VW ruft globales Kompetenzzentrum und E-Mobilitäts-Hub in China ins Leben

VW ruft globales Kompetenzzentrum und E-Mobilitäts-Hub in China ins Leben
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Volkswagen AG

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der VW Konzern richtet Anfang Dezember 2020 den Fokus erneut auf China. Dort will das Unternehmen in der Provinz Anhui ein neues Kompetenzzentrum und E-Mobilitäts-Hub erschaffen. In einem ersten Schritt wurde am Standort Hefei ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum eingeweiht. Des Weiteren wurde das Joint Venture JAC Volkswagen in Volkswagen (Anhui) Automotive Company Limited umbenannt. Mit einem Anteil von 75 Prozent hat Volkswagen die Managementkontrolle bei Volkswagen (Anhui) übernommen. Künftig wird das Joint-Venture Fahrzeuge auf der Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens MEB entwickeln und bauen.

Laut VW sei ein schrittweiser Ausbau der lokalen Forschungs- und Entwicklungskompetenzen sowie die Nutzung globaler Synergien innerhalb des Volkswagen Konzerns geplant. Das erste Fahrzeug wird voraussichtlich 2023 in Anhui vom Band laufen. Hinsichtlich der künftigen Arbeiten im Werk Hefei gab VW zu verstehen, dass man sich dort Forschung und Entwicklung, Qualitätssicherung, Simultaneous Engineering sowie Vorserienfertigung konzentrieren werde. Dabei soll es durch die Kombination dieser Schlüsselfunktionen und den Einsatz der MEB-Plattform möglich werden die Entwicklungszyklen zu verkürzen und neue Produkte schneller zur Marktreife zu bringen.

„Volkswagen Anhui ist ein Versprechen für eine stärkere Partnerschaft und E-Mobilitätskraft in China. In den nächsten drei Jahren können wir mit einer hochmodernen MEB-Produktion, einem neuen, vollelektrischen Fahrzeugportfolio sowie High-Tech-Lösungen des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Anhui rechnen. Die diesjährige Investition von rund einer Milliarde Euro beschleunigt den Fortschritt des Joint Ventures. Volkswagen Anhui wird Chinas Rolle bei der Elektrifizierung und Digitalisierung des Volkswagen Konzerns stärken.“ – Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG

Geplant sei, dass Volkswagen (Anhui) bis 2025 rund 500 Mitarbeiter neu beschäftigen wird. Die zweite Phase des Ausbaus beginnt im kommenden Jahr. Dann soll der Ausbau der Infrastruktur, der Einrüstung der Produktionslinien, dem Bau einer Batteriemontage und einem Prüfzentrum für Fahrzeuge und Komponenten vorangetrieben werden. Ende 2022 will man dann in der Lage sein eine maximale Produktionskapazität von 350.000 Fahrzeugen pro Jahr zu erreichen.

„Durch das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum werden wir sowohl das Know-how als auch die Produktionseffizienz von Volkswagen (Anhui) stärken, die eine Schlüsselrolle beim schnellen Wachstum und der Optimierung unseres E-Fahrzeug-Portfolios spielen wird. So werden wir den unterschiedlichen Bedürfnissen der chinesischen Kunden auf dem weltweit größten E-Fahrzeug-Markt. Wir bei Volkswagen schätzen die weitere Öffnung des Landes, die es uns ermöglicht, unsere Transformation in Richtung E-Mobilität zu beschleunigen.“ – Dr. Stephan Wöllenstein, CEO der Volkswagen Group China

Der Volkswagen Konzern hat rund eine Milliarde Euro investiert, um seinen Anteil an Volkswagen (Anhui) von 50 auf 75 Prozent zu erhöhen. In der Investition enthalten ist auch der Erwerb von 50 Prozent an JAG, der Muttergesellschaft des Volkswagen-Joint-Venture-Partners JAC. Mit dem Abschluss der Transaktion übernimmt Volkswagen nun die Managementkontrolle bei Volkswagen (Anhui). Das Joint Venture wird in den operativen Ergebnissen des Konzerns voll konsolidiert werden.

Quelle: Volkswagen AG – Pressemitteilung vom 08. Dezember 2020

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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