In Thailand fährt inzwischen mehr als jeder dritte neu zugelassene Pkw rein elektrisch. Im August entfielen mehr als 22.000 von insgesamt knapp 62.500 Neuzulassungen auf reine Elektroautos, was einem Anteil von rund 35,4 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahresmonat legte ihre Zahl um 124 Prozent zu. Damit gehört das Land mittlerweile zu den interessantesten Elektromärkten Südostasiens.
Rechnet man Hybride hinzu, fällt der Wandel noch deutlicher aus. Zusätzlich kamen im August 13.772 klassische Hybride sowie 1747 Plug-in-Hybride auf die Straße. Rund 60 Prozent aller neuen Pkw waren demnach in irgendeiner Form elektrifiziert, reine Verbrenner erreichten nur noch knapp 40 Prozent. Getragen wird diese Entwicklung vor allem von chinesischen Marken wie BYD, MG, GAC Aion, Deepal und Neta, die sich neben Toyota und Honda fest etabliert haben.
Ein einmaliger Ausreißer war der August dabei nicht. Von Januar bis August wurden rund 144.000 reine Elektroautos zugelassen, bei knapp 485.000 Neuzulassungen insgesamt. Das entspricht einem Elektro-Anteil von knapp 30 Prozent über die ersten acht Monate. Laut Daten des thailändischen Department of Land Transport, die Jetro ausgewertet hat, stiegen die Neuzulassungen reiner Elektroautos gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 93 Prozent.
Auch längerfristig zeigt die Kurve klar nach oben. Die Beratungsgesellschaft PwC beziffert den Anteil aller elektrifizierten Autos, also reiner Elektroautos und Hybride, im ersten Halbjahr 2026 auf 53 Prozent. Zwei Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 32 Prozent.
Das Ladenetz hält mit dem Boom Schritt
Parallel zum Absatzwachstum wurde die öffentliche Ladeinfrastruktur kräftig ausgebaut. Im April 2026 zählte Thailand rund 4820 öffentliche Ladestandorte mit knapp 14.500 Ladeanschlüssen, davon gut 9000 DC-Schnellladepunkte. Anfang des Jahres waren es noch 4643 Standorte und knapp 14.000 Anschlüsse. Besonders dicht ist das Netz entlang der großen Fernstraßen, in Bangkok sowie in den touristischen und wirtschaftlichen Zentren.
Betrieben werden die Säulen von Tankstellenketten, Shoppingcentern, Hotels und Rastanlagen, hinzu kommen Netze der staatlichen Stromversorger. Allein Pea Volta unterhält 413 Stationen in 75 Provinzen, teils mit CCS2-Schnellladern bis 360 kW und gezielt auch an Fernverbindungen in den Norden, Süden, Osten und Nordosten. Seit Mai 2026 berechnet Pea je nach Ladeleistung und Tageszeit etwa 4,90 bis 7,90 Baht pro Kilowattstunde, umgerechnet rund 13 bis 21 Cent.
Lücken gibt es dennoch. Abseits der Ballungsräume fällt die Versorgung spürbar dünner aus, und mit der wachsenden Elektroflotte muss auch der Ausbau weiter Tempo halten. Bis 2030 strebt Thailand daher 12.000 DC-Schnellladepunkte an. Fahrten von Bangkok nach Chiang Mai, Pattaya, Hua Hin oder in den Süden sind mit einem modernen Elektroauto jedoch bereits heute gut machbar.
Elektrisch durch den Urlaub: Was Reisende wissen sollten
Für Urlauber:innen rückt damit auch der elektrische Mietwagen in Reichweite. Solche Angebote gibt es inzwischen, so selbstverständlich wie Benziner sind sie allerdings noch nicht. Vor allem in Bangkok und an großen touristischen Standorten bieten spezialisierte Vermieter, zunehmend aber auch klassische Anbieter Modelle von BYD, MG, GWM/Ora, Aion und teils Tesla an. Außerhalb der Zentren schrumpft die Auswahl deutlich.
Komplizierter als Tanken ist das Laden vor allem wegen der vielen Netze mit eigenen Apps und Bezahlsystemen. Zu den wichtigsten zählen Pea Volta, EV Station Pluz, EA Anywhere und Elex by Egat. Gestartet und bezahlt wird meist per App; Pea Volta zeigt dort freie Ladepunkte, Steckertyp und Ladezustand an, die Stationssuche umfasst über angeschlossene Netze mehr als 700 Standorte. Vor der ersten längeren Fahrt lohnt es sich daher zu klären, welche Apps funktionieren, ob eine thailändische Telefonnummer nötig ist und welche Zahlungsmittel akzeptiert werden.
Erleichterung bringt die zunehmende Vernetzung: Elexa tauscht etwa Standort- und Statusdaten mit Pea Volta, Mea EV, EA Anywhere, EV Station Pluz und GWM aus. Übergeben wird das Mietauto in der Regel mit einem bestimmten Akkustand, die Ladekosten unterwegs tragen die Mieter:innen selbst. Wie voll der Akku bei der Rückgabe sein muss, legt der jeweilige Vermieter fest. International üblich sind Regelungen wie „mindestens 70 Prozent“ oder „gleicher Ladestand wie bei Übernahme“, bei zu niedrigem Akkustand fällt eine Ladegebühr an.
Quelle: thailandsun.com – Mehr als jeder dritte Neuwagen in Thailand fährt rein elektrisch








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