Spark Alliance vereinfacht Laden von E-Autos in Europa

Spark Alliance vereinfacht Laden von E-Autos in Europa
Copyright:

shutterstock / 2249453389

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Vier europäische Unternehmen mit Fokus auf Ladeinfrastruktur haben sich zu einer neuen Allianz zusammengeschlossen. Ziel ist ein offenes, leicht zugängliches Netz für E-Auto-Ladestationen in Europa. Unter dem Namen Spark Alliance bündeln Atlante, Electra, Fastned und Ionity ihre Kräfte. Die Kooperation wurde heute in Paris vorgestellt. Durch die Zusammenarbeit entsteht ein Netzwerk, das Fahrer:innen von E-Autos künftig den Zugang zu über 11.000 Ladepunkten an 1700 Stationen in 25 Ländern ermöglichen soll.

Dabei genügt es, die App eines der vier Anbieter zu verwenden – eine zusätzliche Registrierung oder App ist nicht erforderlich. Nutzer:innen sollen an jeder der Stationen laden und direkt bezahlen können, unabhängig davon, welches der vier Unternehmen die jeweilige Station betreibt. Die Spark Alliance setzt an einem Punkt an, der das Ladeerlebnis bisher getrübt hat. Geht es nach den vier Unternehmen mussten sich viele Menschen beim Laden ihres E-Autos mit unterschiedlichen Apps, Karten und Zahlungsmethoden herumschlagen. Diese Vielfalt führte häufig zu Frust. Unterschiedliche Systeme, uneinheitliche Preise und ein unübersichtliches Angebot erschwerten den Alltag.

Die Spark Alliance möchte diesen Prozess deutlich vereinfachen. Künftig zeigen die Apps der vier Partner nicht nur die eigenen, sondern auch die Stationen der anderen Mitglieder an. Damit lässt sich die nächstgelegene Ladesäule im Netzwerk schneller finden. Alle Ladepunkte der Spark Alliance werden mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben. Die beteiligten Unternehmen bringen jeweils eigene Stärken ein. Atlante verfügt über umfangreiche Erfahrung in Südeuropa, Electra ist vor allem in Frankreich und Belgien aktiv, Fastned betreibt Schnellladestationen mit hohem Wiedererkennungswert, und Ionity ist ein Zusammenschluss mehrerer großer Autohersteller mit Fokus auf Schnellladen in ganz Europa.

Für Stefano Terranova, CEO von Atlante, steht die Zusammenarbeit für ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. Er sieht in der Allianz nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Initiative. Laut Terranova soll ein möglichst reibungsloses Ladeerlebnis entstehen – unabhängig davon, welches Auto gefahren wird. Gleichzeitig setzt Atlante auf neue technologische Lösungen wie Energiespeicherung, um das Netz effizienter zu gestalten. Electra-CEO Aurelien de Meaux hebt die Benutzerfreundlichkeit hervor. In der neuen Allianz sieht er eine Möglichkeit, Ladeerlebnisse weiter zu standardisieren und so die Verbreitung von E-Autos zu unterstützen.

Auch Michiel Langezaal, Mitgründer und CEO von Fastned, betont die Vorteile der Kooperation. Seiner Meinung nach ist das Ladeangebot derzeit zu kleinteilig. Viele Menschen würden sich von der Vielzahl an Anbietern und unklaren Bedingungen abgeschreckt fühlen. Die Spark Alliance soll für mehr Übersicht und Vertrauen sorgen. Jeroen van Tilburg, CEO von Ionitiy, unterstreicht den praktischen Nutzen. Menschen sollen unkompliziert und schnell laden können, auch wenn sie im Ausland unterwegs sind. Die Beteiligten wollen dafür sorgen, dass das Laden mit einem Elektroauto nicht mehr als kompliziert wahrgenommen wird, sondern als verlässlicher Teil moderner Mobilität.

Die Spark Alliance versteht sich nicht als geschlossene Gruppe. Die vier Unternehmen rufen weitere Partner dazu auf, sich anzuschließen und das Netzwerk auszubauen. Gemeinsam will man den Wandel zur Elektromobilität in Europa beschleunigen. Durch die Bündelung von Technik, Know-how und Reichweite soll eine neue Qualität des öffentlichen Ladens entstehen.

Quelle: Spark Alliance – Pressemitteilung per Mail

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert

Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert

Daniel Krenzer  —  

Eine neue Studie zeigt: Nicht die Technik, sondern komplizierte Bezahlprozesse bremsen das öffentliche Laden von Elektroautos aus.

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Sebastian Henßler  —  

An der Brennerautobahn entsteht neue Ladeinfrastruktur für E-Lkw. In Vahrn laden E-Trucks mit bis zu 1000 kW und nutzen dabei reguläre Fahrpausen effizient.

Deutschland wird Kernmarkt für Electras Schnelllade-Ausbau

Deutschland wird Kernmarkt für Electras Schnelllade-Ausbau

Sebastian Henßler  —  

Electra treibt den Ausbau seines Schnellladenetzes in Deutschland voran. Aus 15 Ladeparks sollen bis Ende 2026 mehr als 90 werden.

Elektroautos tankten 2025 bis zu 56 Prozent günstiger als Verbrenner

Elektroautos tankten 2025 bis zu 56 Prozent günstiger als Verbrenner

Michael Neißendorfer  —  

Die Antriebskosten von E-Autos waren im vergangenen Jahr wie schon in den Jahren zuvor deutlich niedriger als die von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Dynamische Netzentgelte entlasten Stromnetze und senken Kosten für Endkunden

Dynamische Netzentgelte entlasten Stromnetze und senken Kosten für Endkunden

Michael Neißendorfer  —  

Wie dynamische Netzentgelte im Verteilnetz umgesetzt werden können – und wie sie das Laden von Elektroautos günstiger machen.

E-Autos bei TCO im Schnitt mehr als 1000 Euro pro Jahr günstiger

E-Autos bei TCO im Schnitt mehr als 1000 Euro pro Jahr günstiger

Michael Neißendorfer  —  

Ein Verbrenner ist im Schnitt pro Jahr 1000 Euro teurer als ein Elektroauto. Mit Smart Metern wären E-Autos nochmal deutlich günstiger.

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als 1000 km an einem Tag – und das mit einer Akkureichweite von nur 300 km: Ein Schweizer Logistiker zeigt, wie E-Lkw effizient eingesetzt werden können.