Was hinter Nios Elektromotor-Tochter XPT steckt

Was hinter Nios Elektromotor-Tochter XPT steckt
Copyright ©

August_0802 / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Einige kleine Einblicke in Chinas Elektroauto-Markt erhält, wer sich ein wenig mit XPT beschäftigt – einem Tochterunternehmen des aufstrebenden E-Auto-Start-ups Nio, welches Elektromotoren und Akkupakete entwickelt und produziert und erst vor kurzem in einem Artikel von uns zu Nio einige Sätze Erwähnung fand. Im Ranking der größten E-Motor-Hersteller in China gehörte XPT im vergangenen Jahr mit 40.000 in E-Autos verbauten Einheiten zu den Top Ten. Aktuell rangiert XPT bereits in der Top Drei, im Juli fertigte das Technologieunternehmen bereits den 100.000sten Elektroantrieb in 2020.

William Li, der Gründer und CEO von Nio, der als Chinas Elon Musk gilt, sagte, dass sich XPT vollkommen unabhängig von seinem Mutterkonzern entwickeln darf. Ein Alleinstellungsmerkmal von XPT im Heimatmarkt ist, dass es auch elektrische Hochleistungs-Antriebssysteme mit einer Leistung von 150 kW und mehr herstellt, was andere chinesische Unternehmen in diesem Bereich kaum machen. Der Massenmarkt in China gibt sich bevorzugt mit wenig Motorleistung zufrieden. In dieser Nische will XPT stetig wachsen, und sich als weltweit gefragter Zulieferer etablieren.

XPT verbaut seine Elektromotoren zwar hauptsächlich in den E-Autos des Mutterkonzerns Nio, will sich aber auch externen Kunden öffnen. Ein erster externen Auftrag mit einem Autohersteller aus „dem Westen“, wie chinesische Medien berichten, stehe kurz vor dem Abschluss. Seit 2018 schon gehört XPT nicht mehr ausschließlich Nio, strategische Investoren halten etwas mehr als 20 Prozent der Anteile.

XPT wurde 2015 gegründet und sieht sich als fortschrittliches Technologieunternehmen, das sich auf elektrisches und automatisiertes Fahren konzentriert. Im Fokus der Bemühungen stehe ein möglichst hoher Mehrwert für die Endnutzer. Neben Elektromotoren fertigt XPT auch Batteriesysteme, inklusive dem Batteriemanagementsystem und einer Flüssigkeitskühlung. Unter dem Kürzel VIS (für Vehicle Intelligence Systems) entwickelt das Unternehmen auch Fahrzeugsteuergeräte und Technologien für automatisiertes Fahren, die bis aktuell Level 3 bereits in Fahrzeugen zum Einsatz kommt. XPT hat seinen Hauptsitz und sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Shanghai, China, eingerichtet, seinen US-Hauptsitz im kalifornischen San Jose, und unterhält ein Büro in Hongkong.

Quelle: cnTechPost – NIO president says its motor business XPT will grow independently, first external order may come from West

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Ähnliche Artikel

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

CO₂-Vorgaben: BMW liefert, der Rest hinkt hinterher

Sebastian Henßler  —  

BMW erfüllt als einziger deutscher Hersteller die EU-Klimaziele. Mercedes und Volkswagen liegen teils deutlich über den Grenzwerten, trotz gelockerter Fristen.

Rabattaktion: Dacia verbilligt den Spring auf 11.900 Euro

Rabattaktion: Dacia verbilligt den Spring auf 11.900 Euro

Michael Neißendorfer  —  

Noch billiger gibt es bis auf zwei, drei Ausnahmen auch keine Verbrenner mehr: Dacia bietet sein E-Auto Spring 5000 Euro günstiger als regulär an.

Stellantis-Patent soll Batteriebrände frühzeitig stoppen

Stellantis-Patent soll Batteriebrände frühzeitig stoppen

Sebastian Henßler  —  

Stellantis-Patent zielt auf kritische Batteriesituationen: Eine Schaummischung im Batteriepack soll Hitze binden und thermisches Durchgehen früh eindämmen.

Hongqi testet Feststoffbatterie im Tiangong 06

Hongqi testet Feststoffbatterie im Tiangong 06

Sebastian Henßler  —  

Hongqi integriert erstmals eine Feststoffbatterie in ein reales E-Auto. Der Prototyp Tiangong 06 markiert den Schritt hin zu Tests im Gesamtfahrzeug.

Ford zögert mit neuer Elektroplattform für Europa

Ford zögert mit neuer Elektroplattform für Europa

Sebastian Henßler  —  

Ford hält die neue UEV Elektroplattform für Europa zurück. Nicht die Technik bremst, sondern Investitionen, Risiken und Erfahrungen aus früheren Allianzen.

Nio plant für 2026 mindestens 1000 neue Wechselstationen

Nio plant für 2026 mindestens 1000 neue Wechselstationen

Laura Horst  —  

Nio will dieses Jahr 1000 neue Batteriewechselstationen errichten und dabei die fünfte Generation seiner Stationen mit 20 Prozent höherer Kapazität einführen.