VW: „Bis 2030 wird das Auto nachhaltig, sicher, intelligent und autonom“

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Volkswagen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 6 min

Der Volkswagen Konzern sieht sich gut gerüstet für eine emissionsfreie und autonome Zukunft der Mobilität. „Mit unserer Strategie NEW AUTO werden wir Volkswagen bis 2030 neu erfinden“, sagte Vorstandschef Herbert Diess auf der virtuellen Hauptversammlung des Volkswagen Konzerns. „Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird das Auto nachhaltig, sicher, intelligent und schließlich autonom fahren. Individuelle Mobilität steht vor einer glänzenden Zukunft“. Mit seinen starken Marken und weltweiten Technologieplattformen habe der Konzern „einen klaren Plan, um auch in der neuen Welt der Mobilität eine führende Rolle zu spielen.

Innovationsfähigkeit, Technologiekompetenz, Geschwindigkeit und Größe würden in Zukunft immer wichtiger. Mit seiner Fähigkeit, Plattformen global zu skalieren, wolle der Volkswagen Konzern seine Marktanteile in der E-Mobilität noch ausbauen, sagte Diess. Er bekräftigte dabei seine Überzeugung, dass sich nur mit der E-Mobilität die CO2-Emissionen im Straßenverkehr in den nächsten zehn Jahren signifikant senken ließen und verwies gleichzeitig auf die jüngst vorgestellten Pläne der EU-Kommission. „Unser Ziel: Weltmarktführer für E-Fahrzeuge werden“, so Diess.

Starkes erstes Halbjahr 2021

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat der Volkswagen Konzern auf diesem Weg trotz COVID-19-Pandemie und globaler Halbleiterknappheit weitere Fortschritte gemacht: Bis Ende Juni stiegen die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um 27,9 Prozent auf rund fünf Millionen Fahrzeuge. Der Konzern setzte dabei seine erfolgreiche E-Offensive fort und übergab in den ersten sechs Monaten 170.939 reine Elektroautos an Kunden. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Mit 26 Prozent Marktanteil habe der Volkswagen Konzern in Europa im ersten Halbjahr mehr Elektroautos verkauft als jedes andere Unternehmen. Und mit einer eigenen Produktion in den Kernmärkten China und USA sieht sich Volkswagen gut aufgestellt, die E-Mobilität global schnell weiter hochzufahren. „Wir gehen davon aus, dass unsere Margen in der E-Mobilität und im Verbrenner-Geschäft bereits in zwei bis drei Jahren auf demselben Niveau liegen werden“, sagte Diess. Als Grundlage für die jährliche Planungsrunde im November habe der Konzern die ursprüngliche Spanne für die operative Umsatzrendite im Jahr 2025 von 7 bis 8 Prozent auf nun 8 bis 9 Prozent erhöht.

Bereits im ersten Halbjahr 2021 hat sich die finanzielle Performance des Volkswagen Konzerns deutlich verbessert: Auf Basis vorläufiger Zahlen geht das Unternehmen von einem hohen Operativen Ergebnis von rund 11 (-1,49) Milliarden Euro für das erste Halbjahr aus. Der Netto-Cash-flow im Konzernbereich Automobile wird bei rund 10 (-4,8) Milliarden Euro erwartet.

Dividendenvorschlag unverändert

Vorstand und Aufsichtsrat haben der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von 4,80 Euro je Stammaktie und 4,86 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen. Diese läge damit auf dem Niveau der Geschäftsjahre 2018 und 2019. Aus dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019 waren im letzten Jahr aufgrund der Folgen der COVID-19-Pandemie 855 Millionen Euro des verbleibenden Bilanzgewinns auf neue Rechnung ins Geschäftsjahr 2020 vorgetragen worden.

Der Aufsichtsrat hat der Hauptversammlung ebenfalls das neue Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder zur Billigung vorgelegt. Dieses wurde im Geschäftsjahr 2020 überarbeitet und gilt bereits seit Januar 2021. Neben weiteren Anpassungen werden darin insbesondere Ziele aus den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Governance (sogenannte ESG-Ziele) implementiert. Der Volkswagen Konzern will damit sein Engagement für die Dekarbonisierung und mehr Nachhaltigkeit unterstreichen.

