Tesla-China-Geschäft vor Abspaltung? Musk widerspricht

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Sebastian Henßler
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Tesla-Manager sollen sich laut einem Bericht des Wall Street Journal auf eine mögliche Abspaltung des China-Geschäfts vorbereiten. Hintergrund sei eine mögliche Fusion mit Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. Berater des Elektroautoherstellers hätten demnach bereits mehrere Optionen diskutiert, darunter eine Ausgliederung, einen Verkauf oder eine Schließung des chinesischen Zweigs. Wie schnell Tesla in dieser Frage vorankommen könnte, sei unklar, die Pläne könnten sich zudem noch ändern.

Musk selbst wies den Bericht umgehend zurück. Über seinen Kurznachrichtendienst X erklärte er, das Thema sei „niemals auch nur ansatzweise besprochen worden“ und bezeichnete die Berichterstattung als „absurde Falschmeldung“. Tesla und SpaceX äußerten sich zunächst nicht offiziell zu den Angaben.

Regulatorische Hürden gelten als hoch

Eine Fusion der beiden Unternehmen würde erhebliche geopolitische und regulatorische Fragen aufwerfen. SpaceX zählt zu den wichtigsten Verteidigungsauftragnehmern der USA und ist an sicherheitsrelevanten Satellitenprogrammen beteiligt, während Tesla in China vollständig eigene Fertigungsanlagen betreibt.

Anders als viele ausländische Automobilhersteller ist das China-Geschäft von Tesla nicht als Gemeinschaftsunternehmen mit einem lokalen Partner organisiert. Analyst:innen von JPMorgan verweisen auf einen „praktischen Flaschenhals“ bei der Genehmigung durch Aufsichtsbehörden in beiden Ländern, insbesondere wegen der sicherheitspolitischen Bedenken rund um die US-Regierungsverbindungen von SpaceX.

Musk selbst hatte seine Führungskräfte in der Vergangenheit angewiesen, das Unternehmen mit einer klaren Trennlinie zwischen dem US-Geschäft und dem China-Geschäft zu organisieren. Ziel sei gewesen, im Fall geopolitischer Spannungen zwischen beiden Ländern zumindest den US-Teil des Unternehmens zu sichern. Laut dem Bericht wurde zudem über eine separate Vertriebsgesellschaft für Exporte aus dem Werk in Shanghai gesprochen, ebenso über getrennte Bürostrukturen und einen eingeschränkten Zugriff chinesischer Mitarbeitender auf andere Unternehmensbereiche.

Shanghai bleibt zentraler Produktionsstandort

Die Gigafactory Shanghai nahm im Oktober 2019 die Produktion auf und war damit das erste vollständig ausländische Automobilwerk in China. Sie gilt inzwischen als größter und produktivster Standort von Tesla weltweit und dient als zentraler Exporthub für Europa, Kanada und die Asien-Pazifik-Region. Die jährliche Produktionskapazität liegt bei mehr als 950.000 Fahrzeugen. Nach Angaben von Tesla-Vizepräsidentin Grace Tao entfiel im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte aller weltweiten Fahrzeugauslieferungen auf das Werk in Shanghai. Neben Shanghai unterhält Tesla Fertigungsstandorte in Kalifornien, Texas und Berlin.

Die tiefe lokale Verankerung der Lieferkette hat maßgeblich zu niedrigeren Fertigungskosten beigetragen. Mehr als 95 Prozent der Komponenten für die in China gefertigten Modelle Model 3 und Model Y stammen laut Tao von einheimischen Zulieferern, insgesamt arbeitet Tesla dort mit mehr als 400 chinesischen Zulieferbetrieben zusammen. Mehr als 60 von ihnen versorgen demnach auch das globale Tesla-Netzwerk. Die Auslieferungen der in China gefertigten Modelle stiegen im Juni den achten Monat in Folge, im zweiten Quartal legten Verkäufe und Exporte aus Shanghai im Jahresvergleich um etwa ein Drittel zu.

Wachsender Konkurrenzdruck aus China

China ist nach den USA weiterhin der zweitgrößte Markt für Tesla, gemessen am Umsatz im vergangenen Jahr. Der in Shanghai gebaute Model Y zählte dort zu den meistverkauften Pkw über alle Antriebsarten hinweg. Gleichzeitig ist der Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller wie BYD, Xiaomi, Xpeng und Li Auto in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, die technologisch aufgeholt haben und von integrierten Lieferketten sowie kürzeren Entwicklungszyklen profitieren.

Erst kürzlich hatte Musk eine Fusion zwischen Tesla und SpaceX nicht ausgeschlossen und auf zunehmende Überschneidungen zwischen beiden Unternehmen verwiesen. SpaceX-Präsidentin und Chief Operating Officer Gwynne Shotwell hatte im Juni gegenüber dem Sender CNBC erklärt, ein Zusammenschluss könnte „Elons Leben ein Stück leichter machen“, da sich das Management über seine Firmen hinweg vereinheitlichen ließe. Die Diskussion über eine mögliche Verbindung beider Unternehmen hatte sich zuletzt im Zuge des Börsengangs von SpaceX intensiviert, bei dem das Unternehmen mit rund 65 Milliarden Euro bewertet wurde.

Quelle: Reuters – Musk dismisses report of Tesla’s potential China business sale / Reuters – Tesla’s China operations, the EV maker’s global production powerhouse

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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