Zulieferer Yanfeng präsentiert futuristisches Auto-Cockpit

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Yanfeng

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Innenraum von Elektroautos gleicht bisher in weiten Teilen dem ihrer mit Verbrennermotor betriebenen Pendants, während die Antriebsstränge komplett überarbeitet worden sind. Auf der CES 2024 in Las Vegas hat Yanfeng nun sein „Electric Vehicle Interior“-Konzept (EVI) vorgestellt, mit dem sich das ändern soll.

„Dabei handelt es sich um eine Vision für die künftige Fahrzeugarchitektur, bei der die traditionelle Instrumententafel entfällt und alle wichtigen Merkmale und Funktionen des Innenraums in einen Smart-Cabin-Sitz integriert sind. Dazu gehören eine aktive Kopfstütze mit eingebauten Audiofunktionen, integrierte Sicherheitssysteme, intelligente Oberflächen sowie in den Sitz integrierte Ablage- und Ladefunktionen“, führt der chinesische Zulieferer aus.

Mit der Entwicklung des EVI-Konzepts und des „Smart Cabin“-Sitzes haben sich die Experten von Yanfeng laut Pressemitteilung der Herausforderung gestellt, den Fahrzeuginnenraum zu vereinfachen und gleichzeitig die von den Nutzern erwartete Funktionalität beizubehalten. Die Lösung von Yanfeng kombiniere beides auf einzigartige Weise in einem völlig neuen Modul. Es umfasse die beiden Vordersitze, eine integrierte Mittelkonsole, ein Steer-by-Wire-Eingabesystem, HMI, Displays, Sicherheitsgurte und Airbags sowie ein HVAC-Mikroklimasystem für eine angenehme Klimatisierung.

Im Laufe der Jahre hat Yanfeng mehrere Studien über den Innenraum von Elektroautos durchgeführt. Die Untersuchungen des Unternehmens hätten dabei gezeigt, dass es drei Bereiche gibt, in denen Besitzer von E-Autos (und solche, die es werden wollen) mehr fordern: „Erstens wollen die Endverbraucher, die an Elektrofahrzeugen interessiert sind, Zugang zu mehr Technologie. Sie erwarten, dass ein Elektrofahrzeug mehr und andersartige/einzigartige Technologie hat als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Außerdem erwarten die an Elektroautos interessierten Endverbraucher einen reibungslosen und intuitiven Umgang mit der Technologie.“

Vertrauen ins Elektroauto soll gestärkt werden

Sie müsse genauso gut oder besser funktionieren als die heutige Technik und sollte dazu dienen, dem Nutzer Feedback und Informationen zu geben, die das Vertrauen in das E-Auto stärken, was besonders für Erstnutzer wichtig ist. „Schließlich wünschen sich viele Endverbraucher ein unterhaltsames und angenehmes Fahrerlebnis, das sich von dem in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor unterscheidet. Die Technologie kann dazu beitragen„, führt Yenfeng aus.

Das User Experience Research Team von Yanfeng führte demnach auch Untersuchungen mit Endnutzern an einem frühen EVI-Prototyp durch, indem es Forschungsteilnehmer einlud und ihnen ermöglichte, den neu gestalteten Innenraum des Fahrzeugs aus erster Hand zu erleben. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigten laut Mitteilung, dass die Endverbraucher das völlig neue Layout und das großzügige Raumangebot des EVI-Konzepts zu schätzen wussten.

Yanfeng-E-Auto-Cockpit
Yanfeng

„EVI bietet nicht nur einen neuen Innenraum für die Insassen, sondern hat auch das Potenzial, den Montageprozess für die Fahrzeughersteller zu vereinfachen“, ist man beim Zulieferer überzeugt. Da alle wichtigen Cockpit-Komponenten im „Smart Cabin“-Sitz integriert sind, sei der Einbau in das Fahrzeug einfacher, schneller und kostengünstiger als bei der herkömmlichen Montage. Möglich werde dies durch die bereichsübergreifenden Kompetenzen von Yanfeng, die Wissen und Erfahrung in allen Produktkategorien vereinen: Elektronik, Sicherheitssysteme, Sitze und Innenausstattung.

Keine traditionelle Instrumententafel mehr

Da die wichtigsten Bedienelemente und Schnittstellen des Fahrzeugs in den „Smart Cabin“-Sitz integriert sind, könne auf eine traditionelle Instrumententafel verzichtet werden. Dies ermögliche eine Verringerung des Gesamtgewichts und der CO2-Emissionen sowie eine Steigerung der Effizienz und der Reichweite des Elektroautos. Die einfache Installation des „Smart Cabin“-Sitzes sei auch für eine End-of-Life-Vehicle(ELV)-Strategie von Vorteil, da die Demontage ebenso einfach sei. „Dies fördert die Kreislaufwirtschaft von Fahrzeugen“, ist sich Yanfeng sicher.

Darüber hinaus sei das EVI ein Beispiel für das Nachhaltigkeits-Engagement des Unternehmens. Dies zeige sich in der sorgfältigen Auswahl der Materialien und Fertigungsprozesse. Dazu gehört laut Yanfeng die Verwendung von nachhaltigen, hochleistungsfähigen Bezugsmaterialien in Kombination mit CHyM-Trägerplatten, die Naturfasern enthalten, um eine leichte und kreislauffähige Lösung zu schaffen.

Quelle: Yenfeng – Pressemitteilung vom10. Januar 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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jeff stout:

Actually the concept shown has a steer by wire concept where the center screen (just forward of the tunnel console) can be deployed into a steering wheel position by means of an articulating arm. The concept then acts as both an autonomous vehicle as you described, as well as a traditionally driven vehicle with pedals that present themselves from the front of dash.

MMM:

Also: Die Steuerung eine E-Antriebs ist etwas einfacher als die eines Verbrenners, das stimmt schon. Aber der Dealbreaker ist das nicht.
Was hier gezeigt wird, erfordert Autonomielevel 5, und das hat andere Probleme als die Art des Antriebes.
Wenn das aber mal ereicht ist, kann man gerne den ganzen Kram (Lenkrad, Pedale, ihr wisst schon…) rauswerfen und mit dem Platz etwas anderes machen.
Was genau – das ist Geschmachsfrage, oder eine für einen Innenarchitekten. So etwas scheint das hier zu sein, aber ich bin sicher, da finden sich in der Zeit bis dahon noch ein paar andere Konzepte als 2 Sessel vor einem 32 Zoll-Monitor.

Nachhaltige Materialien, Recycling – ja, natürlich.
Aber darauf ist man bei EVI auch nicht unbedingt als erster gekommen.

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