Umfrage: Wie die Deutschen zum Auto stehen

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Michael Neißendorfer
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Das Auto steht bei den Deutschen nach wie vor hoch im Kurs, wie eine aktuelle Umfrage des Auto-Abo-Anbieters Finn zeigt: Für 70 Prozent der Befragten ist es unverzichtbar, wobei 40 Prozent angaben, dass ihnen das Auto vor allem ein Gefühl von Freiheit vermittelt. Interessanterweise verbinden Frauen (43 Prozent) das Auto noch stärker mit Freiheit als Männer (38 Prozent). 14 Prozent verzichten bewusst auf ein eigenes Auto.

Überraschend bodenständig entscheiden sich die Deutschen hingegen bei der Wahl ihres Traumautos, würde Geld keine Rolle spielen: 23 Prozent bevorzugen einen normalen Kompaktwagen und 22 Prozent träumen von einem Elektroauto. Nur 11 Prozent würden einen Sportwagen nehmen, während sich 14 Prozent für ein SUV entscheiden würden. Besonders auffällig ist Berlin: Hier würden 21 Prozent selbst bei unbegrenztem Budget komplett auf ein Auto verzichten.

Regional zeigen sich auch deutliche Unterschiede in der Einstellung zu Elektroautos. In Mecklenburg-Vorpommern sind 45 Prozent skeptisch gegenüber der Alltagstauglichkeit von E-Autos, während in Hamburg 24 Prozent gerne elektrisch fahren würden, es sich aber nicht leisten können. Landesweit geben 15 Prozent der Befragten direkt an, dass sie gerne ein E-Auto fahren würden, es ihnen aber zu teuer sei. 20 Prozent finden E-Autos spannend und modern, während 17 Prozent sie grundsätzlich ablehnen.

Die Hauptursache für Ärger im Straßenverkehr ist eindeutig: 57 Prozent der Befragten nennen rücksichtsloses Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer als größtes Ärgernis. Mit deutlichem Abstand folgen Stau oder lange Wartezeiten (12 Prozent) und Baustellen oder Straßensperrungen (8 Prozent). Unterschiede zeigen sich beim Alter: Während nur 1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen angibt, sich überhaupt nicht zu ärgern, sind es bei den 70- bis 80-Jährigen immerhin 8 Prozent. Besonders genervt vom rücksichtslosen Verhalten anderer zeigt sich die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen – hier stimmen sogar 65 Prozent dieser Aussage zu.

Während sich 57 Prozent der Deutschen über rücksichtsloses Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer ärgern, hält jede sechste befragte Person ihre eigenen Fahrkünste für deutlich überdurchschnittlich. Nur 8 Prozent räumen ein, dass ihnen selbst hin und wieder Fehler beim Fahren passieren. Im Saarland und in Schleswig-Holstein ist die Selbsteinschätzung besonders hoch – hier glauben jeweils rund 24 Prozent, besser zu fahren als die meisten anderen. In Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sind dagegen nur 3 bis 5 Prozent so selbstbewusst.

Ein unerwartetes Ergebnis der Umfrage: Der Führerschein steigert die Attraktivität. Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) findet Menschen mit Führerschein attraktiver. Dabei legen Frauen mit 36 Prozent deutlich mehr Wert auf den Führerscheinbesitz als Männer (26 Prozent).

Quelle: Finn – Pressemitteilung vom 02.09.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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