Nissan Aura Nismo RS: Rennsporttechnik für den Alltag?

Nissan Aura Nismo RS: Rennsporttechnik für den Alltag?
Copyright ©

Nissan

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Nissan hat auf dem Tokyo Auto Salon 2026 ein neues Konzeptauto präsentiert, das den Anspruch der Marke auf sportlich geprägte Kompaktmodelle neu auslotet. Mit dem Nissan Aura Nismo RS Concept zeigt der Hersteller eine technische Machbarkeitsstudie, die seriennahe Lösungen mit Motorsporttechnik verbindet und gleichzeitig offenlässt, ob daraus ein Modell für den regulären Verkauf entstehen kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich ein leistungsorientierter Anspruch mit einem elektrifizierten Antriebskonzept im Alltag verbinden lässt.

Ausgangspunkt für das Konzept ist der bekannte Aura Nismo, dessen Grundform deutlich weiterentwickelt wurde. Die Karosserie ist breiter, flacher und stärker auf Abtrieb ausgelegt. Nissan spricht von einer klar funktionalen Ausrichtung, bei der jedes Bauteil einen aerodynamischen Zweck erfüllt. Gegenüber dem Serienpendant wuchsen die Kotflügel um 145 Millimeter in die Breite, während die gesamte Karosserie um zwanzig Millimeter tiefergelegt wurde. Diese Eingriffe senken den Schwerpunkt und verändern die Proportionen des Autos sichtbar.

Ergänzt wird der Auftritt durch eine Reihe gezielter Aerodynamikmaßnahmen. Ein ausgeprägter Frontspoiler, neu gestaltete Seitenschweller und ein Heckdiffusor mit roten Nismo-Akzenten prägen das Erscheinungsbild. Hinzu kommen spezielle vordere Kotflügel zur Luftführung, seitliche Splitter sowie ein eigenständig entwickelter Heckspoiler. Laut Nissan dienen diese Elemente nicht der optischen Überzeichnung, sondern sollen den Abtrieb erhöhen und gleichzeitig den Luftwiderstand senken. Die matte Lackierung in Dark Matte Nismo Stealth Grey unterstützt diesen Ansatz, da sie unabhängig vom Lichteinfall eine homogene Wirkung erzeugt.

Unter der Karosserie setzt Nissan auf eine Kombination aus bewährter Leichtbauarchitektur und einem bekannten Antriebskonzept. Zum Einsatz kommt der e-Power-Antrieb aus dem Nissan X-Trail Nismo, der elektrische Kraftübertragung mit einem Verbrenner als Generator verbindet. Die Entwickler nutzten ihre Motorsport-Erfahrung, um das Zusammenspiel von Beschleunigung, Fahrverhalten und Verzögerung weiter zu verfeinern. Ziel war es, trotz zusätzlicher Technik ein ausgewogenes Gesamtpaket zu erreichen.

Die breitere Spur verbessert laut Hersteller die Stabilität sowohl bei Geradeausfahrt als auch in Kurven. Besonders griffige Reifen tragen zur höheren Seitenführung bei, während die von Nismo abgestimmte e-4orce-Allradtechnologie die Kraftverteilung situationsabhängig regelt. Dadurch soll das Auto auch bei sportlicher Gangart berechenbar bleiben. Für die Verzögerung sorgen große Bremsanlagen mit gegenüberliegenden Kolben, vier an der Vorderachse und zwei hinten. Nissan betont, dass diese Auslegung selbst mit einer Gewichtszunahme von rund 100 Kilogramm gegenüber dem Aura Nismo eine konstante Bremsleistung ermöglicht.

Quelle: Nissan – Pressemitteilung

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Nissan Elektroautos

Serienstart des neuen Nissan Leaf – Eindrücke vom Werk

Serienstart des neuen Nissan Leaf – Eindrücke vom Werk

Vanessa Lisa Oelmann  —  

Erster Produktionstag des neuen Leaf: Akkueinbau in 56 Sekunden, 78 Roboter an der Karosserie und ein Werk im Wandel zur E-Auto-Fabrik. Wir haben es besucht.

Hinter den Kulissen: Wo der Akku des Nissan Leaf entsteht

Hinter den Kulissen: Wo der Akku des Nissan Leaf entsteht

Vanessa Lisa Oelmann  —  

Hinter Reichweite und Ladeleistung steckt aufwändige Industriearbeit im Reinraum. Die AESC-Gigafactory zeigt, wie Batterien für den neuen Nissan Leaf entstehen.

Nissan integriert KI von Wayve für autonomes Fahren

Nissan integriert KI von Wayve für autonomes Fahren

Michael Neißendorfer  —  

Die Wayve-Technologien mit ihrer auf künstlicher Intelligenz basierenden Software sollen in die nächste Generation des ProPilot von Nissan integriert werden.

Renault und Nissan prüfen Neustart der Allianz

Renault und Nissan prüfen Neustart der Allianz

Sebastian Henßler  —  

Die Allianz von Renault und Nissan könnte vor einem Neustart stehen. Personalwechsel, Verluste und strategische Zwänge öffnen Raum für neue Kooperationen.

Nissan: Endlich wieder schwarze Zahlen, aber weniger Verkäufe

Nissan: Endlich wieder schwarze Zahlen, aber weniger Verkäufe

Laura Horst  —  

Nissan erreicht im dritten Quartal wieder die Gewinnzone, rechnet aber bis zum Ende des Geschäftsjahres mit einem Gesamtverlust von etwa 1,5 Milliarden Euro.

Nissan nutzt KI für schnellere Fahrzeugentwicklung

Nissan nutzt KI für schnellere Fahrzeugentwicklung

Michael Neißendorfer  —  

Nissan will mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) die Fahrzeugentwicklung weiter beschleunigen, um neue Modelle schneller auf den Markt zu bringen.