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Fünf Jahre nach dem ersten Besuch stand erneut ein Zwischenstopp im Schwarzwald an. Mitte Juli ging es zurück ins Hotel Ritter Durbach, dieses Mal nicht im goldenen Herbst, sondern bei sommerlichen Temperaturen. Der damalige Aufenthalt, geprägt von Nebel, Spa und einem Smart EQ fortwo cabrio, liegt lange zurück. Seitdem hat sich einiges getan, sowohl beim Hotel selbst als auch bei der Frage, wie sich die Region rund um Durbach elektrisch erkunden lässt.
Bevor es um die Zeit vor Ort geht, lohnt sich ein Blick auf das Haus selbst, das seine Geschichte nicht verleugnet. Seit rund 360 Jahren steht das familiengeführte Hotel Ritter im Zeichen der Gastlichkeit, urkundlich erstmals 1656 als Gasthaus „Zum Ritter“ erwähnt. Geführt wird es heute von Dominic und Ilka Müller, die das Haus konsequent auf Regionalität, Upcycling und eine eigene Energieerzeugung ausgerichtet haben.
Bereits 2021 wurde das Hotel Ritter als erstes Haus in Deutschland vom Deutschen Institut für Qualitätsstandards und -prüfung als „Nachhaltiges Unternehmen“ mit der Bewertung „sehr gut“ ausgezeichnet, eine Einordnung, die auch Jahre später noch den Rahmen für den Aufenthalt bildet. Wie tief dieser Anspruch im Haus verankert ist, wurde bereits in einem früheren Podcast-Gespräch mit Dominic Müller deutlich, das an dieser Stelle eine erste Einordnung liefert, bevor es um die konkreten Erlebnisse dieses Aufenthalts geht.
Zwei Tage waren für diesen Kurztrip eingeplant, mit dem klaren Ziel, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Auf dem Programm standen eine entspannte Reise mit dem Fiat 500e La Prima sowie eine E-Bike-Tour durch die Weinberge. Beides ließ sich unmittelbar am Hotel starten, was den gesamten Aufenthalt unkompliziert gemacht hat und zeigt, wie eng die Angebote des Hauses mit der umliegenden Landschaft verzahnt sind.
Durbach Pure als Route für den ersten Tag im E-Cabrio
Für die Erkundung der Umgebung mit dem E-Cabrio fiel die Wahl auf die vom Hotel empfohlene Route „Durbach Pure“, einen Kurztrip zu den Winzern und Höhepunkten des Weindorfs. Rund 30 Kilometer lang, mit einer Fahrzeit von etwa einer Stunde, führt die Strecke durch Wald, Wiesen und Weinberge und bietet immer wieder Aussichtspunkte, an denen sich ein kurzer Stopp lohnt. Wer mag, kann an einigen davon auch ein kleines Picknick einlegen, was den Charakter der Tour als entschleunigte Erkundung unterstreicht. Wer mehr Zeit und Reichweite mitbringt, findet beim Hotel auch andere, längere Routenvorschläge für die Region.

Gefahren wurde die Strecke mit dem Fiat 500e La Prima, der Cabrio-Variante des elektrischen Kleinwagens. Der Wagen war für die Tour eher Mittel zum Zweck als eigentliches Thema, mit einer Batteriekapazität von 42 Kilowattstunden und einer Reichweite von bis zu 320 Kilometern nach WLTP-Norm. Für eine entspannte Runde durch die Weinberge, bei offenem Verdeck und sommerlichen Temperaturen, war das vollkommen ausreichend. Für ein erstes Kennenlernen der Elektromobilität ist ein solcher Kleinwagen zudem eine feine Sache, sofern zuvor noch keine Berührungspunkte damit bestanden.

