Für Ladeanbieter zählt vor allem eines: Nur wer bei E-Auto-Fahrer:innen zum Favoriten wird, sichert sein Geschäft. Denn auf den bevorzugten Ladedienst entfallen rund zwei Drittel aller Ladevorgänge und damit des Umsatzes. Zu diesem Ergebnis kommt die CPO/eMSP Charging Services Study 2026 (Link zur Studie) von Uscale, für die im vergangenen Juli insgesamt 2507 Halter:innen von Elektroautos in Deutschland befragt wurden, die öffentlich laden.
Im Schnitt nutzen die Befragten drei Ladedienste aktiv, Neueinsteiger:innen kommen auf 2,4. Abseits des Favoriten greifen sie situativ auf weitere Angebote zurück, etwa auf langen Strecken, an den Ladepunkten des jeweiligen Anbieters, beim Einkaufen oder wenn der bevorzugte Dienst vor Ort fehlt.
Nach aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes fährt inzwischen mehr als jeder dritte Neuwagen in Deutschland vollelektrisch, fast doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. Von diesem lange erhofften Aufschwung profitieren nicht alle Anbieter gleichermaßen, zumal die Vielzahl an Angeboten laut Uscale für harten Wettbewerb sorgt, in dem Marken zur Differenzierung an Gewicht gewinnen.
Über alle Anbieter hinweg prägen vor allem passende Standorte, hohe Zuverlässigkeit und eine einfach bedienbare App die Präferenz. Bei Zuverlässigkeit und App kann sich kein Anbieter Schwächen leisten. Preise sind vor allem bei der Entscheidung für einen Ladedienst wichtig, später verlieren sie entgegen den Erwartungen an Bedeutung.
Energieversorger vorn, Herstellerdienste überraschend stark
Betrachtet man die Anteile an der Kundenpräferenz unter Fahrer:innen ohne Tesla, liegen weiterhin die großen Energieversorger mit Angeboten wie EnBW mobility+, Eon Drive und EWE Go vorn. Sie kommen auf 32 Prozent. Dahinter folgen Ölkonzerne wie Aral pulse und Shell Recharge mit 23 Prozent. Platz drei belegen mit 18 Prozent die Ladedienste der Autohersteller, also Ladeverträge unter Herstellermarke, abgeschlossen direkt beim Hersteller oder Händler. Reine Ladenetzbetreiber wie Ionity, Fastned oder Allego folgen mit deutlichem Abstand und elf Prozent auf Rang vier.
Der Einzelhandel mit Aldi, Lidl und Edeka holt mit acht Prozent auf, während Stadtwerke und Roaminganbieter ohne Herstellerbindung mit jeweils zwei Prozent Nischenanbieter bleiben. Eine Sonderrolle nimmt Tesla ein: 88 Prozent der Tesla-Fahrer:innen nutzen die Supercharger. Von den Fahrer:innen anderer Marken laden dagegen nur 13 Prozent dort, bevorzugt lediglich drei Prozent.
Bekanntheit in Nutzung umzumünzen, gelingt den Anbietern unterschiedlich gut. Im Mittel kommen auf eine:n Nutzer:in rund 1,2 Personen, die den Dienst kennen, aber nicht nutzen. Herstellerdienste, EnBW mobility+, Aral pulse und Shell Recharge haben unter Kenner:innen der Marke etwa so viele oder mehr Nutzer:innen als Nicht-Nutzer:innen. Bei Eon Drive, Ionity, EWE Go, Allego oder InCharge von Vattenfall verhält es sich umgekehrt.
Ablehnung steckt selten dahinter, denn die meisten Nicht-Nutzer:innen sehen bekannte Anbieter positiv oder neutral. Rund ein Drittel zeigt sich offen dafür, einen solchen Dienst auszuprobieren. Das Potenzial für einen Wechsel ist damit vorhanden.
Hohe Zufriedenheit, aber jede Marke punktet anders
Insgesamt erreichen acht von 17 untersuchten Anbietern einen Net Promoter Score von über 40 Punkten. An der Spitze stehen die Ladedienste der Autohersteller mit 53 Punkten und Tesla mit 52, gefolgt von Ionity (49), Shell Recharge (48) und Aral pulse (47). Unter Tesla-Fahrer:innen kommen die Supercharger sogar auf 62 Punkte, während der Durchschnitt der deutschen Energiebranche laut npsbench.com im August 2026 bei 16,8 Punkten lag.
Jenseits der Pflichtkriterien unterscheiden sich die Gründe für eine Präferenz deutlich. Herstellerdienste überzeugen mit ihrer Integration ins Auto, EnBW mobility+ verbinden die Befragten mit guter Abdeckung unterwegs, Aldi und Lidl mit günstigen Ad-hoc-Preisen. Gefragt ist ein Profil, das zur eigenen Kundschaft passt.
„Öffentliches Laden wird für immer mehr E-Auto-Fahrende zum Normalfall, und die Ladeanbieter liefern. Das zeigt die hohe Zufriedenheit“, sagt Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von Uscale. Zuverlässigkeit und eine gute App seien die Pflicht, bei der Kür setzten Kund:innen je nach Anbieter unterschiedliche Schwerpunkte. „Wer weiß, wofür ihn seine Kunden schätzen, kann gezielt zur ersten Wahl werden“, so Sprenger.
Die Online-Befragung läuft zum achten Mal in Folge. Von den Teilnehmenden stammen 2002 aus einem Access Panel und 505 aus sozialen Medien, Letztere dienen als meinungsstarke, aber nicht repräsentative Vergleichsgruppe.
Quelle: Uscale – Pressemitteilung und Presse-Handout CPO/eMSP Charging Services Study 2026









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