Polestar setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit – auch im Innenraum

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Polestar

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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„Um wirklich nachhaltig zu sein, müssen wir jedes Element in unseren Autos bewerten“, so Thomas Ingenlath, CEO von Polestar, in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Diese Aussage bezieht Ingenlath auf das Interieur des Polestar 2, bei dem die Volvo-Tochter ein Zeichen setzen will. Mit veganem Interieur geht die schwedische Elektro-Performance-Marke die nächsten Schritte zur Nachhaltigkeit. Anders als andere Automobilhersteller bisher.

In Kooperation mit Fachleuten auf diesem Gebiet arbeitet Polestar verstärkt daran, das Gewicht der Fahrzeuge zu reduzieren, den Einsatz von Kunststoff zu verringern und Abfallmaterial durch innovative natürliche und recycelte Ausgangsmaterialien zu ersetzen. Denn für „Polestar geht es bei Nachhaltigkeit um weit mehr als nur den elektrischen Antriebsstrang. Mit der Entwicklung dieser innovativen neuen Lösungen, die wir in unseren Autos zukünftig einsetzen werden, setzen wir ein klares Statement und verdeutlichen unsere Absichten“, so der CEO des Unternehmens weiter.

So könnten die revolutionären powerRibsTM und ampliTexTM Technologien von Bcomp Naturfasern in leichte und sichere Innenverkleidungen für zukünftige Produktionsmodelle von Polestar umwandeln. Der Verbundwerkstoff verwendet Flachs, der sich von vielen biologischen Materialien unterscheidet, da er sowohl ideal für Fruchtfolgeprogramme ist als auch nicht direkt mit Nahrungspflanzen in Konkurrenz steht. Des Weiteren ermöglicht Bcomp ein erhebliches Gewichtsersparnis, gegenüber herkömmlich verwendeten Kunststoffen. Eine Gewichtsreduzierung von bis zu 50% und eine Kunststoffreduzierung um 80% kann erreicht werden.

Eine 3D-Stricktechnik, die in der Mode- und Aktivschuhindustrie bereits bekannt ist, kann zudem angewandt werden, um Sitzflächen zu erstellen. Abfall wird hierbei reduziert und zugleich recycelte Materialquellen gefördert. Aus einem einzigen Faden wird ein dreidimensionales Einzelbauteil in seiner Gesamtheit hergestellt. Das Grundmaterial besteht dabei zu 100% aus recyceltem Garn, das aus PET-Flaschen gewonnen wird. Abfälle entfallen im Produktionsprozess, da das Material ohne Verschnitt passgenau hergestellt wird.

Wer einen Polestar 2 fährt hat künftig zudem indirekt mit der Wein- und Fischereiindustrie zu tun. Denn Abfälle aus der Korkherstellung und sogar ganze Flaschenverschlüsse können in die PVC-Innenausstattung einfließen. Recyceltes Nylon, das aus weggeworfenen Fischernetzen gewonnen wird, kann zu gewebten Teppichen verarbeitet werden und wird über ein internationales Sammelnetzwerk gesammelt, um dieses Material unendlich zu regenerieren.

„Wichtig ist, dass wir durch die Verwendung dieser neuartigen Materialien keine Kompromisse bei Design und Luxus eingehen. Ganz im Gegenteil. Sie bieten weitere, hochwertige, moderne und stilvolle Möglichkeiten bei der Ausführung, die unsere designorientierten Produkte aufwerten. Für uns eine positive Herausforderung, die dem Innendesign eine neue Bedeutung verleiht. Denn wir sind so in der Lage, aus neuen Zusammenhängen und Technologien eine völlig neue Ästhetik herzuleiten, und leisten so einen Beitrag zur Gesellschaft.“ – Maximilian Missoni, Head of Design bei Polestar

Anfang 2020 beginnt die Produktion des Polestar 2, ab Juni wird dieser in Europa ausgeliefert. Ab 58.800 Euro kommt dieser nach Deutschland. Bereits Anfang Dezember hat die Fabrik in Luqiao im Rahmen einer Testreihe der Produktionswerkzeuge Prototypen des Polestar 2 hergestellt. Somit geht Polestar den nächsten Schritt von der reinen Markenidee hin zu einem betriebsbereiten Hersteller. Die neuen Materialien im Innenraum beweisen hierbei wie konsequent Nachhaltig das Unternehmen denkt.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 11. Februar 2020

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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