Energiekonzern ENGIE übernimmt Ladeinfrastruktur-Spezialisten EV-Box

Energiekonzern ENGIE übernimmt Ladeinfrastruktur-Spezialisten EV-Box
Copyright:

EV-Box

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Electrive.net scheint am Puls der Zeit zu sein, denn erst vergangene Nacht wurde der Deal zwischen dem französische Energiekonzern ENGIE sowie dem holländischen Ladeinfrastruktur-Spezialisten EV-Box unter Dach und Fach gebracht. Die Übernahme von EV-Box könnte dazu führen, dass ein neues eMobility-Schwergewicht in Europa entsteht. Informationen zum Kaufpreis sowie genaue Vertragsdetails sind bisher nicht bekannt.

Bekannt ist allerdings, dass EV-Box mit bereits über 40.000 Ladestationen in 24 Ländern vorne mit spielt, im Bereich des Angebots für Ladeinfrastruktur. Gegründet wurde das Unternehmen 2010 und ist insbesondere in den vergangenen Jahren und mit dem Elektromobilitätsboom gewachsen. Hierbei hat EV-Box sehr stark von der Förderung der Elektromobilität in Holland profitiert, wodurch frühzeitig auch ein Markt für Ladeinfrastruktur entstehen konnte. Derzeit sind mehr als 65 Mitarbeiter bei EV-Box beschäftigt. Wobei diese vor allem in der Zentrale in Amsterdam, als auch in den weiteren Büros in Antwerpen, Paris, New York und London anzutreffen sind.

EV-Box verdient sein Geld mit dem Verkauf eigener Ladestationen, Betreiber-Software und weitere Dienstleistungen, welche sich rund um die Infrastruktur ergeben. Zu den Kunden zählen sowohl Unternehmen und öffentliche Einrichtungen oder Kommunen, aber auch Privathaushalte. Gerade im Gründungsland Holland ist EV-Box schon seit längerer Zeit Marktführer. In den vergangenen Jahren wagte man sich langsam auf neue Märkte. Darunter sind die europäischen Leitmärkte in Skandinavien, aber auch Belgien, Frankreich, Deutschland, England und die USA vorzufinden.

Gerade diese Wachstumsstrategie dürfte das Unternehmen für den französische Energiekonzern ENGIE interessant gemacht haben. Da das Unternehmen die Chance sieht seine Position im Bereich der E-Mobilität auszubauen und zu festigen. In der Pressemitteilung von ENGIE heißt es:

 „Thanks to this combination, ENGIE intends to be a major global player in this space facilitating the development of clean mobility for its customers, while providing the essential energy solutions to manage the energy needs of electric vehicle charging for customer sites and the electricity network.“

Mit der bisherigen Basis von EV-Box sowie einem funktionierenden Konzept, als nun auch mit ENGIE als Antrieb, könnte sich das Unternehmen in Europa in der Tat zu einem Marktführer im Bereich der Ladeinfrastruktur etablieren. Konkurrenz ist natürlich auch noch da, so steht Chargepoint – Marktführer aus den USA – vor dem Start in Europa. Persönlich bin ich mir jedoch sicher, dass gerade die Konkurrenz im Markt dazu führen wird, dass sich nun etwas bewegt und zwar in großen Schritten.

Quelle: Electrive.net – Allianz für Ladeinfrastruktur: ENGIE übernimmt EV-Box

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

Daniel Krenzer  —  

T&E warnt: Weicht die EU das Verbrenner-Aus weiter auf, könnten 34 Batteriefabriken in Northvolt-Größe verloren gehen – ein Milliardendesaster.

Chinesische Hersteller als Retter deutscher Autofabriken?

Chinesische Hersteller als Retter deutscher Autofabriken?

Wolfgang Gomoll  —  

Allein der Gedanke, chinesische Autos in deutschen Werken zu produzieren, schlägt derzeit hohe Wellen. Allerdings überwiegen die Chancen den Risiken.

Kommentar: VDA-Alarm – legitime Sorge, fragwürdige Forderung

Kommentar: VDA-Alarm – legitime Sorge, fragwürdige Forderung

Sebastian Henßler  —  

Der VDA warnt vor 125.000 Jobverlusten und fordert Technologieoffenheit. Aber Europa und China kaufen E-Autos – wer profitiert dann von Verbrenner-Ausnahmen?

VDA: Technologieoffenheit könnte 50.000 Jobs retten

VDA: Technologieoffenheit könnte 50.000 Jobs retten

Sebastian Henßler  —  

Der VDA erwartet bis 2035 den Verlust von 225.000 Autojobs – 35.000 mehr als bisher. Neue Stellen entstehen zunehmend im Ausland statt in Deutschland.

200 Milliarden Euro: Europas Wette auf das E-Auto

200 Milliarden Euro: Europas Wette auf das E-Auto

Sebastian Henßler  —  

Europas Länder haben fast 200 Milliarden Euro in Elektromobilität investiert – mit dem klaren Ziel, die Abhängigkeit von China bei Batterien zu verringern.

EVP setzt sich in EU für Zukunft des Verbrenners ein

EVP setzt sich in EU für Zukunft des Verbrenners ein

Daniel Krenzer  —  

Die konservativen politischen Kräfte setzen sich für weitere Lockerungen für Verbrenner sowie die dauerhafte Anerkennung von E-Fuels aus.

„Jede Ölpreiskrise ist ein Turbo für die Elektromobilität“

„Jede Ölpreiskrise ist ein Turbo für die Elektromobilität“

Michael Neißendorfer  —  

Und das „nicht aus Ideologie, sondern aus rein wirtschaftlichem Denken“, so Guillaume Dejean, Branchenexperte bei Allianz Trade.