Vorbei ging es an der Ruine St. Anton sowie der Kapelle St. Wendel, zwei Punkten, die einen Eindruck von der langen Geschichte der Region vermitteln. Ebenso Teil der Strecke waren mehrere der bekannten Durbacher Weingüter, darunter Andreas Männle, Glanzmann, Alexander Laible und das Weingut Markgraf von Baden. Wer durch die Weinberge fährt, bekommt dabei einen sehr direkten Eindruck davon, warum Durbach seinen Ruf als Weindorf hat. Die Hanglagen wechseln sich mit dichten Waldabschnitten ab, sodass die Route trotz ihrer überschaubaren Länge landschaftlich abwechslungsreich bleibt.

Am Ende der Tour stand ein Einkehren auf Schloss Staufenberg an, das die Familie Müller seit einigen Jahren gepachtet hat und bewirtschaftet. Bei Viertele und Flammkuchen lässt sich hier der Blick über Durbach und die Ortenau schweifen, ein Ausblick, der die Lage des Schlosses inmitten der Weinberge eindrucksvoll unterstreicht.

Grund genug, auf der Terrasse einzukehren, die zu den schönsten der gesamten Ortenau zählen dürfte. Unsere Wahl fiel auf einen Burkhardt Spritzer in der Variante Ingwer-Citrus-Spritz sowie Maultaschen an Kartoffelsalat, eine unaufgeregte, aber stimmige Kombination für einen lauen Sommerabend. Bis zum Sonnenuntergang blieb es dann doch nicht dort, stattdessen ging es nach dem Essen zu einem kleinen Spaziergang, bei dem der Tag in Ruhe ausklang.




Hotel Ritter Durbach: Rückzugsort mit Blick zur Straße
Nach der Ankunft und noch vor der ersten Tour ging es zunächst ins Zimmer, in der Kategorie Komfort Plus mit rund 32 Quadratmetern, das zur Straße hin ausgerichtet war. Ein 180 Zentimeter breites Doppelbett sowie ein kleiner Sitzbereich mit Canapé und Sessel boten genug Raum, um nach der Anreise erst einmal durchzuatmen. Flachbildfernseher, eine Soundanlage, WLAN sowie eine Klimaanlage gehörten ebenso zur Ausstattung wie Minibar und Safe, alles, was für einen kurzen Aufenthalt benötigt wird. Beim Bett fiel auf, dass es sich um zwei aneinandergestellte Einzelbetten handelte, was nicht durchgehend praktisch war, da sich die Matratzen im Laufe der Nächte auseinanderschoben und man in die entstehende Kuhle rutschen konnte. Fand ich schon beim ersten Mal nicht so ganz berauschend.

Das Badezimmer war mit separater Toilette und Dusche ausgestattet, in anderen Zimmern dieser Kategorie ist je nach Ausführung auch eine Badewanne vorhanden, die im Sommer allerdings eher die Ausnahme als die Regel im Nutzungsverhalten bleibt und sich eher für die kühlere Jahreszeit anbietet. Für zwei Nächte war das Zimmer ein angenehmer Rückzugspunkt zwischen den Ausflügen, ohne dabei überladen zu wirken, und bot nebenbei auch genug Ruhe, um von dort aus ein wenig an redaktionellen Aufgaben für Elektroauto-News weiterzuarbeiten.

E-Bikes für den zweiten Tag im Weinberg
Nach der E-Autotour am ersten Tag folgte am zweiten Tag eine E-Bike-Tour, organisiert über den Anbieter MyVelo, der die Räder direkt am Hotel zur Abholung und Rückgabe bereitstellt. Zum Einsatz kamen Modelle vom Typ Stelvio, die laut Anbieter auf anspruchsvollere Strecken mit längeren Anstiegen ausgelegt sind und eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern ermöglichen sollen, was sie auch für ausgedehntere Tagestouren in den Schwarzwald geeignet macht.

