Alfa Romeo legt sich beim Antrieb seiner künftigen Modelle nicht auf eine einzige Technologie fest. Mit dem Konzeptauto Cuorerosso, das die italienische Marke auf dem Pariser Autosalon zeigt, skizziert der Hersteller einen Multi-Energie-Ansatz, der künftig eine zentrale Rolle im Modellprogramm spielen soll. Vorgesehen sind vollelektrische Antriebe ebenso wie Plug-in-Hybride, Mild-Hybride und Vollhybride. Die Studie soll zudem zeigen, wie sich die Elektrifizierung in die Designsprache der Marke einfügt.
Grundlage ist eine Plattform, die verschiedene Antriebsvarianten für wichtige Fahrzeugsegmente ermöglicht. Bei einer Karosserielänge von bis zu 4,70 Metern sind nach Herstellerangaben auch Hochleistungsmodelle mit dem traditionellen Namenszusatz Quadrifoglio denkbar. Als Beispiel nennt Alfa Romeo einen V6-Verbrenner mit 2,9 Litern Hubraum in Kombination mit Vollhybridtechnik, Q4-Allradantrieb, Automatikgetriebe und einer Kardanwelle aus Kohlefaser. Unterschiedliche Nutzungsanforderungen sollen so abgedeckt werden, ohne dass der Charakter der Marke verloren geht.
Ausdrücklich versteht das Unternehmen den Cuorerosso weder als Vorgriff auf ein konkretes Serienmodell noch als reine Designstudie. Vielmehr soll das Konzept als Manifest dienen, an dem sich die Gestaltung kommender Modelle orientiert. Innerhalb der Stellantis-Gruppe besetzt die 1910 gegründete Marke die Rolle der Premium-Sportmarke. Santo Ficili, CEO von Alfa Romeo und Maserati, beschreibt die Richtung als Zukunft, “die unterschiedlichen Antriebslösungen offensteht und in der Technologie, Funktion und Qualität stets im Dienst von Emotionen und Fahrfreude stehen”.

Hinter diesem Anspruch steht die Designphilosophie Bellezza Necessaria, die “Schönheit des Notwendigen”. Sie verzichtet auf Überflüssiges, reduziert technische Komponenten auf das Wesentliche und weist jedem Element eine klar definierte Funktion zu. Drei Werte prägen das Konzept: die italienische Designtradition, das Streben nach Dynamik und Fahrfreude sowie die Farbe Rot, die bei Alfa Romeo seit jeher für Leidenschaft und Motorsport steht.
Alfa Romeo Cuorerosso: Wie eine Skulptur aus einem Guss
Bereits nach wenigen Tagen wechselten die Designer:innen des Centro Stile von ersten Skizzen zur dreidimensionalen Modellierung. Zunächst entstand die Form aus einem einzigen Block, ohne Räder, Verglasung oder Lichtsignaturen. Schritt für Schritt trug das Team Material ab, bis die endgültige Gestalt sichtbar wurde. Herausgekommen ist ein monolithischer Körper, dessen Oberflächen fließend ineinander übergehen und selbst im Stand Bewegung vermitteln.
Lackiert ist die Karosserie im neuen Farbton Liquid Ink Red. Eine feine Aluminiumbasis wird dabei mit einer farbigen, transparenten Schicht kombiniert, sodass Licht in die Oberfläche eindringt und von innen reflektiert wird. Aus einem anderen Blickwinkel erscheint der Lack schwarz. Die geschmiedeten Leichtmetallräder greifen das Design einer Telefonwählscheibe auf, ihre Öffnungen sollen Gewicht sparen und die Aerodynamik verbessern.

Für sportliche Fahreigenschaften sorgen ein Luftfahrwerk und eine Keramikbremsanlage von Brembo. Hinzu kommt eine elektronische Lenkung (Steer-by-Wire), die eine Neuinterpretation des klassischen Dreispeichenlenkrads erlaubt. Haptisches und akustisches Feedback der mechanischen Bedienelemente soll dennoch eine unmittelbare Verbindung zwischen der Person am Lenkrad und dem Auto herstellen.
Im Cockpit arbeitet das vollständig digitale Zentralinstrument Cannocchiale Vivente, das die Teleskopanzeigen klassischer Modelle der Marke neu interpretiert. Zwei Darstellungen stehen zur Wahl: Immersivo mit zwei getrennten Elementen und Concentrato, das beide Displays zu einer Einheit verbindet. Technische Basis ist das STLA SmartCockpit von Stellantis. In den Fahrmodi Cruise, Sport und Quadrifoglio nimmt die Informationsmenge mit steigender Sportlichkeit ab, bis nur noch das unbedingt Nötige zu sehen ist.
Rotes Licht, recyceltes Leder und Segelstoff
Auf dem Mitteltunnel sitzt das sogenannte Magma-Display, das Drehregler und Kippschalter mit einem Touchscreen verbindet. Auch die Ambientebeleuchtung übernimmt Aufgaben: Im Modus Quadrifoglio wird sie gedimmt, um Ablenkungen zu verringern. Die schmale Armaturentafel ist vom Supersportwagen 33 Stradale und dessen Vorgänger aus den 1960er-Jahren inspiriert. Konturierte Einzelsitze bieten Platz für bis zu vier Personen, der Einstieg erfolgt über nach hinten öffnende Türen.

Bei den Materialien kombiniert Alfa Romeo Handwerk mit Recycling. Eines der verwendeten Leder besteht zu 60 Prozent aus Abfällen der industriellen Verarbeitung hochwertiger Polsterleder. Handveredeltes Nubukleder der Manufaktur Poltrona Frau kommt nur dort zum Einsatz, wo es direkten Kontakt zu den Insassen gibt. Aus der Partnerschaft mit Luna Rossa, dem italienischen Team im America’s Cup, stammt ein transparenter Monofilamentstoff auf der Armaturentafel, der auch in der Bekleidung der Segler:innen steckt.
Quelle: Alfa Romeo – Pressemitteilung








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