerbt den ID.4

Neues Gesicht, neuer Name: Der VW ID. Tiguan beerbt den ID.4

Sebastian Henßler  —  

Mit dem Facelift kommt der neue Name: Aus dem ID.4 wird der ID.Tiguan. VW rückt seine Elektroautos damit näher an das bekannte Verbrenner-Portfolio.

Tesla und der stille Personalabbau in Grünheide

Tesla und der stille Personalabbau in Grünheide

Sebastian Henßler  —  

In Teslas Gigafabrik in Grünheide arbeiten deutlich weniger Menschen als vor zwei Jahren. Betriebsratszahlen zeigen einen Rückgang von rund 1700 Stellen.