Auf eine der vorgeschlagenen Routen wurde dieses Mal bewusst verzichtet. Stattdessen wurde die Tour selbst zusammengestellt, ganz ohne festen Streckenplan und ohne Zeitdruck. Wohin es als Nächstes geht, ergab sich eher aus dem Moment heraus als aus einer vorab festgelegten Route, was dem gesamten Vormittag einen spielerischen statt sportlichen Charakter verlieh. Die Tour führte durch das nähere Umfeld von Durbach, vorbei an kleinen Wegen und Gassen ebenso wie an Straßen durch die Weinberge. Bei sommerlichen Temperaturen fiel die Fahrt insgesamt entspannt aus, unterstützt auch durch die zahlreichen Radwege in der Region, die es ermöglichten, größtenteils abseits der Hauptstraßen unterwegs zu sein. Das kam dem Charakter der Tour als ruhige Erkundung eher entgegen als einer sportlichen Herausforderung.

Die eigenen Helme hatten wir von daheim mitgebracht. Wer ohne eigene Ausrüstung anreist, muss aber nicht auf einen Helm verzichten, denn laut Hotel steht auf Anfrage auch ein Verleih zur Verfügung, ein kleines, aber praktisches Detail, das zeigt, dass auch spontane Gäste ohne größeren Aufwand losfahren können.
Erholung im Spa nach der Radtour
Wer sich nach einer solchen Tour lieber mit eigener Kraft als mit Motorunterstützung bewegt hat, findet im hoteleigenen Spa-Bereich die passende Gegenleistung. Der Wellnessbereich des Hotel Ritter erstreckt sich über eine Fläche von 1200 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen, die sich über Treppen oder Lift diskret ansteuern lassen. Die Aufteilung über mehrere Ebenen braucht dabei etwas Eingewöhnung, auch mit einem kleinen Spa-Wegweiser dauert es einen Moment, bis man sich zurechtfindet.
Ist dieser erste Überblick aber einmal da, lässt sich der eigene Plan für den Aufenthalt entspannt zusammenstellen. Zur Auswahl stehen insgesamt sechs Saunen, zwei Pools, verschiedene Wellness-Anwendungen, ruhige Rückzugszonen, eine Sonnenterrasse sowie ein Fitnessbereich.
Wer eine Massage in Erwägung zieht, sollte diese im Vorfeld buchen, da die Behandlungstermine erfahrungsgemäß begrenzt sind und sich nicht immer spontan am selben Tag unterbringen lassen. Besonders die Kräuter- und Lavendelkammer eignet sich zum Abschalten mit einem guten Buch oder Podcast, mit wohltuenden Dämpfen von Kräutern und Lavendel als angenehmem Nebeneffekt.
Wer noch etwas mehr investieren möchte, findet in einer rund 80-minütigen Ganzkörpermassage eine spürbare Lockerung verspannter Muskulatur und eine bessere Durchblutung. Alternativ lässt sich der Indoor-Pool mit Gegenstromanlage aktiv nutzen, bevor der Whirlpool die Muskeln durchknetet und eine der Saunen den Ausklang übernimmt. Wer es ruhiger mag, findet auf den zahlreichen Liegeflächen ebenfalls seinen Platz zum Nichtstun.
Was sich beim Thema Nachhaltigkeit verändert hat
Beim Blick auf die Nachhaltigkeitsstrategie des Hauses zeigt sich, dass die bereits 2021 vorgestellten Grundpfeiler weiterhin Bestand haben und mittlerweile erweitert wurden. Vier Blockheizkraftwerke und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugen nach wie vor den Strom für das Hotel, mit einer CO2-Einsparung von rund 112 beziehungsweise 18 Tonnen. Ergänzt wird dies durch energiesparende Beleuchtung und effiziente Klimatechnik in den Zimmern, sodass sich Energieerzeugung und Verbrauch im Haus nicht widersprechen, sondern zusammen mitgedacht werden.

