Shell Triple 10 Challenge: E-Auto in 9:54 Minuten geladen

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Shell

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Shell hat ein Konzeptfahrzeug vorgestellt, das gleich drei technische Ziele miteinander verbindet: eine Ladezeit unter zehn Minuten, ein Verbrauch von zehn kWh pro 100 km und ein CO2-Fußabdruck von zehn Tonnen über den gesamten Lebenszyklus. Das sogenannte Triple 10 Challenge Concept Car soll zeigen, was sich mit einem neu gedachten Thermomanagementsystem in einem kompakten E-Auto erreichen lässt.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Batterie selbst, sondern deren Kühlung. Statt auf herkömmliche Wasser-Glykol-Systeme setzt Shell auf ein dielektrisches Thermalfluid, das unter dem Namen Shell Recharge Thermalfluid entwickelt wurde. Dieses ermögliche eine direkte Immersionskühlung der Batterie sowie eine indirekte Kühlung der Antriebskomponenten, und zwar über eine vereinfachte Einkreis-Architektur. Der Vorteil: Aufwendige Rohrleitungsstrukturen entfallen, das Batteriepaket wird kompakter, das Gesamtgewicht sinkt.

Schnelles Laden ohne Hochleistungsinfrastruktur

Das Fahrzeug lädt die Batterie von zehn auf 80 Prozent in neun Minuten und 54 Sekunden. Bemerkenswert ist dabei, dass dies mit einer Ladeleistung von 175 kW erreicht wird, während viele aktuelle Modelle mit vergleichbaren Ladezeiten Leistungen von über 300 kW benötigen. Shell argumentiert, dass das Konzeptfahrzeug damit mit bestehender Ladeinfrastruktur auskommt und gleichzeitig höhere Reichweitengewinne pro Minute erzielt.

Der Verbrauch von zehn kWh pro 100 km entspricht nach Angaben des Unternehmens einer Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz um mehr als 30 Prozent gegenüber vielen heutigen Elektroautos. Möglich wird dies durch ein kleineres, effizienteres Batteriesystem. Die Kosten des Batteriesystems sollen durch die kompaktere Bauweise und die vereinfachte Architektur um rund 25 Prozent gesenkt worden sein.

Den CO2-Fußabdruck über die Lebensdauer beziffert Shell auf rund zehn Tonnen CO2-Äquivalente, was etwa 50 Prozent weniger sei als bei typischen Elektroautos in Europa. Dabei setzt die Berechnung allerdings voraus, dass das Fahrzeug über 200.000 Kilometer ausschließlich mit zertifiziertem erneuerbarem Strom geladen wird, etwa über das Shell Recharge Netzwerk in Großbritannien. Shell selbst weist darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse unter realen Bedingungen abweichen können.

Mehrere Partner an der Entwicklung beteiligt

Das Fahrzeug entstand in Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen. RML übernahm die Entwicklung des Batteriepakets und dessen Integration, Empel Systems war für Elektromotor und Antriebseinheiten zuständig. Horiba Mira führte Tests und Validierungen auf dem eigenen Testgelände durch, unter anderem unter simulierten extremen Klimabedingungen, und wies dabei auch die Kompatibilität mit konventionellen Kühlsystemen nach.

Cara Tredget, VP Mobility & Lubricants Technology bei Shell, erklärte, man habe „das Potenzial für schnelleres Laden, leichtere Systeme und eine verbesserte Effizienz über den gesamten Lebenszyklus erschlossen, dank unserer fortschrittlichen Thermalfluide“. Das Triple 10 Challenge Concept Car reiht sich in eine längere Tradition von Shell-Effizienzprojekten ein, darunter das 2016 vorgestellte Projekt M sowie das seit 2018 laufende Starship-Programm für besonders kraftstoffeffiziente Lkw.

Quelle: Shell – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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