Mercedes‑Benz eSprinter: 475 km Fahrt mit einer Akku-Ladung

Cover Image for Mercedes‑Benz eSprinter: 475 km Fahrt mit einer Akku-Ladung
Copyright ©

Mercedes-Benz

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Ende vergangenen Jahres hat Mercedes-Benz Vans die nächste Generation des eSprinter auf Basis einer neu entwickelten Plattform angekündigt. Ab Februar 2023 ist es dann soweit, dass der neue Mercedes-Benz eSprinter das Licht der Welt erblickt. Im Herbst 2022 hat er bereits eine Testfahrt von Stuttgart nach München und zurück – mit nur einer Akkuladung und ohne Nachladen – zurückgelegt.

Mit nur einer Akkuladung und ohne Nachladen führte die Route vom Mercedes‑Benz Museum in Stuttgart bis zum Flughafen München und wieder zurück. Wie Mercedes in seiner entsprechenden Mitteilung ausführt konnte der Stromer eine Streckenlänge von 475 Kilometer bei einem Stromverbrauch von 21,9 kWh auf 100 Kilometer zurücklegen. Der niedrigste Streckenabschnitt lag bei 210 Höhenmetern, der höchste bei 785 Metern über Normalhöhennull. Nach Ankunft zeigte das Kombiinstrument eine verbleibende Restreichweite von ca. 20 km an. An Bord waren zwei Fahrer (à 80 Kilogramm) sowie eine Zuladung von 120 Kilogramm bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 73,5 km/h. Wobei die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h limitiert war.

Bei der Testfahrt hat man auf eine praxisnahe Fahrzeugkonfiguration für den KEP-Einsatz (Kurier-, Express-, Paketdienst) gesetzt. Hierzu hat man einen extralangen eSprinter mit Hochdach ausgewählt, um zu zeigen: Der neue Mercedes‑Benz eSprinter ist auf Effizienz getrimmt. „Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten und ein hohes Ladevolumen bei gleichzeitig großer Reichweite machen den eSprinter zu einem der variabelsten elektrischen Large Vans der Welt“, so Mercedes in seiner Mitteilung.

Um reale Bedingungen einer Express-Lieferung zwischen Stuttgart und München herzustellen, wurde die Fahrt nicht auf einer abgesperrten Teststrecke oder gar einem Prüfstand absolviert, sondern im innerstädtischem Verkehr sowie auf Bundesstraßen und Autobahnen und das bei realen topografischen Streckenbedingungen wie beispielsweise dem Anstieg auf die Schwäbische Alb. Dabei ist für die Kunden sicherlich von besonderem Interesse, dass die Reichweite sich im Vergleich zum aktuellen eSprinter je nach Konfiguration mehr als verdoppeln kann.

Gefertigt wird die nächste Generation des eSprinter in insgesamt drei Werken von Mercedes-Benz Vans. Das geht aus einer Mitteilung hervor. Es handelt sich dabei um die Sprinter-Werke in Charleston (USA), Düsseldorf und Ludwigsfelde. Dabei soll der eSprinter auf drei Batterie-Varianten sowie mehrere Aufbauvarianten vom Kastenwagen, bis hin zum Fahrgestell für Kofferaufbauten ausgestattet sein.

Ab Mitte des Jahrzehnts setzt Mercedes‑Benz Vans mit VAN.EA (Mercedes‑Benz Vans Electric Architecture) die nächste Stufe seiner Elektrifizierungsstrategie um: Ab 2025 werden alle mittelgroßen und großen Vans, die auf der neuen modularen Architektur basieren, rein elektrisch sein.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


MMM:

Nicht wenige dieser Transporter fahren aber auch viel Luft spazieren. Bei Handwerkern ist es nicht unüblich, eine fahrende Werkstatt zu haben, da braucht man Ordnung für Werkzeug und Material, die Zuladungsgrenzen spielen da selten eine Rolle. Ich sehe das oft bei Heizungsbauern, Elektrikern, Stuckateuren, Dachdeckern… was da an schwerem oder voluminösem Material kommt (Ziegeln, Außendämmung, komplette Heizungsanlagen,…), sprengt die Möglichkeiten eines solchen Transporters ohnehin.
Für diejenigen, die das Auto tatsächlich für den Massentransport über größere Distanzen bräuchten, ist es vielleicht noch nicht das richtige Angebot.

Ist aber nicht schlimm. Von heute auf morgen können schon aus Gründen der Produktionskapazitäten nicht alle umsteigen, also lassen es verschiedene Kundenkreise aktuell halt noch.
Die springen dann beim nächsten oder übernächsten Technologiesprung auf.

Juergen:

Sie haben natürlich recht. Allerdings werden in den meisten Großstädten die zulässigen Stickoxidgrenzen überschritten. Statt Strafzahlungen an die EU zu leisten, werden die Städte vermutlich als erstes den Gewerbeverkehr „verstromen“. Parallel Fahrverbote für Diesel in bestimmten Zonen oder ganz (wie in Stuttgart) bei gleichzeitiger Förderung von Gewerbe-BEV.

