Wo für das Blockieren einer Ladesäule 2000 Euro fällig werden

Wo für das Blockieren einer Ladesäule 2000 Euro fällig werden
Copyright:

myphotobank.com.au / Shutterstock / 1900371982

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Es gibt vielerlei Maßnahmen, um die Elektromobilität und die Verbreitung von E-Autos zu fördern. Beispielhaft seien zu erwähnen eine staatliche Subvention beim Kauf des Fahrzeugs, wie es sie in vielen Ländern gibt, oder der Aufbau einer flächendeckenden und gut funktionierenden Ladeinfrastruktur. Eine durchaus als resolut zu bezeichnende Maßnahme wurde nun in Australien eingeführt: Wer dort eine Ladesäule für E-Autos blockiert, muss mit einer hohen Strafe rechnen. Einer sehr hohen Strafe von bis zu 3200 australischen Dollar, was etwa 2000 Euro entspricht.

Die Bußgelder wurden in vier Bundesstaaten und Regionen Australiens eingeführt und unterscheiden sich je nach Ort des Vergehens. Der Höchstsatz von 3200 australischen Dollar wird im Australian Capital Territory rund um die Hauptstadt Canberra fällig. Ähnlich teuer wird es in Queensland (Hauptstadt Brisbane) mit bis zu 2875 Dollar (etwa 1800 Euro) und im Bundesstaat New South Wales (Hauptstadt Sydney) mit bis zu 2200 Dollar (etwa 1400 Euro). Weitaus günstiger kommt davon, wer im Bundesstaat Victoria (Hauptstadt Melbourne) einen E-Fahrer vom Laden abhält. Dort sind es nur bis zu 369 australische Dollar, die der Gesetzgeber vom Säulenblockierer kassiert, also gut 200 Euro.

Die Strafen gelten übrigens nicht nur für Verbrenner-Fahrer, von denen sich ein paar Spaßvögel öfter mal den als „ICEing“ bekannten Akt des absichtlichen Blockierens einer Lademöglichkeit erlauben. Die Strafen gelten auch für Elektroautofahrer, die einen E-Parkplatz besetzen, ohne ihr Fahrzeug aufzuladen. Das nennt man konsequent.

Der nationale Präsident der Australian Electric Vehicle Association, Chris Jones, räumt ein, dass die Strafen für das Blockieren von Ladeinfrastruktur zwar drastisch hoch seien. Es finde dies aber auch gerechtfertigt und notwendig, um die Öffentlichkeit über diesen Missstand aufzuklären. „Niemand würde es mögen, wenn ich mein Elektroauto vor einer Zapfsäule für Benzin parken und irgendwo Essen gehen würde“, sagte er.

Der politische Leiter des Electric Vehicle Council, Jake Whitehead, sagte, dass die Geldbußen „ein sehr klares und starkes Signal“ aussenden. Jede verfügbare Lademöglichkeit sei „entscheidend und wertvoll für die Flotte von 80.000 E-Autos im Land, und wir müssen sicherstellen, dass sie nicht absichtlich oder versehentlich blockiert werden“, sagte er. „Wir müssen eine breite Anerkennung in der gesamten Gesellschaft finden, dass Ladestationen für Elektroautos jederzeit verfügbar sein müssen, damit wir mehr davon auf unseren Straßen haben können“.

Quelle: Guardian – Australian drivers facing heavy new fines for parking in electric vehicle charging spots

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Der unsichtbare Reichweiten-Killer: Wie minderwertige Ladekabel Ihre E-Auto-Effizienz sabotieren

Der unsichtbare Reichweiten-Killer: Wie minderwertige Ladekabel Ihre E-Auto-Effizienz sabotieren

EAN Redaktion  —  

11 kW an der Wallbox bedeuten nicht automatisch 11 kW im Akku. Schlechte Ladekabel verursachen Verluste, die Zeit, Geld und Reichweite kosten.

Mercedes-Benz Trucks testet Megawattladen auf der Langstrecke

Mercedes-Benz Trucks testet Megawattladen auf der Langstrecke

Tobias Stahl  —  

Mercedes-Benz Trucks schickt den eActros 600 auf eine Reise von Deutschland nach Schweden, um das Megawattladen unter realistischen Bedingungen zu testen.

Porsche entwickelt herstellerunabhängige Lademanagement-Lösung

Porsche entwickelt herstellerunabhängige Lademanagement-Lösung

Tobias Stahl  —  

Porsche will eine flexible Lademanagement-Lösung für andere Hersteller entwickeln. Das System soll zahlreiche, internationale Ladestandards unterstützen.

Wie Citywatt Flotten als Baustein der Energiewende sieht

Wie Citywatt Flotten als Baustein der Energiewende sieht

Sebastian Henßler  —  

Lastspitzen, Netzkosten und Speicher: Citywatt erklärt, warum Flottenladen nur als Teil eines ganzheitlichen Energiekonzepts funktioniert.

Ikea bietet in Deutschland dynamischen Stromtarif für zuhause an

Ikea bietet in Deutschland dynamischen Stromtarif für zuhause an

Daniel Krenzer  —  

Kostenlosen Strom bei Ikea gibt es schon länger nicht mehr, doch mitunter sehr günstigen Strom bietet der Möbelgigant künftig auch für daheim an.

Ionity-Chef: Mehr E-Autos könnten Schnellladen günstiger machen

Ionity-Chef: Mehr E-Autos könnten Schnellladen günstiger machen

Tobias Stahl  —  

Ionity-Chef Jeroen van Tilburg spricht über den Zustand des deutschen Schnellladenetzes – und darüber, warum er reservierte Ladesäulen für keine gute Idee hält.

Warum Batteriespeicher zum Rückgrat der Energiewende werden

Warum Batteriespeicher zum Rückgrat der Energiewende werden

Sebastian Henßler  —  

Batteriespeicher gelten als Schlüssel der Energiewende. Enorin-CEO Benito Becker erklärt, warum Wind und Solar allein nicht reichen und neue Modelle nötig sind.