Absatzeinbruch bei Wallboxen: Nicht jedes Schnäppchen ist sinnvoll

Absatzeinbruch bei Wallboxen: Nicht jedes Schnäppchen ist sinnvoll
Copyright:

Shutterstock / 2109649769

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Während des KfW-Förderprogramms 440, das im September 2021 endete, haben sich viele Eigenheimbesitzer eine Wallbox zugelegt. Die Ladevorrichtungen für zuhause waren stark nachgefragt und entsprechend teuer, da waren 900 Euro vom Staat eine willkommene Subvention.

Inzwischen ist die Nachfrage stark zurückgegangen, im Jahr 2022 waren zumindest noch gewerbliche AC-Ladepunkte gefördert worden, heute nur noch DC-Ladepunkte – und wegen der Haushaltssperre 2024 vielleicht gar keine mehr. Die niedrige Nachfrage bedingt inzwischen niedrige Preise – allerdings sollten Schnäppchenjäger einige Dinge beachten.

„Im Elektrogroßhandel war das Geschäft mit Wandladestationen allein im ersten Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent eingebrochen“, berichtet das Handelsblatt mit Verweis auf die Gesellschaft für Konsumforschung GfK in Nürnberg. Im zweiten Quartal betrug das Minus immer noch 57 Prozent. „Die aktuell schwächere Nachfrage in Deutschland ist ein vorübergehender Effekt, der auf das Vakuum zurückzuführen ist, das durch den Wegfall der hiesigen staatlichen Anreize entstanden ist“, sagte der Geschäftsführer eines Wallbox-Herstellers dem Handelsblatt.

Neue Regelung ab Januar

Experten stellen fest, dass durch die staatlichen Anreize ein künstlich aufgebauschter Markt entstanden sei. Viele Wallbox-Anbieter schossen wie Pilze aus dem Boden – und einige von ihnen sind nach der Goldgräber-Phase wieder von der Bildfläche verschwunden. Die verbliebenen Anbieter sitzen mitunter auf hohen Lagerbeständen und bieten ihre Ware teilweise mit hohen Preisnachlässen – das Handelsblatt berichtet von bis zu 50 Prozent – den potentiellen Kunden an. Kein Wunder, werden sie nicht in Kürze verkauft, dürften manche davon zumindest auf dem deutschen Markt nutzlos werden.

Dabei gilt es aber dringend zu beachten, dass sich die Technik in den vergangenen Jahren schnell weiterentwickelt hat. So kann es nicht nur sein, dass eine aus dem Lagerbestand eines Anbieters erworbene Wallbox nicht kompatibel mit aktuellen Apps ist und smarte Funktionen missen lässt, die inzwischen Standard sind. Er wird zukünftig auch nicht von Ermäßigungen beim Netzentgelt profitieren können. Wer seit 2019 Fördermittel für eine Wallbox erhalten wollte, musste zu einem steuerbaren Modell greifen. Der Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes hatte wegen teils unsachlicher Berichterstattung für große mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Wir haben hier aufbereitet, was wirklich auf Verbraucher zukommt – und geben Entwarnung.

Quelle: Handelsblatt – „Absatz eingebrochen: Wallboxen sind jetzt deutlich günstiger“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

BYD und Eon starten smartes Laden mit Bonus

BYD und Eon starten smartes Laden mit Bonus

Daniel Krenzer  —  

BYD und Eon starten in Deutschland ein gemeinsames Angebot für intelligentes Laden. E-Auto-Fahrer sollen damit Geld sparen können.

Bundesnetzagentur korrigiert Smart-Meter-Zahlen von 2025

Bundesnetzagentur korrigiert Smart-Meter-Zahlen von 2025

Sebastian Henßler  —  

Die Zahlen zum 31. Dezember 2025 waren wegen Mehrfachzählungen fehlerhaft und wurden korrigiert. Die Quoten der laufenden Aufsichtsverfahren bleiben unberührt.

Autoindustrie warnt: Neue Regeln könnten Bidi-Laden ausbremsen

Autoindustrie warnt: Neue Regeln könnten Bidi-Laden ausbremsen

Daniel Krenzer  —  

Auto- und Energiewirtschaft kritisieren die geplanten MiSpeL-Regeln der Bundesnetzagentur. Zusätzliche Zähler und Vorgaben könnten demnach V2G ausbremsen.

Ladepark Zusmarshausen: Warum das E-Auto überzeugt

Ladepark Zusmarshausen: Warum das E-Auto überzeugt

Daniel Krenzer  —  

Der Ladepark Zusmarshausen bietet 76 Ladepunkte, Gastronomie und weitere Angebote. Nutzer berichten von Vorteilen, aber auch Verbesserungsbedarf.

Cubos übernimmt Scapo: Ladenetz wächst auf 16.000 Punkte

Cubos übernimmt Scapo: Ladenetz wächst auf 16.000 Punkte

Sebastian Henßler  —  

Cubos übernimmt den Mainzer Ladeinfrastruktur-Anbieter Scapo und baut sein Ladepunkt-Portfolio auf über 16.000 Standorte deutschlandweit aus.

Porsche startet induktives Laden mit dem Cayenne Electric

Porsche startet induktives Laden mit dem Cayenne Electric

Sebastian Henßler  —  

Porsche stattet den Cayenne Electric erstmals mit induktivem Laden aus: Bis zu 11 kW werden kabellos übertragen, der Wirkungsgrad liegt bei rund 90 Prozent.

Genug Ladepunkte in Deutschland, aber am falschen Ort

Genug Ladepunkte in Deutschland, aber am falschen Ort

Sebastian Henßler  —  

Rein rechnerisch hat Deutschland genug Ladepunkte, trotzdem verdienen 95 Prozent der Betreiber kein Geld. Stefan Pagenkopf-Martin erklärt, woran es hakt.