Die Nachricht dürfte in der Motorsportwelt für Aufsehen sorgen: Opel wird ab der Saison 2026/2027 erstmals in der Formel E an den Start gehen. Während sich in den vergangenen Jahren zahlreiche namhafte Automobilhersteller aus der vollelektrischen Rennserie zurückgezogen haben, wählt Opel den entgegengesetzten Weg. Das neu gegründete Opel GSE Formula E Team hat einen Vier-Jahres-Vertrag unterzeichnet und will mit dem Einstieg in die vierte Fahrzeuggeneration ein sportlicheres Markenimage aufbauen.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Audi, BMW, Mercedes, Renault und Nio haben der Formel E in den vergangenen Jahren den Rücken gekehrt. Zu gering war das Publikumsinteresse, zu hoch die Kosten bei gleichzeitig überschaubarem Technologietransfer. Auch die erhoffte Strahlkraft auf die eigenen Elektromodelle blieb hinter den Erwartungen zurück. Einst als elektrische Alternative zur Formel 1 konzipiert, konnte die Serie diesen Anspruch bislang nicht einlösen.
Dabei mangelt es der Formel E nicht an technischer Substanz. Die Einzel-Sitzer zählen zu den anspruchsvollsten Rennfahrzeugen der Welt, bewegt von einigen der besten Fahrer:innen im Motorsport. Dazu bieten die Innenstadtrennen in Metropolen wie Miami, Monaco, Berlin, Tokio und London ein Rahmenprogramm, das weit über den reinen Motorsport hinausgeht.
Opel selbst blickt auf eine jahrzehntelange Motorsporttradition zurück, die vor allem im Rallye- und Tourenwagensport verwurzelt ist. Als die Marke finanziell unter Druck geriet und von General Motors zu Stellantis wechselte, verschwand der Motorsport weitgehend aus dem Portfolio. Übrig blieb ein elektrischer Rallye-Markenpokal zur Nachwuchsförderung. Stellantis-CEO Antonio Filosa setzt nun offenbar auf einen größeren Auftritt.
Stellantis bleibt der Formel E seit Beginn treu
Der Stellantis-Konzern gehört zu den wenigen Akteuren, die der Formel E seit deren Gründung die Treue halten — wenngleich mit teils jährlich wechselnden Marken aus dem eigenen Verbund. Team, Technik und Fahrer:innen blieben dabei mitunter erhalten. In der laufenden zwölften Saison sind Porsche, Maserati, DS, Jaguar, Lola, Mahindra und Nissan vertreten.
Mit dem Einstieg zur Saison 2026/2027 übernimmt Opel die Stellantis-Präsenz unter eigenem Namen. „Die Formel E markiert den nächsten Meilenstein auf unserem Weg in eine elektrische Zukunft“, sagt Opel-CEO Florian Huettl. Der Start der vierten Rennwagengeneration sei „genau der richtige Zeitpunkt, um in diesen spannenden vollelektrischen Rennzirkus einzusteigen“. Das Team solle zeigen, wofür die Marke stehe: „deutsche Ingenieurskunst, mutiges Design und eine elektrisierende Performance.“
Die technischen Eckdaten der neuen Gen-4-Boliden unterstreichen den Leistungssprung. Bis zu 600 kW stehen im Trainingsmodus zur Verfügung, die Kapazität zur Energierückgewinnung steigt auf bis zu 700 kW. Erstmals kommt ein permanenter Allradantrieb zum Einsatz, der auf den bisweilen engen Stadtkursen für deutlich mehr Grip sorgen soll. Ab Herbst geht es auf Rennstrecken in aller Welt um Platzierungen und Siege.
Quelle: Per Mail








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