Warum die THG-Prämie 2026 so stark anzieht

Warum die THG-Prämie 2026 so stark anzieht
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Sebastian Henßler
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Die Treibhausgasminderungsquote gehört zu den weniger sichtbaren, aber dennoch wirkungsvollen Hebeln für die Elektromobilität in Deutschland. Sie verpflichtet Mineralölunternehmen, die Emissionen ihrer Kraftstoffe schrittweise zu senken – und schafft damit einen Markt, von dem Halter:innen von E-Autos und Betreiber:innen öffentlicher Ladeinfrastruktur direkt profitieren können.

Nachdem die THG-Prämie in den vergangenen Jahren auf ein niedriges Niveau gefallen war, deutet sich für 2026 eine spürbare Trendwende an. Dennis Nonnenkamp, Fördermittelexperte und Head of Consulting beim Beratungsunternehmen für Elektromobilität M3E, ordnet im Gespräch mit emobilität.online ein, was hinter dem Preisanstieg steckt und was er für verschiedene Marktteilnehmer:innen bedeutet.

Grundsätzlich funktioniert das System so: Batterieelektrische Autos und öffentlich zugängliche Ladepunkte erzeugen rechnerische CO₂-Einsparungen gegenüber fossilen Kraftstoffen. Diese Einsparungen lassen sich zertifizieren und als sogenannte THG-Quoten an quotenverpflichtete Unternehmen verkaufen. Nonnenkamp beschreibt das als „ein marktbasiertes System, das wirtschaftliche Anreize für emissionsärmere Technologien schafft“. Ein zusätzliches Signal für die Branche sei, dass der Mechanismus aktuellen Entwürfen zufolge bis mindestens 2040 verlängert werden soll – ursprünglich war die Regelung nur bis 2030 vorgesehen.

Dass die Prämien 2026 deutlich steigen, liegt allerdings nicht allein an der angehobenen Quote von zwölf Prozent. Nonnenkamp nennt mehrere Faktoren, die zusammenwirken: die Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III, das Auslaufen der Anrechenbarkeit von Übererfüllungen aus Vorjahren bis Ende 2026 sowie eine verschärfte Kontrolle von Zertifikaten. „Diese Kombination aus höherer Quote, regulatorischen Anpassungen und begrenztem Zertifikatsangebot sorgt derzeit für ein deutlich höheres Preisniveau im THG-Markt“, so der Fördermittelexperte. Gleichzeitig betont er, dass es sich um einen handelsbasierten Markt ohne garantierte Mindestpreise handele.

Für Halter:innen rein batterieelektrischer Autos – Plug-in-Hybride sind nicht teilnahmeberechtigt – bedeutet das konkret: Während die meisten Prämien 2024 zwischen 50 und 100 Euro pro Jahr lagen, bieten viele Vermarkter für 2026 bereits zwischen 150 und 300 Euro pro E-Auto an. Die tatsächliche Auszahlung hänge aber weiterhin stark vom Vermarktungsmodell und vom Zeitpunkt im Markt ab, gibt Nonnenkamp zu bedenken.

Ladeinfrastruktur als strategische Einnahmequelle

Ein Blick auf die Betreiberseite zeigt ein ähnliches Bild, allerdings mit anderer Berechnungsgrundlage. Während bei E-Autos eine pauschale Strommenge angesetzt wird, basiert die THG-Quote bei Ladeinfrastruktur auf der tatsächlich verladenen Energiemenge. Betreiber:innen öffentlich zugänglicher Ladepunkte erfassen die abgegebenen Kilowattstunden und melden diese beim Umweltbundesamt an. Voraussetzung ist die öffentliche Zugänglichkeit des Ladepunkts sowie eine korrekte Messung der Strommenge. Private Ladepunkte bleiben ausgeschlossen.

Die Erlösentwicklung ist hier besonders deutlich: 2024 lagen die Werte typischerweise zwischen zwei und sechs Cent pro Kilowattstunde, für 2026 werden je nach Vermarktungsmodell bereits acht bis 15 Cent erwartet. Bei einer realistischen Jahresabgabe zwischen zwei und zwölf Megawattstunden pro Ladepunkt ergeben sich laut Nonnenkamp Größenordnungen zwischen rund 240 und etwa 2700 Euro pro Ladepunkt und Jahr. Im Vergleich dazu lagen die jährlichen THG-Prämien pro Ladepunkt 2024 und 2025 meist nur zwischen 40 und 300 Euro.

Trotz dieser positiven Entwicklung rät der M3E-Berater zur Vorsicht bei der Finanzplanung. „Der THG-Quotenmarkt ist historisch gesehen sehr volatil“, betont Nonnenkamp. Gerade Betreiber:innen von Ladeinfrastruktur oder größere Flotten sollten die Erlöse eher konservativ einbeziehen. Als strategisches Zusatzgeschäft könne die Quote interessant sein – eine planbare Haupteinnahmequelle ersetze sie jedoch nicht.

Quelle: emobilitaet.online – Interview: „THG Prämien werden 2026 wieder attraktiver, aber der Quotenmarkt bleibt volatil“

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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