MMM:

Wer Angst vor „10%“ hat, dem helfen vermutliche 50 Rest-km bei 0% auch nicht weiter.
Da kommt der nie an, weil er vorher als Nervenwrack ausgestiegen ist.
Wichtiger ist, dass die Leute lernen, dass die Anzeigen verlässlicher sind, als sie es bei Verbrennern waren. Und dass sie sicher zur nächsten Ladesäule kommen.
Wobei krasse Leistungsbegrenzungen bei 1-stelligem SOC nicht hilfreich sind ;-)

Hartmut:

Das ist nicht korrekt. Auch PKW über 3,5t zulässigen Gesamtgewichtes darf mit dem Führerschein der Kl. B niemand fahren. Für 5,5t benötigt man, ganz gleich ob es ein PKW, ein LKW oder ein sonstiges Kraftfahrzeug ist, immer eine besondere Fahrerlaubnis (die Klasse C1, und die hat der normale „Sprinterfahrer“ nicht).

Matthias Geiger:

Ein Firmenfahrzeug wird nach dem Preis/Leistungsverhältnis gekauft. Wenn man für ca. 40.000 Euro (netto) einen Transporter bekommt mit Zuladung von ca. 2 Tonnen und einer Reichweite von 600-800 km. Warum soll man mehr Geld für 475 km Reichweite und wesentlich weniger Zuladung
ausgeben ? Das können nur Firmen machen die es sich leisten können bzw. das Experiment mitmachen. Handwerker haben weder das Geld noch die Zeit sich mit derartigen Rechenbeispielen zu beschäftigen.

David:

Nein, der Wagen geht bis 5,5t und ist dennoch PKW. Das liegt daran, dass die Definition nicht direkt am Gewicht hängt. Trotzdem ist ein aufgelasteter Sprinter auch als Benziner auf 90 km/h begrenzt. Man hat sich Mühe gegeben, die PKW-Zulassung zu erreichen, weil heutzutage niemand mehr einen 7,5t LKW fahren darf.

Silverbeard:

Gefühlt behaupte ich jetzt mal: Ein extralanger Transporter mit Hochdach wird mehr als 210kg Zuladung haben. Diese Fahrzeugvariante wäre unnötig, es sei denn, man will Bällebäder oder Baudämmplatten transportieren.

Mit entsprechendem Führerschein kann auch noch das Gesamtgewicht erhöht werden. Wenn die Höchstgeschwindigkeit auf 90km/h beschränkt war, war der Wagen wahrscheinlich als LKW angemeldet. Dann sind mehr als 2,5t Gesamtgewicht erlaubt.

Daniel W.:

Wer nur 250 km Reichweite braucht, der könnte bei einer leichteren Batterie rund 300 kg mehr zuladen.

110 kWh bei 11 kW an der Wallbox sind theoretisch 10 Stunden, bei 66 kWh theoretisch 6 Stunden.

Wolfbrecht Gösebert:

„… Mercedes wird die eSprinter schon bald auch mit Wasserstoff (Range Extender) anbieten.“

<lach> … Mit eReichweite >400 km weißt Du ja:
Kaufpreis+Betriebskosten-Rechnung (TCO) machen H2-Stückzahlen völlig absurd!

MMM:

Alle Szenarien deckt dieser Test noch nicht ab. Es zeigt aber: ein Praxisnutzen ist da, man braucht bei den meisten Aufgaben keine Angst zu haben, als Monteur sprichwörtlich auf der Strecke zu bleiben. 300 km sollten selbst unter widrigen Bedingungen drin sein.

Ähnliche Artikel

Cover Image for EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

Daniel Krenzer  —  

In Deutschland steigt der Anteil von Elektroautos in diesem Jahr besonders stark an. Frankreich hingegen schwächelte.

Cover Image for PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

Sebastian Henßler  —  

Europas Batteriebranche kämpft mit hohen Kosten, fehlendem Know-how und dem Vorsprung asiatischer Wettbewerber – PEM-Professor Heimes zeigt die Folgen.

Cover Image for IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

Michael Neißendorfer  —  

Kunden dürfen sich auf ultrakurze Ladezeiten und hohe Reichweiten freuen, so Capgemini-Analyst Sulek, die E-Mobilität wird also nochmals alltagstauglicher.

Cover Image for MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

Daniel Krenzer  —  

Mit einer Produktoffensive will die SAIC-Marke vor allem auf dem Heimatmarkt mehr Kunden von seinen E-Autos überzeugen.

Cover Image for Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Michael Neißendorfer  —  

Porsche stattet den vollelektrischen Macan mit neuen Assistenzsystemen und digitalen Features aus. Im Fokus stehen mehr Komfort beim Parken, Laden und Ziehen.

Cover Image for Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Laura Horst  —  

Führende südkoreanische Autohersteller und Batterieunternehmen wollen gemeinsam die Batteriesicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.