Darauf aufbauend ist inzwischen ein weiteres Projekt hinzugekommen, das über die reine Energiefrage hinausgeht. In Zusammenarbeit mit der Albert Schweitzer Schule Kehl entsteht auf einer 25 Hektar großen Fläche ein sogenannter Lernwald, mit einem Naturklassenzimmer, Baumschulen und Lebensraum für Insekten und Tiere. Über die Jahre kamen so nach Angaben des Hotels mehr als 150.000 Euro zusammen, die der Schule zugutekommen, unter anderem für Anschaffungen abseits des Lernwaldes selbst.
Wie stark dieser Gedanke auch im Kleinen weiterverfolgt wird, zeigt sich an anderer Stelle im Haus: Bei der Reinigung setzt man inzwischen auf EM-Bakterien, im Restaurant Makidan wird auf Tischwäsche verzichtet, um Wasser zu sparen, und Gästen bleibt es selbst überlassen, ob und wie oft das eigene Zimmer gereinigt wird. Auch bei den klassischen Badeslippern hat sich etwas getan, denn statt der früher üblichen Einmal-Slipper bietet das Hotel inzwischen wiederverwendbare Zehentrenner der Marke Souls an, ein kleiner, aber sichtbarer Schritt weg von Wegwerfprodukten.

Dass sich dieser Ansatz nicht auf Energie und Ressourcen beschränkt, zeigt sich schließlich auch bei der Mobilität selbst. Für private E-Autos stehen auf dem Gelände mehrere Lademöglichkeiten bereit, ergänzt um die Konus-Gästekarte, die eine kostenfreie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in der Ferienregion Schwarzwald erlaubt. In Kombination mit dem hauseigenen Verleihangebot für E-Autos und E-Bikes, wie es auch bei diesem Aufenthalt genutzt wurde, ergibt sich damit ein Gesamtbild, bei dem Gäste die Region auch ohne eigenes Fahrzeug elektrisch erkunden können.
Kulinarik als fester Bestandteil des Aufenthalts
Ein Abendessen im Restaurant Makidan gehörte ebenfalls zum Programm. Das Konzept des Hauses, kleine Gerichte zum Teilen und in freier Reihenfolge statt einer klassischen Menüfolge, war bereits beim ersten Besuch 2021 Teil der Erfahrung und hat sich seither als eigenständiges Format im Haus etabliert.

Auf der aktuellen Karte finden sich unter anderem eine Tomaten-Caprese mit Burrata, Bohnenkraut und Kürbiskernen sowie eine Schaumsuppe vom Babyspinat mit Mohn-Gries-Klößchen als leichter Einstieg. Bei den Hauptgängen stehen ein Short Rib vom Wolowina-Rind mit Röstzwiebeln und gebackener Kartoffel, ein Label-Rouge-Lachs mit Meerrettich, Erbse und Brombeere sowie ein vegetarisches Risotto Venere mit Feigen, Radicchio und Pecorino zur Auswahl. Ergänzt wird die Karte um einen süßen Gurkensalat mit Schmand, Dill und Joghurt sowie Käse vom Affineur Waltmann mit Feigensenf und Nussbrot.


Ergänzt wird dieses kulinarische Konzept durch den bereits erwähnten Verzicht auf Tischwäsche im selben Restaurant, ein Detail, das die Nachhaltigkeitslinie des Hauses auch am Esstisch fortsetzt und zeigt, dass sich Genuss und Ressourcenschonung im Hotel Ritter nicht ausschließen, sondern zusammengedacht werden.

Am Ende bleibt ein Aufenthalt, der weniger von einem einzelnen Höhepunkt lebt als vom Zusammenspiel vieler kleiner Details. Ein Kleinwagen durch die Weinberge, eine E-Bikefahrt ohne festen Plan, ein Zimmer zum Durchatmen und ein Haus, das Nachhaltigkeit nicht als Schlagwort, sondern als tägliche Praxis versteht. Fünf Jahre nach dem ersten Besuch hat sich vieles verändert, das Grundprinzip dahinter aber nicht.
Disclaimer: Das Hotel Ritter Durbach hat zu einem Kennenlernen des eigenen Hauses eingeladen und hierfür die Kosten übernommen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.









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