Abkehr vom Mietmodell: Renault will Batteriekauf in den Vordergrund rücken

Abkehr vom Mietmodell: Renault will Batteriekauf in den Vordergrund rücken
Copyright:

Domagoj Kovacic / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Beim Kauf des Elektroautos Zoe von Renault gibt es aktuell noch zwei Optionen: Man kann die Batterie für einen monatlichen Fixpreis, der sich an der Laufleistung orientiert, in Höhe von mindestens 70 Euro mieten oder für gut 8000 Euro Aufpreis kaufen. Das Mietmodell von Renault sprach vor allem jenen Kunden zu, die einen vorzeitigen Verschleiß des Akkus fürchteten und einen günstigen Einstiegspreis in die E-Mobilität suchten. Sank die Kapazität im Vergleich zum Originalzustand noch vor zehn Jahren Nutzungsdauer unterhalb von 75 Prozent, tauschte Renault den verschlissenen Mietakku gegen einen neuen aus. Beim Batteriekauf galten abweichende Regelungen: Es gab auf den Kaufakku lediglich eine Garantie über 65 Prozent der Kapazität bei einer Laufzeit von acht Jahren und eine Laufleistung von 160.000 Kilometern. Etwa 70 Prozent aller Zoe-Käufer entschieden sich für die Akkumiete, wie Renault-Händler berichten.

Doch nun scheint sich Renault vom Mietmodell zu verabschieden. In Großbritannien und Spanien ist das bereits der Fall. Das Sondermodell Riviera gibt es ausschließlich mit Kaufakku, auch hier in Deutschland. Als Grund für die Abkehr gilt der hohe bürokratische Aufwand beim Mietmodell, wie das Fachblatt Edison berichtet: Für die Akkumiete muss der Käufer, der sein Auto von Renault Deutschland bekommt, einen Extravertrag mit der Renault Bank abschließen. Auch der Handel mit gebrauchten Zoes ist durch das Mietmodell erschwert. Denn falls ein Interessent den gebrauchten Mietakku wie auch das Fahrzeug selbst kaufen möchte, muss der Händler zunächst den Zustand der Batterie ermitteln und ein individuelles Kaufangebot unterbreiten.

Kommunikationschef und Renault-Vorstand Martin Zimmermann bestätigte, dass das Miet- ein Auslaufmodell sei. Die Batteriemiete soll zwar vorerst nicht komplett eingestellt werden, allerdings wolle Renault das Kaufmodell in den Vordergrund rücken. Das Mietmodell sei aus mehreren Gründen nicht mehr zeitgemäß: Die Akkus hätten sich im Alltagsbetrieb als deutlich standfester erweisen als zunächst angekommen. Zudem sorge der Umweltbonus in Höhe von aktuelle beinahe 10.000 Euro dafür, dass die „Hemmschwelle“ für den E-Auto-Kauf, so Zimmermann, deutlich gesunken ist. Eine neue Zoe mit Kaufakku ist dank dem staatlichen Zuschuss aktuell günstiger, als der Kaufpreis einer Zoe mit Mietakku.

Quelle: Edison – Renault verabschiedet sich von der Batteriemiete

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.