3028 Kilometer mit der Energie einer Kaffeemaschine

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Sonnenwagen Aachen e.V. | Symbolbild aus 2025

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Ein studentisches Team aus Aachen bereitet sich auf einen der anspruchsvolleren Wettbewerbe der Elektromobilität vor: Mit einem neuen Solarauto will Sonnenwagen Aachen 2027 erstmals auf das Podium der Bridgestone World Solar Challenge in Australien fahren. Der Verein aus Studierenden der RWTH und der FH Aachen entwickelt dafür bereits die sechste Generation seines Solarrennwagens.

Über die 3028 Kilometer lange Strecke von Darwin nach Adelaide soll das Fahrzeug mit einer durchschnittlichen Leistung auskommen, die kaum über der einer haushaltsüblichen Kaffeemaschine liegt. Vereinsvorsitzender Nassim Lagrou beschreibt das Rennen als „Bewährungsprobe“, in der sich monatelange Entwicklungsarbeit und das Vertrauen in das gesamte Team messen lassen.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2015 hat sich das Team kontinuierlich in der internationalen Solarrennszene etabliert. Beim Debüt bei der Bridgestone World Solar Challenge 2017 belegte der erste Sonnenwagen Platz 16 und wurde zusätzlich als bester Newcomer ausgezeichnet. Bereits 2020 waren wir mit dem Team im Austausch. Weil die Weltmeisterschaft 2021 pandemiebedingt ausfiel, wich das Team auf die einmalig ausgetragene Solar Challenge Morocco aus und erreichte dort mit dem Fahrzeug Covestro Photon nach 5560 Höhenmetern durch das Atlasgebirge Platz fünf.

Bei der iLumen European Solar Challenge in Belgien holte das Team 2022 mit einem Doppelsieg von Covestro Photon und Covestro Sonnenwagen seinen ersten internationalen Titel, 2024 folgten Platz zwei und drei für Covestro Photon und Covestro Adelie. Mit dem aktuellen Modell Covestro Æthon erreichte das Team 2025 unter rund 40 internationalen Hochschulteams den vierten Platz bei der Weltmeisterschaft in Australien und übertraf damit seine bisherigen Ergebnisse dort.

Neue Zellkombination: Wie Æthon die Sonne effizienter nutzt

Von Fahrzeuggeneration zu Fahrzeuggeneration hat sich die Technik der Aachener Solarautos spürbar weiterentwickelt. Der erste Sonnenwagen aus dem Jahr 2017 fuhr mit monokristallinen Siliziumzellen und einem Wirkungsgrad von rund 23 Prozent. Sein Nachfolger von 2019 setzte auf Galliumarsenid-Solarzellen mit mehr als 34 Prozent Wirkungsgrad und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 144 Kilometern pro Stunde. Covestro Æthon, der fünfte und bislang letzte Sonnenwagen, kombiniert seit 2025 erstmals Silizium- und Perowskitzellen auf sechs Quadratmetern Solarfläche. Für die Saison hatten die Regularien der Bridgestone World Solar Challenge die erlaubte Solarfläche verdoppelt und im Gegenzug die zulässige Batteriekapazität halbiert.

Weil eine Rennsaison im Solarsport zwei Jahre dauert, wird das Team bei Sonnenwagen Aachen jeweils komplett neu zusammengesetzt. Für die laufende Saison zählt der Verein 48 Mitglieder aus 19 Studiengängen der RWTH und der FH Aachen, aufgeteilt auf sieben Abteilungen von Aerodynamik über Elektrotechnik bis Fahrstrategie. Den Wissenstransfer zwischen den Jahrgängen sichert ein Alumni-Netzwerk von mittlerweile mehr als 190 ehemaligen Mitgliedern. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Covestro als Hauptsponsor sowie von Mercedes-Benz, Siemens und weiteren Partnern aus Industrie und Wissenschaft.

Der Weg zur Weltmeisterschaft 2027 beginnt für das Team bereits im September 2026 bei der iLumen European Solar Challenge auf dem belgischen Circuit Zolder, dem einzigen 24-Stunden-Solarrennen der Welt. Dort tritt Sonnenwagen Aachen mit den beiden aktuellen Fahrzeugen Covestro Adelie und Covestro Æthon an. Im Anschluss beginnt zwischen November und März die Hauptfertigungsphase des sechsten Sonnenwagens, bevor erste Testfahrten und ein öffentliches Rollout-Event den neuen Boliden vorstellen.

Quelle: Sonnenwagen Aachen e.V. – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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