Wie die Deutsche Post DHL klimaneutral werden will

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Michael Neißendorfer
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Thomas Ogilvie, Personalvorstand bei der Deutschen Post, erklärte in einem Interview, warum es bis 2050 dauern soll, bis die Deutsche Post DHL klimaneutral wirtschaftet. „Wir sind überzeugt, dass wir als weltweit führender Post- und Logistikkonzern eine Verantwortung haben“, erklärt Ogilvie zu Beginn des Interviews. Als Marktführer sieht der Manager die Post „in einer Vorreiterrolle“, Nachhaltigkeit sei „ein zentrales Element der Unternehmensstrategie“.

Die Post wolle „Innovationen in der gesamten Industrie vorantreiben“, schließlich basiere ihr Geschäft „auf Straßen-, Luft- und Seetransporten“, mit der das Unternehmen „natürlich Emissionen produziert“, so Ogilvie. „Wir müssen uns fragen, wie wir diese ganz vermeiden oder mindestens reduzieren können“, sagt der Manager. Das Einsparen von CO2 bringe „neben dem ökologischen Effekt auch wirtschaftliche Effizienzgewinne über niedrigere Kosten“, erklärt Ogilvie.

Auf den Vorwurf, dass eine Klimaneutralität bis 2050 viel zu spät sei, sagt Ogilvie, dass sich die Post „an der wirtschaftlichen und technischen Machbarkeit“ orientiere. Eine Maßnahme, um CO2 zu vermeiden, sei die Einführung von Elektrolieferwagen wie der StreetScooter, den die Post über ein Tochterunternehmen selbst produziert. Und in Großbritannien laufe ein Projekt, in dem die Dächer von Lkw mit Solarfolien ausgestattet werden, um Energie zur Unterstützung der Verbrennungsmotoren zu erzeugen. „Dadurch sparen wir fünf Prozent des Dieselverbrauchs ein“, so Ogilvie in dem Interview.

Darüber hinaus gebe es Bestrebungen, beispielsweise die Routen der Fahrzeuge zu optimieren, manche Fahrten komplett zu vermeiden oder die Energieeffizienz in Post-Gebäuden zu verbessern. „Im Hinblick auf die Energieeffizienz unserer Immobilien sind wir schon sehr weit“, erklärt der Manager. Weltweit decke die Post 77 Prozent ihres Energiebedarfs über erneuerbare Energien ab.

Die spannende Frage wird sein, wie wir Emissionsneutralität in der Luftfracht erreichen können“, so Ogilvie über das Fernziel der Klimaneutralität. Denn „bis das erste emissionsfreie Flugzeug auf dem Markt ist, wird es sicher noch etwas dauern“. Die Post unterstütze aber bereits Forschungsgruppen und Organisationen, „die sich mit der Herstellung und Förderung von alternativen Flugkraftstoffen beschäftigen.“ Um Flüge zu vermeiden, gebe es bei der Post auch bereits strenge interne Richtlinien für Dienstreisen. Demnach dürfe erst ab 400 Kilometer Entfernung zum Ziel einen Flug in Betracht gezogen werden.

Quelle: WirtschaftsWoche – „Erst ab 400 Kilometer ziehen wir einen Flug in Betracht“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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