Vom Stadtbus in den Speicher: Zweites Leben für Mercedes-Akkus

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Mercedes-Benz

Wolfgang Plank
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Daimler Buses will den Batterien aus seinen Stadtbussen ein zweites Leben geben. Das Unternehmen nimmt daher als assoziierter Partner am Modellprojekts GUW+ teil, heißt es in einer Mitteilung. In einem neuen Gleichrichter-Unterwerk der ÜSTRA Verkehrsbetriebe Hannover soll ein stationärer Energiespeicher auf Basis von Batteriesystemen entstehen, die zuvor in vollelektrisch angetriebenen eCitaro Stadtbussen zur Anwendung kamen. Entwicklung und Umsetzung des Projekts übernimmt demnach Mercedes-Benz Energy im sächsischen Kamenz.

Umwelt- und Ressourcenschonung ist das Hauptargument für unseren elektrisch angetriebenen Stadtbus eCitaro„, sagt Gustav Tuschen, Entwicklungs-Chef bei Daimler Buses: „Wir haben es gründlich überprüft: Sein CO2-Fußabdruck ist über seine lange Lebensdauer hinweg erheblich günstiger als jener von konventionell angetriebenen Stadtbussen. Die Weiterverwendung seiner Batterien verbessert die Ökobilanz zusätzlich.“

Holger Elix, Leiter Infrastruktur bei der ÜSTRA erläutert einen weiteren Aspekt: Die Anschaffungskosten von Elektrobussen stellten eine besondere Herausforderung dar. Die stationäre Wiederverwendung der Batterien innerhalb des Verkehrsbetriebs verbessere die Amortisation und könne so die Elektrifizierung des ÖPNV weiter beschleunigen.

Batterien übernehmen in der Umweltbilanz von E-Fahrzeugen eine Schlüsselrolle. Früher oder später lässt ihre Kapazität spürbar nach. Das ist bei elektrisch angetriebenen Stadtbussen nicht anders. So endet die Einsatzzeit der Batterien mit NMC-Technologie im eCitaro nach rund fünf bis sechs Jahren bei einer Kapazität von etwa 80 Prozent. Danach sei die notwendige Reichweite der Stadtbusse nicht mehr gewährleistet, heißt es bei Mercedes-Benz.

Der Lebenszyklus einer Batterie ist nach dem Betrieb in einem Fahrzeug aber noch nicht zwangsläufig vorbei. Im stationären Betrieb ist sie in der Regel noch voll einsatzfähig – Kapazitätsverluste spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Ein solcher Einsatz ist noch für mehrere weitere Jahre möglich und erweitert damit den wirtschaftlichen Nutzen wie Umweltbilanz.

Ab dem vierten Quartal 2021 soll das neue Gleichrichter-Unterwerk in Hannover zur Versorgung der Stadtbahnen und Elektrobusse der ÜSTRA beitragen. Der Energiespeicher soll dabei als Puffer zur effizienten Nutzung von Rekuperationsenergie von Stadtbahnen dienen, Lastspitzen ausgleichen und den Weiterbetrieb bei einem Netzausfall ermöglichen. Der Pilotspeicher verfügt nach Unternehmensangaben über eine Kapazität von rund 500 kWh und besteht aus rund 20 Batteriesystemen, die zuvor über tausende Kilometer im eCitaro für Erprobungsfahrten eingesetzt wurden.

Die Erweiterung eines klassischen Gleichrichter-Unterwerks um intelligente Funktionen wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) geförderten Verbundprojekts GUW+ entwickelt und demonstriert. Das 2019 gestartete Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 28. April 2021

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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