VW-Tochter Cariad überschreitet Marke von 1000 angemeldeten Patenten

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Volkswagen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Mit einer laut eigener Aussage „Rekordzahl an Eigenentwicklungen“ will Cariad, das Softwareunternehmen des Volkswagen-Konzerns, das Autofahren sicherer, komfortabler und attraktiver machen: Im Jahr 2025 wurde kurz vor Jahresende das mittlerweile 1000ste Patent angemeldet, so Cariad in einer aktuellen Mitteilung.

Der wachsende Anteil an Eigenentwicklungen spiegelt sich auch in der steigenden Zahl der Patentanmeldungen wider: 2025 verzeichnete die Cariad Group weltweit einen Zuwachs von 17 Prozent bei neu eingereichten Patenten auf mehr als 250 – ein neuer Jahresrekord. Die Anmeldungen betreffen Schlüsseltechnologien wie automatisiertes Fahren, digitales Erlebnis, Cloud & Connectivity sowie Fahrzeugdynamik.

Mehr und mehr Innovationen fallen in den Bereich des automatisierten Fahrens: Hier steigerten die Entwicklerinnen und Entwickler von Cariad die Zahl neuer Patentanmeldungen um 44 Prozent. Innerhalb der Automated Driving Alliance entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit dem Technologiepartner Robert Bosch einen Technologie-Stack für assistiertes und automatisiertes Fahren in der Großserie. Dabei setzen die Partner entlang des gesamten ADAS-Stacks auf selbst entwickelte Künstliche Intelligenz.

„Software-Innovationen für unsere Kundinnen und Kunden aus eigener Entwicklung schaffen einen Wettbewerbsvorteil. Mehr als 1000 Patentanmeldungen in den Bereichen automatisiertes Fahren, digitales Erlebnis, Cloud oder Fahrzeugdynamik sind ein Beispiel für die Transformation von Cariad“, sagt Peter Bosch, CEO des Unternehmens. „Ein höherer Anteil an Eigenentwicklung ermöglicht uns nicht nur schnellere Innovationszyklen und strukturelle Kostenvorteile in strategischen Technologiefeldern. Besonders wichtig ist uns der Mehrwert für die Kunden, den sie beispielsweise in den neuesten Modellen von Volkswagen oder Audi erleben können. Mit unserem Fokus auf Künstliche Intelligenz legen wir das Fundament für sichere und intelligente Softwareprodukte für Fahrzeuge aller Marken und Klassen des Volkswagen Konzerns.“

Patente in einer Vielzahl von Technologien

Die proprietären technischen Innovationen von Cariad decken ein breites Spektrum an Technologien und kundenrelevanten Funktionen ab. Innerhalb des Volkswagen Konzerns verantwortet die Softwareschmiede die Entwicklung skalierbarer Schlüsseltechnologien auf Basis von KI, Software und elektronischer Hardware, die marken- und architekturübergreifend eingesetzt werden. Neben dem automatisierten Fahren zählen dazu auch das digitale Erlebnis im und um das Fahrzeug, Cloud- und Connectivity-Funktionen sowie die Fahrdynamik.

Ein Beispiel für eine patentierte Technologie im Bereich automatisiertes Fahren ist die zuverlässige Erkennung sogenannter „Ghost Features“. Dabei handelt es sich um Objekte wie Werbeplakate oder andere visuelle Elemente, die Verkehrszeichen oder Fahrbahnmarkierungen ähneln, für das Fahrverhalten jedoch irrelevant sind. Die Technologie erkennt solche Objekte KI-basiert, etwa durch die Berücksichtigung von Fahrerreaktionen oder Plausibilitätsprüfungen mit anderen Fahrzeuginformationen, und markiert sie als „zu ignorieren“. So werden Fehlinterpretationen vermieden – etwa eine falsche Verkehrszeichenerkennung oder unnötige Reaktionen auf vermeintliche Hindernisse.

Ein weiteres Patent befasst sich mit der Erkennung von Fahrbahnaufweitungen. Durch die intelligente Kombination von Schwarmdaten und den eigenen Sensordaten des Fahrzeugs erkennt das System frühzeitig, wenn sich eine Spur verbreitert und in mehrere Fahrstreifen übergeht. Das Fahrzeug kann diese Situation antizipieren und vorausschauend sowie gleichmäßig in die richtige Spur wechseln. Für Kundinnen und Kunden ist das unmittelbar erlebbar: Statt spät und abrupt die Spur zu wechseln, fährt das Fahrzeug ruhig und fließend in die neue Spur ein.

Beide Innovationen kommen bereits in der Serienproduktion zum Einsatz, unter anderem im Travel Assist der ID.-Familie.

Eine weitere patentierte Technologie soll die Systemleistung in Echtzeitsystemen deutlich steigern und damit direkt aucg das Fahrerlebnis verbessern. Ein Echtzeit-Rechensystem erfasst den Status von Sensoren und Aktoren und koordiniert sich intelligent mit dem Hochleistungsrechner (HPC). Dadurch wird der HPC seltener durch kurzfristige Ereignisse unterbrochen und kann Rechenleistung gezielt dort einsetzen, wo sie benötigt wird. Für die Kundinnen und Kunden bedeutet das: Assistenz- und Komfortfunktionen reagieren schneller und stabiler, Fahrmanöver werden gleichmäßiger ausgeführt und das Gesamtsystem arbeitet zuverlässiger.

Quelle: Cariad – Pressemitteilung vom 23.12.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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