Erster vollelektrischer Radlader von Liebherr erhältlich

Erster vollelektrischer Radlader von Liebherr erhältlich
Copyright:

Liebherr

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Seit einigen Wochen ist der batterieelektrische Radlader L 507 E bei Liebherr-Vertriebspartnern in mehreren europäischen Ländern erhältlich. Bei dem Modell handelt es sich um den ersten elektrifizierten Radlader der Firmengruppe. „Er verbindet die bewährten Vorteile eines Liebherr-Stereoladers mit einem von Liebherr entwickelten batterieelektrischen Antriebskonzept„, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Die Leistungsfähigkeit des L 507 E ist demnach identisch mit herkömmlich angetriebenen Liebherr-Radladern derselben Größenklasse. Dabei stößt er lokal kein CO2 aus und die Lärmemissionen sind gering. „Somit eignet sich der neue Radlader besonders für lärm- und abgassensible Einsätze, etwa im innerstädtischen Bereich oder in Hallen“, führt das Unternehmen aus. Liebherr setzt beim L 507 E auf ein speziell für den Radlader-Einsatz entwickeltes Hochvolt-Batteriesystem, das eine kraftvolle Leistungsentfaltung und effiziente Ladevorgänge sicherstellen soll.

Abhängig von den jeweiligen Einsatzbedingungen bietet der L 507 E eine Laufzeit von bis zu acht Stunden. Das modulare Batteriekonzept von Liebherr ermöglicht es zudem, auf Kundenwunsch ab Werk einen zweiten Lithium-Ionen-Akku zu verbauen, wodurch sich die Laufzeit weiter erhöht. Vollständige Ladevorgänge sind, abhängig von der On-Board-Ladetechnik und Anschlussleistung, in circa eineinhalb bis drei Stunden möglich.

Volle Leistung steht direkt zur Verfügung

Dank des batterieelektrischen Antriebs kann der L 507 E jederzeit die volle Leistung abrufen. „Der Fahrer oder die Fahrerin profitiert somit von dynamischen Arbeitsbewegungen und einem spritzigen Fahrverhalten„, so Liebherr. Die reguläre Höchstgeschwindigkeit des Radladers beträgt 20 Stundenkilometer. Optional steht der L 507 E als „Speeder“ zur Verfügung und erreicht in dieser Version eine Geschwindigkeit von bis zu 30 Stundenkilometer, was etwa das Überstellen des Radladers erleichtert. Um die Effizienz zu steigern wird die Energie, die bergab und beim Abbremsen entsteht, durch Rekuperation in die Batterie zurückgeführt.

Der L 507 E basiert auf dem konventionellen Liebherr-Radlader L 507 Stereo. Somit verfüge auch der neue batterieelektrische Radlader über eine Stereolenkung. „Diese Kombination aus Knicklenkung und gelenkter Hinterachse vereint die Vorteile einer herkömmlichen Knicklenkung mit denen einer Allrad-Lenkung. Das Ergebnis ist ein minimaler Wendekreis sowie ein reduzierter Knickwinkel von 30 Grad, was die Standsicherheit des Radladers erhöht“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Liebherr verbaut beim L 507 E ein Knick-Pendelgelenk, das Bodenunebenheiten ausgleicht und zur hohen Stand- und Kippsicherheit des Radladers beitrage.

Bedienung kaum anders als bei konventionellen Radladern

Liebherr verwendet beim neuen batterieelektrischen Radlader auch das Hubgerüst des konventionell angetriebenen L 507 Stereo. „Es überzeugt mit seiner kraftvollen Z-Kinematik, die auch im Gabelbetrieb sicher und ohne manuelles Nachsteuern arbeitet. Dabei sorgt die neue elektro-hydraulische Vorsteuerung des L 507 E für reaktionsschnelle und präzise Bewegungen des Hubgerüsts„, führt das Unternehmen weiter aus. Das vollautomatische Schnellwechselsystem Likufix stehe ebenfalls zur Auswahl. „Damit kann man binnen Sekunden per Knopfdruck von der Kabine aus zwischen mechanischen und hydraulischen Anbauwerkzeugen wechseln“, heißt es.

Die Fahrerkabine ist mit großen Glasflächen sichtoptimiert und besteche durch Ergonomie und Komfort. Diverse Einstellmöglichkeiten sowie betriebsrelevante Daten, beispielsweise zum Ladezustand des Akkus, sind demnach am höhenverstellbaren Display mit Touchfunktion zu finden. „Zusätzlich hat der Fahrer oder die Fahrerin die Möglichkeit, Lenkrad und Sitz auf die individuellen Bedürfnisse einzustellen“, erläutert Liebherr. Die Bedienung des L 507 E sei intuitiv und unterscheide sich kaum von einem herkömmlichen Radlader. Daher könnten auch Personen mit wenig Erfahrung sicher und effizient mit dem batterieelektrischen Radlader von Liebherr arbeiten.

Quelle: Liebherr – Pressemitteilung vom 17. Januar 2024

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

„Es gibt viele gute Gründe, auf einen E-Lkw umzusteigen“

„Es gibt viele gute Gründe, auf einen E-Lkw umzusteigen“

Maria Glaser  —  

Der Leiter der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, Johannes Pallasch, gibt in einem Interview Einblicke in die deutsche Strategie für Elektro-Lkw.

Warum E-Transporter im Handwerk noch haken

Warum E-Transporter im Handwerk noch haken

Sebastian Henßler  —  

Tim Bittorf verkauft seit über zehn Jahren Transporter für Mercedes-Benz und erklärt, warum die Technik längst reicht, aber andere Hürden bleiben.

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

Daniel Krenzer  —  

Hohe Dieselpreise könnten der Elektromobilität im gewerblichen Kontext einen neuen Schub verleihen, doch Bürokratie und Politik könnten dies ausbremsen.

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

Daniel Krenzer  —  

Der Markt für Elektro-Lkw nimmt in Europa spürbar Fahrt auf – aber das nicht überall gleich stark. Das sind die Vorreiter.

Elektro-Lkw: Simon Loos flottet 75 weitere eActros 600 ein

Elektro-Lkw: Simon Loos flottet 75 weitere eActros 600 ein

Michael Neißendorfer  —  

Damit wächst die Zahl der Elektro-Lkw bei Simon Loos auf insgesamt 210 Fahrzeuge – die größte E-Lkw-Flotte der Niederlande und eine der größten Europas.

Wie die eTrucker App Ladekosten im Fernverkehr senkt

Wie die eTrucker App Ladekosten im Fernverkehr senkt

Sebastian Henßler  —  

Wo lädt ein Elektro-Lkw zuverlässig im Fernverkehr. eTrucker bewertet Europas Schnellladestationen und schafft Transparenz für Flotten.

E-Lkw und E-Busse gewinnen in Europa an Fahrt

E-Lkw und E-Busse gewinnen in Europa an Fahrt

Daniel Krenzer  —  

Neue ICCT-Daten zeigen: Elektro-Lkw und Elektrobusse gewinnen in Europa an Marktanteilen. Das liegt auch an strengeren CO₂-Vorgaben.