Wegen Strafzöllen: Zeekr denkt über E-Auto-Fertigung in Europa nach

Wegen Strafzöllen: Zeekr denkt über E-Auto-Fertigung in Europa nach
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Zeekr

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Elektroauto-Hersteller Zeekr, eine Marke von Geely, denkt offenbar darüber nach, auch in Europa Autos zu produzieren. Ähnliche Überlegungen wurden zuvor auch schon von der Geschwister-Marke Smart bekannt. Wie BNN Bloomberg berichtet, würde die in Europa aufstrebende High-End-Marke somit Strafzölle der EU umgehen wollen. Derzeit sind 19,9 Prozent Sicherheitsleistung an vorläufigen Strafzöllen auf den Import von in China produzierten Elektroautos von Zeekr nach Europa fällig – und aktuell werden noch alle Autos in der Heimat gebaut.

„Wir arbeiten aktiv an der Lokalisierung in Europa und werden zu gegebener Zeit eine Ankündigung machen“, sagte Andy An, Chief Executive Officer von Zeekr und Präsident der Geely-Gruppe, in einem Interview mit Bloomberg News. Der Bau einer eigenen Fabrik sei jedoch kein Thema, die Produktion solle stattdessen „in einer bestehenden Anlage der Geely-Gruppe oder eines ihrer europäischen Partner erfolgen“. Über die Marke Volvo hat Geely derzeit Produktionsstätten in Schweden und Belgien, zudem hat Geely als Eigner von LEVC, der Marke hinter den legendären Londoner Black Cabs, ein Werk in London.

„Ich persönlich bedauere die Einführung dieser Maßnahmen. Ich halte ihre Entscheidungen für nicht richtig. Sie werden einen gewissen Einfluss auf die internationale Entwicklung von Zeekr haben“, sagte An im Gespräch mit Bloomberg. Auch in den USA hatte die Marke zuletzt mit Rückschlägen zu kämpfen. Nach dem Börsengang brach der Aktienkurs angesichts sinkender Absatzzahlen von Elektroautos deutlich ein.

Bis 2026 sieben neue Autos

Bis 2026 will Zeekr gleich sieben neue Autos auf den Markt bringen. Dazu gehören vier Crossover, zwei Minivans und ein Kombi. Zeekr wurde 2021 gegründet und hat in den ersten fünf Monaten des Jahres 2024 bereits mehr als 67.000 Autos verkauft. Das aktuelle Modellangebot umfasst den X Crossover, den 001 Liftback, die 007 Limousine und den 009 Minivan. Die kürzlich enthüllte Produktplanung zeigt, dass Zeekr dieses Jahr zwei neue Modelle einführen wird. Den Anfang macht der Zeekr Mix, ein kompakter Minivan, der bereits auf der Beijing Auto Show 2024 vorgestellt wurde. Darauf soll der Zeekr Ark folgen, ein Elektro-Crossover.

Da es chinesische Marken vor allem bei den deutschen Kunden noch sehr schwer haben und mitunter auf große Skepsis stoßen, wird der Preis ein entscheidendes Argument sein, ob Zeekr in Europa und Deutschland Erfolg haben wird. Sollte durch die Umgehung der Strafzölle und die damit verbundene Fertigung in Europa der angedachte Preis zumindest gehalten werden können, wäre das vermutlich ein wichtiger Schritt, auch auf den hiesigen Märkten Fuß fassen zu können.

Quelle: BBN Bloomberg – „Geely’s Zeekr Mulls Building EVs in Europe to Avoid Tariffs“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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