Aiways sieht sich mit klarem Elektro-Fokus im Vorteil

Aiways sieht sich mit klarem Elektro-Fokus im Vorteil
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Während sich viele Hersteller schwer mit der Umstellung auf elektrische Fahrzeuge täten, sieht sich Aiways mit seinem klaren Fokus auf elektrische Modelle im Vorteil, heißt es in einer Pressemitteilung des chinesischen Autobauers. Ein schlankes, von Siemens entwickeltes Fertigungsverfahren ermögliche, dass in Shangrao mit nur 1200 Mitarbeitern jährlich bald 300.000 Fahrzeuge produziert werden können. „Der Umstieg auf Elektromobilität hat viele Prozesse in einer sehr konservativen Branche auf den Prüfstand gestellt. Nie war der Innovationsdruck größer, nie war die Zahl neuer Wettbewerber größer. Aiways hat sich mit einer hoch automatisierten und hoch digitalisierten Fertigung in Shangrao und einer extrem flexiblen Fahrzeugarchitektur einen smarten Vorteil verschafft“, schreibt das Unternehmen.

Die Automobilindustrie befindet sich in der größten Umbruchphase seit ihren Anfängen vor mehr als hundert Jahren. Neue, agile Fahrzeughersteller stellten Konventionen in Frage und setzen eine technologische Revolution in Gang. „Es ist das erklärte Ziel von Aiways in dieser neuen Konstellation völlig neue Wege zu gehen“, schreibt das Unternehmen. Aiways gehe diesen Weg konsequent und zu 100 Prozent elektrisch: „Wir bauen innovative Autos für eine bessere Zukunft nachhaltiger Mobilität und entwickeln völlig neue Welt für ihre Passagiere“, verspricht Firmengründer Samuel Fu. Dabei liege der Fokus aber auch auf erschwinglicher, geräumiger und sicherer Elektromobilität, denn Aiways will den Umstieg von konventionellen Antrieben für alle erleichtern und die Technologie zugänglicher machen.

Basis für diese Revolution sei die innovative „More Adaptable Structure“-Plattform. Der Name verrate bereits ihre Vielseitigkeit, der sie mit bis zu 15 möglichen auf ihr aufbauenden Modellen Rechnung trage. Ihre Wandlungsfähigkeit sei dabei nicht nur auf die verschiedenen Karosserieformen, sondern sogar Fahrzeugsegmente und Antriebsvarianten bezogen. Neben den bereits bekannten kompakten SUV und SUV-Coupé-Modellen Aiways U5 und Aiways U6 seien sowohl kleinere, als auch größere Varianten im SUV-Segment denkbar. Die MAS-Plattform könne aber auch Familienvans (MPV) oder klassische Limousinen und die gerade für Europa sehr wichtigen Kombis tragen.

„Unsere Plattform ist das Herzstück der Marke. Mit ihrem intelligenten Aufbau können wir bis zu 90 Prozent Kommunalität erreichen“, erklärt Dr. Alexander Klose, Executive Vice President Overseas Operations bei Aiways. „Das spart extrem viel Entwicklungszeit ein und ermöglicht es uns, jedes Jahr ein neues Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Gerade im Segment der kleinen und kostensensiblen Elektroautos wird uns dies einen deutlichen Wettbewerbsvorteil schaffen.“

Aiways: Eine der modernsten Produktionsstätten der Welt

Mit einer Automationsrate von über 90 Prozent und dem Einsatz innovativer Fertigungsverfahren zähle das Aiways Produktionswerk in Shangrao laut eigener Aussage zu den modernsten der Welt. Es sei aber vor allem das zusammen mit Siemens entwickelte „Aiways Smart Factory“-System, das das Werk wirklich einzigartig mache. Die Aiways AI Research-Entwicklung betreibe einen digitalen Zwilling der Fertigung, der in Echtzeit die realen Produktionsprozesse nachbilde und einen konstanten Soll-/Ist-Wert-Abgleich tätige. „Ob exakten definiertes Timing, zu nutzendes Rohmaterial oder zu verwendende Werkzeuge: Die virtuelle Welt und die reale Fertigung sind stets im gleichen Takt. Somit kann nicht nur im Vorfeld das beste Layout für die Produktion gefunden werden, so kann vor allem im Betrieb 100-prozentige Qualität gewährleistet werden“, schreibt Aiways.

Aiways-Produktion-Robtoer
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Um diesen Anspruch auch langfristig abzusichern, vertraue Aiways bei der Wahl der Zulieferer und Dienstleister nur auf die besten Namen im Wettbewerb. So sei der Karosseriebau des Werks in Shangrao von Kuka ausgerüstet. Die 410 Roboter seien in der Lage, 30 Rohbau-Karosserien pro Minute zu fertigen. Die von Eisenmann ausgerüstete, fast 60.000 Quadratmeter große Lackiererei benötige bis zu 50 Prozent weniger Energie und erzeuge auch dank der von BASF zugelieferten Lacke nahezu 90 Prozent weniger zu recycelnde Chemikalien im Vergleich zu konventionellen Anlagen. Das Herzstück der Anlage, die Montage, sei komplett vom deutschen Spezialisten Dürr ausgerüstet worden und werde ebenfalls in Echtzeit von der Cloud-basierten virtuellen Zwillings-Fabrik überwacht.

Aktuell können am Standort Shangrao 150.000 Fahrzeuge jährlich gefertigt werden. Bis zu sechs verschiedene Modelle können parallel ohne Umrüstarbeiten vom Band laufen und für eine Erweiterung sind nur geringe Maßnahmen erforderlich. Die geplante Höchstauslastung des fortschrittlichen Werks beträgt bei 1200 Mitarbeitern bis zu 300.000 jährliche Einheiten“, heißt es in der Mitteilung.

Quelle: Aiways – Pressemitteilung vom 09.03.2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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