Warum Subaru die Elektromobilität langsam angeht

Warum Subaru die Elektromobilität langsam angeht
Copyright:

tomas devera photo / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Subaru gehört zu einer langsam aussterbenden Spezies: Der japanische Automobilhersteller hat als eine von nur noch wenigen Marken weder Elektro- noch Hybridautos in der Modellpalette. Ein erster Stromer wurde zuletzt für das Jahr 2020 in Aussicht gestellt, der Crosstrek als Plug-in-Hybrid soll Ende des Jahres debütieren. Warum sich Subaru so Zeit lässt, fasste Subaru-Chef Tom Doll Bloomberg zufolge folgendermaßen zusammen: „Ich bin lieber der Letzte und mache es richtig, anstatt der Erste zu sein und mir mein Markenimage und meinen Ruf zu zerstören.“

Subaru gehört gemeinsam mit Mazda und Fiat-Chrysler zu den Nachzüglern in der Branche und scheint sich damit zufrieden zu geben, andere Forschungs- und Entwicklungsabteilungen (F&E) die Technologie perfektionieren zu lassen, während die Verbrauchernachfrage langsam steigt und der Markt für Elektrofahrzeuge immer größer wird. Momentan macht aber noch kaum ein Hersteller Gewinne mit Elektroautos.

Deshalb könnte ein langsames Sich-Herantasten zur Elektrifizierung auch eine sinnvolle Strategie sein. Die Rivalen investieren Milliardensummen in F&E und in ein paar Jahren, wenn etwa auch die Kosten für Batterien drastisch gesunken sind, könnte ein Nachzügler versuchen, kostengünstige Verträge mit den besten Lieferanten zu schmieden und sofort mitzumischen im Elektroauto-Markt. Subaru könnte bereits heute auf die bewährte Hybrid-Technologie von Toyota zurückgreifen, das 17 Prozent der Anteile an dem Unternehmen hält.

Allerdings besteht auch die Gefahr, dass ökologisch orientierte Käufer vorzeitig zu anderen Marken abwandern. Außerdem riskieren die Nachzügler, dass die besten Ingenieure bereits anderweitig angestellt sind und dass sie keinen Zugang mehr finden, um kostengünstige Batterie-Lieferverträge zu schließen.

Es ist ein Glücksspiel für Subaru, soviel steht fest.

Quelle: Ecomento – Warum Subaru bei Elektroautos gemächlich vorgeht // Bloomberg – Why Subaru Is Happy to Be Last in Electric Race

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.