Insolvenz bei Nextmove: Was Kunden jetzt wissen müssen

Insolvenz bei Nextmove: Was Kunden jetzt wissen müssen
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Nextmove, nach eigener Darstellung Deutschlands führende Elektroauto-Vermietung, ist zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Erfurt hat am 1. Juni ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter, das Unternehmen soll saniert werden, wie das Branchenportal Electrive berichtet.

Bereits seit dem 7. April gilt Nextmove als insolventes Unternehmen, wie aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Gerichts hervorgeht. Als Sachwalter wurde der Erfurter Rechtsanwalt Marlon Foit bestellt. Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung übernimmt die bisherige Geschäftsführung selbst die Sanierung, während der Sachwalter eine kontrollierende und beratende Funktion übernimmt.

Geschäftsführerin ist seit Beginn dieses Jahres Silvia Berger. Sie übernahm die Leitung von Frank Bollenbach und Stefan Moeller, die im Februar ausgeschieden sind. Letzterer ist in der Elektromobilitätsbranche auch als Betreiber des gleichnamigen YouTube-Kanals bekannt. Das Unternehmen mit Sitz im thüringischen Arnstadt entstand 2016 aus der Zusammenlegung des Anbieters Strominator und der CYX mobile KG. Bundesweit unterhält Nextmove zehn Standorte, teils in Eigenregie, teils über Partner.

Transporter als Achillesferse des Nextmove-Geschäftsmodells

Das Geschäftsmodell fußte lange auf dem wachsenden Interesse an Elektromobilität: Viele Interessenten nutzten Nextmove-Fahrzeuge für Probefahrten, bevor sie sich ein eigenes E-Auto anschafften. Hinzu kamen Kurz- und Langzeitmieten sowie Abo-Modelle. Zuletzt erweiterte das Unternehmen sein Angebot um elektrische Transporter, vorwiegend der chinesischen Marke Maxus.

Genau diese Ausrichtung dürfte maßgeblich zur finanziellen Schieflage beigetragen haben. Laut Folker Hochmuth, dem Verfahrensbevollmächtigten von Nextmove, traten die Zahlungsschwierigkeiten im ersten Quartal 2026 auf, und das „entgegen dem Zuwachs in der Elektromobilität“. Als Ursache nennt Hochmuth „die übermäßige Fokussierung im Vermietergeschäft auf Transporterfahrzeuge“. Während die E-Auto-Zulassungszahlen in Deutschland stiegen, geriet Nextmove unter Druck.

Für Kund:innen hat das laufende Verfahren nach aktuellem Stand keine unmittelbaren Konsequenzen. Das Insolvenzgericht habe „mit der Verfahrenseröffnung in Eigenverwaltung Vertrauen in die dargelegten Sanierungsmöglichkeiten gesetzt“, so Hochmuth. Der Betrieb gehe weiter, wobei „Standortveränderungen vollzogen und Kooperationen gesucht werden“. Teil der Neuausrichtung ist auch eine Anpassung der Fahrzeugflotte mit einer stärkeren Gewichtung auf Pkw-Vermietungen.

Zur Zukunft des YouTube-Kanals äußerte sich Hochmuth ebenfalls: Dieser sei ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts, „der weiter erhalten werden und dem Publikum fachkundige Informationen liefern soll“. Ob und in welcher Form eine nachhaltige Sanierung gelingt, bleibt abzuwarten.

Quelle: Electrive – Nextmove tritt Insolvenz in Eigenverwaltung an

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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