VW investiert in Kassel eine Milliarde Euro für E-Mobilität

VW investiert in Kassel eine Milliarde Euro für E-Mobilität
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Der Volkswagen-Konzern investiert einen Milliardenbetrag in sein weltgrößtes Komponentenwerk Baunatal in Kassel und die Transformation zur Elektromobilität: Berichten zufolge sollen an dem Standort 800 Millionen Euro allein in die Fertigung neuer Produkte für Elektroautos fließen, allen voran für den Antriebsstrang der VW-Zukunftsplattform Scalable Systems Platform (SSP). Auf der neuen Fahrzeugarchitektur sollen ab Ende des Jahrzehnts alle neuen E-Modelle des Konzerns basieren, vom Kleinwagen für VW oder Seat-Cupra bis hin zum SUV von Audi oder Porsche.

Dem stellvertretenden Betriebsratschef Christian Wetekam zufolge sollen in Kassel ab 2029 pro Tag insgesamt 6000 Elektromotoren für die SSP-Plattform gebaut werden, fast 1,5 Millionen pro Jahr also. Der Standort werde „eine hohe Fertigungstiefe“ im Bereich der Elektroantriebe erreichen. Unter anderem werde auch der Pulswechselrichter für die neuen E-Antriebe in Kassel entwickelt und gefertigt. Weitere 200 Millionen Euro sollen die restlichen Bereiche bekommen, wie etwa die Ersatzteile-Logistik in Baunatal.

Mit der angekündigten Investition sehen die Leitung und der Betriebsrat das VW-Werk gut für die Zukunft aufgestellt. Werkleiter Jörg Fenstermann sprach angesichts der Krise bei Deutschlands größtem Autohersteller von „turbulenten Zeiten“, die hinter dem Konzern und auch dem Werk lägen. „Gemeinsam mit dem Betriebsrat konnten wir ein Standort-Paket schnüren, mit dem wir die Zukunft gut beschreiten können“.

Der Betriebsratsvorsitzende Carsten Büchling würdigte die Investition im Rahmen der aktuellen Fünfjahresplanung als einen bedeutenden Beitrag zur langfristigen Beschäftigungssicherung in Baunatal. Durch die getroffene Vereinbarung gelte zwar eine Beschäftigungsgarantie für die insgesamt etwa 15.000 Mitarbeitenden des Werks Baunatal. Mittelfristig aber werde diese Zahl durch Fluktuation und Ruhestände „langsam sinken“, so Wetekam laut HNA.

720 Leiharbeiter allerdings müssen jetzt schon gehen, ihre Verträge werden laut Fenstermann nach dem Sommer nicht mehr verlängert. Sie seien im vergangenen Jahr eingestellt worden, um den schwierigen Anlauf beim E-Antrieb zu stemmen. Für 400 weitere noch bis Jahresende befristete Mitarbeiter bleibe die Zukunft noch ungewiss. „Das entscheiden wir aktuell noch nicht“, so Fenstermann.

VW will in Deutschland ein Viertel der Stellen streichen

Um sich zukunftsfest aufzustellen und auf die in den vergangenen Jahren deutlich gesunkene Nachfrage nach Neuwagen zu reagieren, will VW in Deutschland bis 2030 fast ein Viertel der aktuell 130.000 Arbeitsplätze abbauen, konkret geht es um 35.000 Stellen, die eingespart werden sollen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden in einer Tarifvereinbarung im Dezember ausgeschlossen, der Abbau soll vor allem über Vorruhestand und Abfindungen erfolgen. Etwa 20.000 Mitarbeiter haben sich bereits für letzteres entschieden – und erhalten Abfindungen von bis zu 400.000 Euro.

Quelle: Hessenschau – VW investiert eine Milliarde in Werk Baunatal / HNA – Betriebsversammlung im VW-Werk Kassel in Baunatal: Verträge von 720 Leiharbeitern laufen aus / HNA – Im VW-Werk Kassel wird viel investiert: 800 Millionen für neue Produkte

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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