VW ID. Modelle ermöglichen bidirektionales Laden

VW ID. Modelle ermöglichen bidirektionales Laden
Copyright:

Volkswagen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen hat die Einführung der „Vehicle to Home“-Ladefunktion für viele Modelle seiner ID. Reihe angekündigt. Diese Funktion erlaubt es, die Elektroautos als mobile Energiespeicher zu nutzen und mit einem speziellen Hauskraftwerk in Verbindung mit dem Heim-Energie-Management-System (HEMS) von HagerEnergy zu verbinden. Bidirektionales Laden findet also seinen Weg in die ID.-Flotte.

So können Fahrer:innen von ID.-Modellen künftig ihren Energiebedarf größtenteils mit selbst erzeugtem Solarstrom decken. In Schweden wurde hierfür ein Pilotprojekt gestartet, bei dem eine Siedlung mit entsprechenden Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur ausgestattet wird.

Imelda Labbé, Vorständin bei Volkswagen, betont die Bedeutung dieser Entwicklung für die Energiewende. Das bidirektionale Laden ermöglicht nicht nur Einsparungen bei den Energiekosten, sondern trägt auch zum nachhaltigen Energieeinsatz bei.

Bidirektionales Laden in allen neuen Modellen mit der 77 kWh Batterie (netto) und ab ID. Software 3.5 verfügbar

Mit der 77-kWh-Batterie ausgestattete ID. Modelle können künftig als zusätzliche Stromspeicher für Häuser dienen. Volkswagen plant, diese Funktion auch für ältere Modelle mittels Software-Update verfügbar zu machen. Durch die Speicherfähigkeit der Autos kann ein Haus auch an bewölkten Tagen oder abends mit Solarstrom versorgt werden. Die Nutzer haben die Flexibilität, zwischen selbstproduziertem Solarstrom und Energie aus dem öffentlichen Netz zu wählen.

Durch intelligente Ladetarife und Algorithmen kann das Elektroauto zudem so geladen werden, dass es zur Stabilisierung des Stromnetzes beiträgt. So kann überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen genutzt und das Abschalten von Windrädern vermieden werden.

Das Pilotprojekt in der schwedischen Siedlung Stenberg zeigt bereits die Vorteile dieser Technologie. Klas Boman, Initiator des Projekts, betont, dass die Nutzung von Elektroautos als Energiespeicher von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts war.

„Stenberg ist ein Projekt, das es nur einmal im Leben gibt. Als wir beschlossen, das ‚weitere 350-Jahre-Projekt‘ zu realisieren, waren Energie und Umwelt der Schlüssel. Jede Entscheidung wurde unter diesen Gesichtspunkten getroffen. Die Nutzung von elektrischen Fahrzeugen als Energiespeicher war von Anfang an angedacht. Volkswagen ist dankenswerterweise im April 2021 in das Projekt eingestiegen und wir sind jetzt startklar. Dies wird eine der größten Veränderungen auf dem Energiemarkt sein.“ – Klas Boman

Volkswagen nutzt für das bidirektionale Laden den in Europa weitverbreiteten DC-Ladestandard CCS (Combined Charging System) und basiert auf der ISO-Norm 15118-2, die die Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladestation regelt.

Bidirektionales Laden verwandelt E-Autos in Energiespeicher

Die bidirektionale Ladefunktion der ID. Modelle ergänzt den Heimspeicher. Das Elektroauto wird aktiviert, wenn der Heimspeicher zusätzliche Energie benötigt, und beendet die Energieübertragung automatisch, sobald der Speicher wieder aufgeladen ist. Mit der Batterie eines ID. Modells kann ein durchschnittliches Haus für etwa zwei Tage mit Strom versorgt werden, wobei die Batterie nicht unter 20 Prozent entladen wird.

Anfangs sind die ID. Modelle ausschließlich mit dem DC-Hauskraftwerk der Baureihe S10 E Compact von HagerEnergy kompatibel. Zukünftig sollen weitere Hauskraftwerke für die Nutzung mit einer bidirektionalen Ladestation (Wallbox) freigeschaltet werden.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 06.12.2023

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert

Studie: Bezahlen an der Ladesäule ist noch zu kompliziert

Daniel Krenzer  —  

Eine neue Studie zeigt: Nicht die Technik, sondern komplizierte Bezahlprozesse bremsen das öffentliche Laden von Elektroautos aus.

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Sebastian Henßler  —  

An der Brennerautobahn entsteht neue Ladeinfrastruktur für E-Lkw. In Vahrn laden E-Trucks mit bis zu 1000 kW und nutzen dabei reguläre Fahrpausen effizient.

Deutschland wird Kernmarkt für Electras Schnelllade-Ausbau

Deutschland wird Kernmarkt für Electras Schnelllade-Ausbau

Sebastian Henßler  —  

Electra treibt den Ausbau seines Schnellladenetzes in Deutschland voran. Aus 15 Ladeparks sollen bis Ende 2026 mehr als 90 werden.

Elektroautos tankten 2025 bis zu 56 Prozent günstiger als Verbrenner

Elektroautos tankten 2025 bis zu 56 Prozent günstiger als Verbrenner

Michael Neißendorfer  —  

Die Antriebskosten von E-Autos waren im vergangenen Jahr wie schon in den Jahren zuvor deutlich niedriger als die von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Dynamische Netzentgelte entlasten Stromnetze und senken Kosten für Endkunden

Dynamische Netzentgelte entlasten Stromnetze und senken Kosten für Endkunden

Michael Neißendorfer  —  

Wie dynamische Netzentgelte im Verteilnetz umgesetzt werden können – und wie sie das Laden von Elektroautos günstiger machen.

E-Autos bei TCO im Schnitt mehr als 1000 Euro pro Jahr günstiger

E-Autos bei TCO im Schnitt mehr als 1000 Euro pro Jahr günstiger

Michael Neißendorfer  —  

Ein Verbrenner ist im Schnitt pro Jahr 1000 Euro teurer als ein Elektroauto. Mit Smart Metern wären E-Autos nochmal deutlich günstiger.

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als 1000 km an einem Tag – und das mit einer Akkureichweite von nur 300 km: Ein Schweizer Logistiker zeigt, wie E-Lkw effizient eingesetzt werden können.