Ionity-Studie: E-Auto-Sommerreisen im Trend

Ionity-Studie: E-Auto-Sommerreisen im Trend
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Ionity

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Sommerreisen mit dem E-Auto zählen für die Mehrheit der deutschen E-Autofahrer:innen inzwischen zum festen Bestandteil der Urlaubsplanung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Ionity, die das Unternehmen gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio im vergangenen Mai durchgeführt hat. Mehr als 80 Prozent der 250 Befragten planen für die kommenden Sommermonate mindestens eine längere Fahrt mit ihrem Elektroauto. 81,2 Prozent blicken solchen Strecken zuversichtlich entgegen, für sie spielt Reichweitenangst kaum noch oder gar keine Rolle mehr.

Christoph Strecker, Head of Rollout bei Ionity, ordnet im Gespräch mit Elektroauto-News ein, warum die vergleichsweise kleine Stichprobe aus seiner Sicht dennoch belastbar ist. Es handle sich bewusst um eine Trend- und Stimmungsbefragung innerhalb einer klar umrissenen, homogenen Zielgruppe und nicht um eine repräsentative Vollerhebung. „Für eine so spezifische, in sich homogene Zielgruppe ist bereits eine kleinere Stichprobe aussagekräftig“, so Strecker. Die Teilnehmenden stammten aus einer von Appinio bereitgestellten Gruppe und seien nicht von Ionity ausgewählt worden.

Ionitys-Ladedaten bestätigen den Trend aus der Umfrage

Wie selbstverständlich Fahrten über Landesgrenzen hinweg geworden sind, zeigen die realen Ladedaten des Unternehmens aus dem Sommer 2025. In den Monaten Juni, Juli und August fand mehr als ein Drittel aller Ladevorgänge deutscher Ionity-Kund:innen außerhalb Deutschlands statt, am häufigsten in Frankreich, Italien und Österreich. Manche Routen reichten bis in den Norden Norwegens. Allein im August 2025 entfielen 1,3 Prozent der Ladesessions auf Norwegen, darunter auch auf den Ionity-Standort in Lakselv, der von München aus rund 3460 Kilometer entfernt liegt.

Dass die Ladedaten aus dem vergangenen und die Umfragewerte aus dem laufenden Jahr stammen, erklärt Strecker mit der unterschiedlichen Aussagekraft beider Quellen: Während die Ladedaten das tatsächliche Verhalten der zuletzt abgeschlossenen Reisesaison abbildeten, spiegele die Umfrage die aktuellen Reiseabsichten für den kommenden Sommer.

Da Neuzulassungen und Netzausbau weiter zunehmen, dürfte sich der Trend eher fortsetzen als umkehren. Als größte Vorteile des elektrischen Reisens nennen die Befragten geringere Reisekosten mit 24,8 Prozent, höheren Fahrkomfort mit 23,6 Prozent und Umweltfreundlichkeit ebenfalls mit 23,6 Prozent.

Ladepausen werden aktiv in den Alltag eingebaut

Über die Hälfte der Befragten empfindet das Laden unterwegs als entspannter im Vergleich zum klassischen Tanken oder sieht zumindest keinen Unterschied. Die Ladepause wird dabei bewusst genutzt, etwa für Essen oder Kaffee mit 61,6 Prozent oder für einen Spaziergang mit 42,8 Prozent. Mehr als 75 Prozent der Befragten nutzen mindestens ein Lade-Abonnement, vor allem wegen der Bequemlichkeit und finanzieller Vorteile. Rund ein Viertel lädt weiterhin überwiegend ad hoc per Kreditkarte.

Verbesserungspotenzial sehen die Befragten vor allem bei defekten Ladesäulen und Warteschlangen an den Stationen, besonders zur Hauptreisezeit. Ionity-CEO Jeroen van Tilburg verweist dazu auf laufende Investitionen: „Gerade während der Hauptreisezeit kommt es auf ein zuverlässiges Ladeerlebnis an. Deshalb investieren wir kontinuierlich in datenbasierte Wartung, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und die Verfügbarkeit unserer Ladepunkte auf einem hohen Niveau zu halten.“

Strecker ergänzt diese Einordnung mit einer konkreten Kennzahl: Die tatsächliche Verfügbarkeit des Ladenetzes liege bei über 99 Prozent, gemessen daran, ob ein Standort zum Laden verfügbar sei. Warteschlangen träten insbesondere an einzelnen, stark frequentierten Standorten während der Hauptreisezeit auf, vergleichbar mit Situationen an Tankstellen an verkehrsreichen Tagen.

Charge Champions kehren an ausgewählten Standorten zurück

Für die verbleibenden 44,4 Prozent der Befragten, für die Reichweitenangst weiterhin ein wichtiger Faktor bei der Fahrtplanung ist, setzt Ionity in diesem Sommer erneut auf die sogenannten Charge Champions. Speziell geschulte Teams unterstützen an 22 stark frequentierten Standorten und insgesamt 169 Einsatztagen Reisende direkt vor Ort. Die Auswahl begründet Strecker mit der bisherigen Nutzung des Netzwerks: Die Teams würden gezielt dort eingesetzt, wo sie historisch den größten Effekt erzielen könnten.

In Frankreich, Italien und Österreich, den häufigsten Auslandszielen deutscher Kund:innen, betreibt Ionity nach eigenen Angaben bereits insgesamt 1762 Ladepunkte. Der weitere Ausbau konzentriert sich auf stark frequentierte Standorte und wichtige Reiserouten, unter anderem mit neuer Hardware wie dem HYC1000. Aktuell betreibt Ionity mehr als 850 Standorte mit über 6000 Ladepunkten in 24 europäischen Ländern. Bis 2030 soll die Zahl der Ladestationen auf rund 1300 wachsen, mit einem Anteil von etwa 30 Prozent in Städten.

Quelle: Ionity – Pressemitteilung / Gespräch mit Christoph Strecker, Head of Rollout von Ionity

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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