Viele E-Auto-Fahrer ließen 2025 THG-Prämie liegen

Viele E-Auto-Fahrer ließen 2025 THG-Prämie liegen
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Immer mehr Halter von Elektroautos in Deutschland verzichten darauf, ihre jährliche THG-Prämie zu beantragen. Im vergangenen Jahr stellte das Umweltbundesamt (UBA) nur noch für 58 Prozent der berechtigten Fahrzeuge eine entsprechende Bescheinigung aus, berichtet Kfz-Betrieb. 2024 hatte die Teilnahmequote noch bei 64 Prozent gelegen, 2022 und 2023 waren es jeweils 75 Prozent. Weil der Bestand an Elektroautos weiter gewachsen ist, nahm die absolute Zahl der eingereichten Fahrzeuge dennoch zu.

Dass mehr als vier von zehn E-Auto-Haltern die Prämie nicht nutzten, könnte allerdings weniger mit mangelndem Interesse als mit dem zuletzt geringen finanziellen Anreiz zusammenhängen. Einen konkreten Grund nennt das Umweltbundesamt zwar nicht. Ausgerechnet 2025, auf das sich die aktuelle Statistik bezieht, lagen die durchschnittlichen Erlöse jedoch nur bei rund 100 Euro. Garantieprämien starteten teilweise deutlich darunter.

Die Treibhausgasminderungsquote verpflichtet Mineralölunternehmen dazu, die Emissionen der von ihnen in Verkehr gebrachten Kraftstoffe schrittweise zu reduzieren. Um ihre gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, können sie unter anderem die rechnerischen CO₂-Einsparungen reiner Elektrofahrzeuge erwerben.

Betrag brach 2024 stark ein

E-Auto-Halter verkaufen diesen Anspruch üblicherweise nicht direkt an die Mineralölwirtschaft. Vermittler bündeln zahlreiche Fahrzeuge, lassen die eingesparten Emissionen vom Umweltbundesamt zertifizieren und vermarkten die Quoten anschließend. Einen Teil der Einnahmen behalten sie als Provision, den Rest erhalten die Fahrzeughalter als THG-Prämie. Plug-in-Hybride sind nicht berechtigt.

Die Auszahlung ist kein staatlich festgelegter Förderbetrag. Ihre Höhe hängt von Angebot und Nachfrage auf dem Quotenmarkt sowie vom gewählten Anbieter und Vertragsmodell ab. Entsprechend stark schwankten die Prämien in den vergangenen Jahren.

Zum Start 2022 waren vielfach 250 bis 400 Euro pro Elektroauto möglich. 2023 bewegten sich die Auszahlungen meist zwischen 200 und 300 Euro, teilweise wurden weiterhin mehr als 350 Euro angeboten. 2024 brach der Markt ein: Die Prämien fielen zunächst auf etwa 100 Euro und zeitweise bis in die Nähe von 50 Euro. Auch 2025 blieb das Niveau niedrig.

Höhere Auszahlungen in diesem Jahr

Inzwischen hat sich die Lage deutlich erholt. Für das Quotenjahr 2026 bieten mehrere Vermittler wieder mehr um die 300 Euro pro Elektroauto an, einzelne Garantieangebote lagen zuletzt bei bis zu 380 Euro. Die tatsächlichen Beträge können sich jedoch kurzfristig ändern. Zudem sollten Halter auf Auszahlungsbedingungen, Laufzeiten und automatische Vertragsverlängerungen achten. Die Berechnung der Quote wird regelmäßig angepasst.

Vor diesem Hintergrund wäre es wenig überraschend, wenn die Teilnahmequote 2026 wieder steigt. Während der Aufwand für die Beantragung nahezu unverändert bleibt, hat sich der mögliche Erlös gegenüber dem Vorjahr bei einigen Angeboten mehr als verdreifacht. Die sinkende Quote der vergangenen Jahre muss daher nicht bedeuten, dass E-Auto-Fahrer grundsätzlich das Interesse verloren haben. Möglicherweise war vielen der Aufwand für weniger als 100 Euro schlicht nicht mehr lohnenswert. Doch den ein oder anderen schreckt vielleicht auch einfach die Idee des modernen „Ablasshandels“ mit Mineralölkonzernen ab.

Quelle: Kfz-Betrieb – Immer mehr E-Auto-Fahrer verzichten auf Geld

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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