Canoo verwandelt Skateboard-Plattform in „Skatekart“ und zeigt was es zu leisten vermag

Canoo verwandelt Skateboard-Plattform in „Skatekart“ und zeigt was es zu leisten vermag
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Canoo

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Canoo ist ein wachstumsstarkes Elektroauto-Unternehmen aus Kalifornien, das eine besonders flache und modulare Skateboard-Plattformen entwickelt hat. Sie macht es möglich, Elektrofahrzeug-Designs neu zu definieren, den nutzbaren Innenraum zu maximieren und für eine breite Palette von Fahrzeuganwendungen genutzt zu werden. Zuletzt konnten wir über deren geplanten Börsengang berichten. Nun gibt es Neuigkeiten zur Skateboard-Plattform des Unternehmens.

Mitte der Woche veröffentlichte das Start-Up erstmals ein Video, dass die Leistung seiner eigenständigen Skateboard-Plattform aufzeigt. Für dieses Video verwandelte Canoo sein Skateboard in einen kabinenlosen „Skatekart“, und die professionelle Rennfahrerin Sara Price testete die Leistung der Plattform, die als Rückgrat aller Canoo-Fahrzeuge dienen wird. Sara Price äußerte sich nach der Fahrt mit dem „Skatekart“ wie folgt: „Es hat mich umgehauen, wie viel Spaß es macht, zu fahren. Die Gesamtleistung war beeindruckend. Das Skateboard fühlte sich kraftvoll an, mit geschmeidigem und dynamischem Handling, vor allem bei Kurvenfahrten mit hoher Geschwindigkeit. Die Drive-by-Wire-Lenkung war etwas Neues für mich, und es fühlte sich an, als sei es für die Rennstrecke gebaut worden.“

Die Plattform an sich hat Canno mit einem eigens entwickelten Hochleistungs-Antriebssystem gepaart, welches sich ideal für die modulare Skateboard-Plattform eigne. Die Antriebsstrangsysteme wurden speziell entwickelt, um eine konkurrenzfähige Leistung der Klasse für die gesamte Palette der Fahrzeuge zu bieten. Das Skateboard unterstützt Dual-, Front- oder Heckmotor-Konfigurationen und ist in der Lage, mit Dualmotoren bis zu 500 PS und eine Reichweite von über 480 km zu erreichen. Die hintere Primäreinheit ist dabei für maximal 300 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment ausgelegt, die vordere Einheit für maximal 200 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment. Der Wirkungsgrad der Motoren ist auf einen Spitzenwert von 97% ausgelegt, welcher für städtische Fahrumgebungen optimiert ist.

Canoo

Canoo selbst habe sich von Hochleistungs-Rennwagen inspirieren lassen, um ein hochgradig reaktionsschnelles Fahrerlebnis und Vielseitigkeit für Canoos zukünftiges Line-Up zu bieten. Hierzu setzt das Unternehmen auf Steer-by-Wire, dass die mechanischen Lenkverbindungen zwischen Kabine und Skateboard eliminiert. Im Clip zum Skatecart kann das Unternehmen zum ersten Mal demonstrieren, wie das Lenkrad an jedes Kabinendesign oder jede Fahrerposition angepasst werden kann.  Die geschwindigkeitsabhängige elektronische By-Wire-Servolenkung mit variablem Übersetzungsverhältnis bietet auch die Möglichkeit, die Software so zu nutzen, dass das Fahrerlebnis je nach Benutzerpräferenzen und Anwendungsfällen individuell angepasst werden kann.

„Wir wollten die Leistung unseres Skateboards zeigen und beweisen, dass unser rollendes Fahrgestell eine wirklich in sich geschlossene Einheit ist, in der alles, was zum Fahren benötigt wird, eingebaut ist. Wir haben das Plattformkonzept mit einem Fahrgestell revolutioniert, das leicht mit verschiedenen Kabinen verheiratet werden kann, mit nur wenigen Anpassungen, und das es uns ermöglicht, neue Fahrzeuge schneller und billiger auf die Straße zu bringen. Indem wir den kritischsten und teuersten Teil des Fahrzeugs in allen unseren Modellen einheitlich halten, können wir schnell und kosteneffektiv eine vollständige Palette von Elektrofahrzeugen auf den Markt bringen.“ –  Ulrich Kranz, Verantwortlicher für Canoo

Im Gegensatz zu anderen Plattformen auf dem Markt sei die Plattform des Start-Ups einzigartig modular und bietet ein wirklich in sich geschlossenes, voll funktionsfähiges rollendes Fahrgestell, so sehr, dass es völlig unabhängig gefahren werden kann. In der Skateboard-Architektur sind alle wichtigen Komponenten eines Elektrofahrzeugs direkt untergebracht, unter anderem die Steer-by-Wire-Technologie, ein Querverbund-Blattfeder-Federungssystem, ein hochentwickelter vollelektrischer Antriebsstrang, ein firmeneigenes Batteriefach und Batterie-Wärmemanagementsysteme, Leistungselektronik, Fahrzeugsteuerung, Crash-Absorptionsstrukturen und autonome Antriebskomponenten. Jedes dieser Komponentensysteme wurde für eine optimale Leistung und effiziente Integration in die kompakte Plattform von Canoo entwickelt, wobei der Schwerpunkt auf der funktionalen Integration liegt.

Durch die Verwendung einer gemeinsamen Plattform wird Canoo in der Lage sein, nachfolgende Fahrzeugprogramme schnell und zu deutlich niedrigeren Kapitalkosten zu skalieren, da die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Tests und Herstellung reduziert werden. Mit dem Skateboard des Unternehmens, zusammen mit einem effizienten Design und einem firmeneigenen Produktionsprozess, geht Canoo davon aus, dass neue Fahrzeugmodelle in nur 18 bis 24 Monaten entwickelt werden können, was deutlich schneller ist als der durchschnittliche geschätzte Zeitrahmen in der gesamten Automobilindustrie.

Quelle: Canoo – Pressemitteilung vom 24. September 2020

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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