Suzuki, Toshiba und Denso errichten Batteriezellenfabrik in Indien

Suzuki, Toshiba und Denso errichten Batteriezellenfabrik in Indien
Copyright ©

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto- Nummer: 103033979

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Ende Juli 2019 haben wir erfahren, dass Indiens Regierung neben der Senkung der Mehrwertsteuer auf Elektrofahrzeuge sowie Ladegeräte den Aufbau von mindestens vier Batteriezellfabriken mit einer Kapazität von jeweils 10 GWh plant. Bis 2030 wird schon ein kräftiger Ausbau der Produktion angepeilt. Indiens Think Tank NITI Aayog – National Institution for Transforming India – geht davon aus, dass Indien bis zum Jahr 2025 sechs und bis zum Jahr 2030 zwölf solcher Batteriefabriken mit jeweils 10 GWh Kapazität benötigt, um den entstehenden Bedarf zu decken.

Millionenschweres Investment für bis zu 1 GWh-Produktionskapazität

Mittlerweile wurde bekannt, dass Suzuki, Toshiba und Denso Indiens erste Batteriezellfabrik für E-Fahrzeuge errichten werden. Zu diesem Zweck haben die Unternehmen ein Joint-Venture gegründet, an welchem Suzuki 50 Prozent, Toshiba 40 Prozent und Denso 10 Prozent halte. Firmieren wird das Gemeinschaftsunternehmen als Automotive Electronics Power Pvt. Ltd, kurz: AEPPL.

Umgerechnet werden die drei Unternehmen insgesamt 152 Millionen Euro in die Batteriezellfabrik investieren. So das Online-Portal „Livemint“. Entstehen soll die Fabrik in Hansalpur im westindischen Bundesstaat Gujarat. Ab Ende 2020 soll bereits mit der Produktion gestartet werden. Zwischen 2021 und 2025 sind zum weiteren Ausbau perspektivisch nochmals rund 465 Millionen Euro veranschlagt. Hierdurch soll es möglich werden das Werk auf eine jährliche Kapazität von mehr als 1 GWh zu bringen.

Indische Regierung soll durch Förderinstrumente unterstützen

Die zweite Ausbauphase wird man allerdings nur angehen, wenn Indiens Regierung entsprechende stabile Förderinstrumente für E-Autos an den Start bringt.  Hierzu wurde dem Ministerium für Straßenverkehr und Autobahnen von NITI Aayog vorgeschlagen, einen Rahmen für die schrittweise Einstellung des Verkaufs von Diesel- und Benzinfahrzeugen bis 2030 auszuarbeiten. Das Projekt könne bis 2025 rund 1.000 Arbeitsplätze schaffen. Nutzen wolle man die Batteriezellen nicht nur für E-Autos oder Hybridfahrzeuge, sondern auch für elektrische Zweiräder. Suzuki dürfte mit größter Nutznießer des Werks sein.

Denn die beiden Automobilhersteller Toyota Motor Corporation und die Suzuki Motor Corporation haben eine Absichtserklärung über die Markteinführung von Elektroautos in Indien ab dem Jahr 2020 geschlossen. Angedacht ist, dass Suzuki die Fahrzeuge für den indischen Markt bauen und zudem einen Teil der E-Fahrzeuge an Toyota liefern wird. Toyota wird Suzuki seinerseits unterstützen.

Quelle: Electrive.net – Indien: Batteriezellfabrik von Suzuki, Toshiba und Denso

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Deutsche Autobauer und ihr schwieriges Diesel-Erbe

Deutsche Autobauer und ihr schwieriges Diesel-Erbe

Sebastian Henßler  —  

Der Diesel fällt europaweit unter zehn Prozent Marktanteil. Deutsche Hersteller halten am Selbstzünder fest und geraten zwischen Absatzdruck und Klimaziele.

Deutsche Pkw-Produktion 2025: Elektroautos auf Rekordkurs

Deutsche Pkw-Produktion 2025: Elektroautos auf Rekordkurs

Daniel Krenzer  —  

Die Pkw-Produktion in Deutschland bewegte sich 2025 auf einem stabilen Niveau, der Anteil an E-Autos wuchs jedoch deutlich an.

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Globaler E-Auto-Absatz dürfte 2026 langsamer wachsen

Tobias Stahl  —  

Auch 2026 dürften die weltweiten Verkaufszahlen von Elektroautos weiter steigen – allerdings merklich langsamer als noch im vergangenen Jahr.

Autohersteller auf der CES: Blasse Nummer im strahlenden Schein

Autohersteller auf der CES: Blasse Nummer im strahlenden Schein

Stefan Grundhoff  —  

Bei der CES 2026 in Las Vegas gibt es von den Autoherstellern kaum mehr als müde Hausmannskost und keine echten Innovationen.

Zeitenwende: CES 2026 (fast) ohne deutsche Autohersteller

Zeitenwende: CES 2026 (fast) ohne deutsche Autohersteller

Stefan Grundhoff  —  

Die CES war jahrelang die große Tech-Bühne der Autobranche. Jetzt ziehen sich Audi, BMW und Mercedes zurück. Warum Europas Hersteller Las Vegas meiden.

ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis

ADAC: Tausende Kündigungen wegen Aussagen zum CO2-Preis

Michael Neißendorfer  —  

Der ADAC-Verkehrspräsident begrüßt den höheren CO2-Preis auf Benzin und Diesel, um den Klimaschutz zu stärken. Tausenden Mitgliedern gefällt das gar nicht.

IG Metall fordert klare Linie Richtung Elektromobilität

IG Metall fordert klare Linie Richtung Elektromobilität

Michael Neißendorfer  —  

Die Elektromobilität muss „der zentrale Weg“ für die Autoindustrie sein, so die IG Metall. Und auch die Politik habe noch einige Hausaufgaben zu erledigen.