VW-Vorstand: „Technologieoffenheit bremst den Durchbruch der E-Mobilität“

VW-Vorstand: „Technologieoffenheit bremst den Durchbruch der E-Mobilität“
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Volkswagen AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Ist es richtig, Elektromobilität konsequent voranzutreiben? Oder sollten Autohersteller nicht stärker auf Brennstoffzellen-Technologie setzen? Diese Frage wurde vonseiten VW bereits im November 2019 beantwortet. Zu Gunsten der E-Mobilität, um es vorweg zu nehmen. Dennoch kam Thomas Ulbrich, Vorstand für Elektromobilität bei VW, im Rahmen des Medien-Workshop „Systemwechsel E-Mobilität“ in Berlin auf die andauernde Diskussion ob Elektroauto oder Brennstoffzellenfahrzeug zurück.

Fehlende Ladeinfrastruktur und Wasserstoff-Diskussion hemmen E-Mobilität

Denn ein für alle Mal müsse klar werden, dass nicht nur die fehlende Ladeinfrastruktur das Wachstum der E-Mobilität bremst, sondern auch die fortwährende Diskussion um die sogenannte „Technologieoffenheit“. Ulbrich gibt hierzu zu verstehen: „Das batterieelektrische Auto ist nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik die mit Abstand beste Option, um schnell CO2 im Straßenverkehr einzusparen. Ja, Wasserstoff hat Potenzial – aber nicht für das Pkw-Segment, und nicht im Volumen…“

Ulbrich zeigt auf, dass ein Wasserstoff-Auto zwei- bis dreimal so viel Strom für eine vergleichbare Strecke wie ein Batterie-Auto benötigt. „Grüne Energie ist aber ein kostbares Gut, mit dem wir alle sehr sparsam umgehen müssen. Stromverschwendung darf deshalb keine Option sein“, so der Vorstand für E-Mobilität weiter. Daher sei es aus Sicht von VW auch ein Irrweg auf das Wasserstoff-Auto für Millionen von Pkw zu setzen. Sinnvoller sei der Einsatz von Wasserstoff in der Industrie, im Schwerlastverkehr, bei Flugzeugen und auch bei Schiffen.

„Beim Auto sagen wir ganz klar: Volle Konzentration auf die Batterie. Und dabei wissen wir die Wissenschaft hinter uns.“ – Thomas Ulbrich, Vorstand für Elektromobilität bei VW

Der E-Mobilitätsvorstand von VW ist sich allerdings auch bewusst, dass der Systemwechsel zur E-Mobilität eine komplexe Aufgabe ist. Und dennoch muss diese angegangen werden, da sie auch eine große Chance: für das Klima, für die Luftqualität in den Städten, und auch für die Automobilindustrie ist. Anerkennend gegenüber Branchenprimus Tesla gibt Ulbrich zu verstehen: „Wer in Sachen E-Mobilität die Nase vorn hat, dem gehört die Zukunft. Das zeigt das Beispiel Tesla. Von den Batteriezellen über die Modellpalette bis zur Digitalisierung des Autos und dem autonomen Fahren – Tesla ist ein wichtiger Impulsgeber für unsere Branche. Deshalb begrüßen wir auch die neue Nachbarschaft in Grünheide.“

Tesla nehme man als Ansporn auf dem eigenen Weg zum softwaregetriebenen Tech-Konzern. Man nehme vonseiten VW die aktuellen Herausforderungen an. „Wir bringen die E-Mobilität zu den Menschen. Das tun wir mit unseren Fahrzeugen – allen voran mit dem ID.3, der im Sommer auf den Markt kommt und nicht mehr als ein Golf Diesel kostet, so Ulbrich abschließend.

Quelle: Volkswagen AG – Pressemitteilung vom 12. März 2020

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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