Gewinn der VW-Gruppe bricht stark ein

Gewinn der VW-Gruppe bricht stark ein
Copyright:

Volkswagen AG | Arno Antlitz, CFO & COO Volkswagen Group

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der Volkswagen Konzern erwartet für das laufende Jahr Auslieferungen von rund 9 Millionen Autos – leicht unter den 9,24 Millionen aus dem Vorjahr. Der Umsatz wird auf etwa 320 Milliarden Euro geschätzt, ebenfalls knapp unter dem Vorjahresniveau von 322,3 Milliarden Euro. Für das operative Ergebnis rechnet der Konzern mit 18 Milliarden Euro, was einer Marge von 5,6 Prozent entspricht. Besonders deutlich zeigen sich die Herausforderungen im dritten Quartal. Hier brach das operative Ergebnis um 42 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ein.

Damit erreichte die Rendite lediglich 3,6 Prozent, ein Rückgang um mehr als zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Absatz sank um sieben Prozent auf knapp 2,2 Millionen Autos, mit besonders hohen Verlusten in China, einem der wichtigsten Märkte für Volkswagen. Chinesische Kunden greifen zunehmend auf Elektroautos einheimischer Hersteller zurück, während Verbrennermodelle an Attraktivität verlieren.

VW kämpft stark mit Absatzrückgang in China

Die VW-Kernmarke verbuchte eine Marge von nur noch zwei Prozent nach neun Monaten und kämpft mit erheblichen Herausforderungen in China. Der Abwärtstrend hat auch Porsche und Audi, zwei gewinnstarke Marken des Konzerns, erfasst. Diese Entwicklungen betonen den Bedarf nach Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen, wie Finanzchef Arno Antlitz feststellte. Die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen belasten den Gewinn zusätzlich: Bislang entstanden 2,2 Milliarden Euro an Restrukturierungskosten, was das Nettoergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro sinken ließ.

Trotz dieser Zahlen blieb die Reaktion der Investoren verhalten – die Aktienkurse legten nach anfänglichem Rückgang leicht zu. Grund dafür ist die Annahme, dass die Quartalszahlen die Erwartungen der Anleger bereits widerspiegeln. Ein Hoffnungsschimmer bietet der positive Auftragseingang in Westeuropa im dritten Quartal, der laut Antlitz eine solide Grundlage für das vierte Quartal darstellt.

Thomas Schäfer, Leiter der VW-Kernmarke unter Druck

Thomas Schäfer, Leiter der VW-Kernmarke, steht unter Druck, die Rentabilität zu steigern. Sein Ziel ist eine operative Marge von 6,5 Prozent bis 2026. Angesichts der schwachen Nachfrage plant Volkswagen, zusätzlich rund fünf Milliarden Euro einzusparen. Schäfer erwägt, mehrere Standorte in Deutschland zu schließen und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Die Betriebsratschefin Daniela Cavallo äußerte sich kritisch zu diesen Maßnahmen und betonte, dass die Gewerkschaft diese Einschnitte verhindern wolle. Derzeit laufen die Verhandlungen über den Haustarifvertrag in Wolfsburg.

Interessant ist die Entwicklung bei Skoda, einer Marke der Volkswagen-Gruppe. Im Vergleich zur VW-Kernmarke zeigte sich Skoda profitabler und erzielte in den ersten neun Monaten mit 1,7 Milliarden Euro einen höheren Gewinn, obwohl der Umsatz nur ein Drittel des VW-Umsatzes beträgt. Skoda-Chef Klaus Zellmer führt den Erfolg auf die günstigeren Produktionskosten in Tschechien zurück.

Antlitz betonte, dass das wirtschaftliche Umfeld für die Volkswagen-Gruppe weiterhin herausfordernd bleibe. Der Konzern sieht sich verstärkt gefordert, die eingeleiteten Performanceprogramme konzernweit umzusetzen. Der im dritten Quartal verzeichnete Zuwachs an Aufträgen in Westeuropa gibt laut Antlitz Grund zur Zuversicht, und das breite Portfolio von Verbrennermodellen über Hybride bis zu vollelektrischen Autos sorgt für Rückenwind für die letzten Monate des Jahres.

Quelle: Volkswagen AG – Pressemitteilung / manager-magazin – Volkswagen-Gewinn bricht im dritten Quartal ein / Automobilwoche – Gewinn von Volkswagen bricht ein – Marke VW kaum noch profitabel

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Volkswagen (VW) Elektroautos

VW ID. Polo GTI: Erster Elektro-GTI startet ab 39.995 Euro

VW ID. Polo GTI: Erster Elektro-GTI startet ab 39.995 Euro

Sebastian Henßler  —  

Volkswagen startet den Vorverkauf des ID. Polo GTI. Der erste elektrische GTI leistet 166 kW, kostet ab 39.995 Euro und bietet mehr Platz als der Verbrenner.

VW ID. Tiguan: Aus dem weichen ID.4 wird ein echtes SUV

VW ID. Tiguan: Aus dem weichen ID.4 wird ein echtes SUV

Sebastian Henßler  —  

Volkswagen zeigt den ID. Tiguan als Nachfolger von ID.4 und ID.5. Das neue Elektro-SUV kommt Anfang 2027 und soll preislich nah beim heutigen ID.4 bleiben.

VW-Vorstand Vollmer: Werke müssen künftig atmen können

VW-Vorstand Vollmer: Werke müssen künftig atmen können

Sebastian Henßler  —  

Volkswagen überträgt ein Prinzip aus China auf seine Werke: schlanke Fabriken, handlungsfähige Regionen und starke Zentralfunktionen etwa zur Werkbelegung.

Cariad vor drastischem Umbau: Bis zu 1600 Beschäftigte betroffen

Cariad vor drastischem Umbau: Bis zu 1600 Beschäftigte betroffen

Daniel Krenzer  —  

Volkswagens Softwaretochter Cariad steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Rund 1600 Beschäftigte sind betroffen, weitere Stellen könnten wegfallen.

VW-Betriebsrat: Vertrauen in Blume weiter beschädigt

VW-Betriebsrat: Vertrauen in Blume weiter beschädigt

Sebastian Henßler  —  

Sparplan, Stellenabbau, ungewisse Werke: In dieser Lage sorgt ein Interview von VW-Chef Oliver Blume für scharfe Kritik bei IG Metall und Betriebsrat.

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen hat mehrere Tarifverträge zum Jahresende gekündigt. Es geht um Arbeitszeit, Zulagen, Urlaub und weitere zentrale Arbeitsbedingungen.

VWs Powerco verschiebt Batterieproduktion in Kanada auf 2029

VWs Powerco verschiebt Batterieproduktion in Kanada auf 2029

Maria Glaser  —  

Die VW-Tochter verschiebt den Produktionsbeginn in St. Thomas um zwei Jahre, um sich damit an die Strategie des Volkswagen-Konzerns anzupassen.