Erfolgreiche Marken als Stärke des Volkswagen Konzerns

In der Markengruppe Premium erzielte Audi als führende Marke im ersten Halbjahr 2021 ein starkes Operatives Ergebnis und einen Auslieferungsrekord, so der Konzern in einer aktuellen Mitteilung. Im Fokus stehen die Elektrifizierung und Digitalisierung des Modellportfolios. Sein Angebot an E-Autos will Audi weiter ausbauen – unter anderem durch das Hightech-Projekt Artemis. „Damit entwickelt Audi einmal mehr moderne Technologien für den gesamten Konzern“, sagte Diess. Diese würden auch bei Bentley eingesetzt. Die Bündelung der britischen Luxusmarke mit Lamborghini und Ducati in der Markengruppe Premium ermögliche es, die Technologie von Audi in einem noch höheren Preissegment zu positionieren und von höheren Skaleneffekten zu profitieren.

In der Markengruppe Volumen treibt die Leadmarke Volkswagen mit ihrer Strategie ACCELERATE die Elektrifizierung und Digitalisierung ihres Portfolios ebenfalls mit Nachdruck voran. Die Marke will bis 2025 bei batterieelektrischen Fahrzeugen Weltmarktführer im Volumensegment werden. Sie baue mit ihrer breit angelegten vollelektrischen ID.-Familie mit den Modellen ID.3, ID.4, ID.5 und ID.6 sowie dem im kommenden Jahr folgenden ID. BUZZ eines der umfassendsten Produktportfolio der Branche in diesem Bereich auf. Zur Rolle der Marke sagte Diess: „Mit dem Zukunftsprojekt Trinity bringt Volkswagen die Artemis-Technologie in das Volumensegment, wie schon beim E-Antrieb mit dem Elektro-Baukasten MEB.“

Ein Beispiel sei der kürzlich vorgestellte vollelektrische Cupra Born, der auf der MEB-Plattform aufbaut. Die spanischen Marken Seat und Cupta verfolgen ebenfalls einen ambitionierten Elektrifizierungsplan und investieren dafür bis 2025 rund fünf Milliarden Euro.

Die Marke Skoda setzt ihre Modelloffensive ebenfalls fort. Diess kommentierte: „Der neue Octavia ist mit Hybrid-Antrieben und seiner Internetfähigkeit das Vorbild seiner Klasse. Mit dem Enyaq ist Skoda in die Ära der E-Mobilität vorgestoßen.“ Zudem habe Skoda international in diesem Jahr die Verantwortung für die Regionalmärkte Russland und Nordafrika übernommen.

Die Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge sieht sich gemeinsam mit ihrem Joint-Venture Partner ARGO AI als technologischer Vorreiter bei der Entwicklung von autonomen Shuttles für Städte wie dem ID. BUZZ AD. Gleichzeitig hat sie kürzlich den neuen T7 auf Basis des MQB vorgestellt, der erstmals auch mit Plug-In-Hybrid-Antrieb angeboten wird. Diess kommentierte die Entwicklung der Marke: „Volkswagen Nutzfahrzeuge entwickelt sich mehr und mehr zu einer Lifestyle-Marke. Der neue T7 ist innovativ und digital, komfortabel und funktional. Im nächsten Jahr bringen wir unser bislang emotionalstes Elektroauto auf den Markt, den ID. BUZZ.

In der Markengruppe Sport setze die Marke Porsche ihren Erfolgskurs mit hohem Tempo fort. Sie erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres ein hohes Operatives Ergebnis und einen Auslieferungsrekord. „Porsche spielt mit nachhaltigen Gewinn-Margen von mehr als 15 Prozent in einer eigenen Liga. Sogar in einem schwierigen Jahr 2020 hat Porsche seine zweistellige Profitabilität aufrechterhalten. Die Marke ist stärker als je zuvor“, sagte Diess. Der Auftragsbestand des Taycan liege aktuell bei vier bis fünf Monaten. Die Marke Bugatti soll vorbehaltlich behördlicher Zustimmungen in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Rimac eingebracht werden.

Im Nutzfahrzeuggeschäft erziele Traton im ersten Halbjahr voraussichtlich einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro und erreiche damit das Niveau des gleichen Zeitraums im Vorkrisenjahr 2019. Der Auftragseingang von mehr als 170.000 Fahrzeugen bedeute einen Rekord für die ersten sechs Monate. Gleichzeitig wurde die Übernahme von Navistar erfolgreich abgeschlossen. Dazu sagte Diess: „Durch die Übernahme von Navistar hat Traton seine globale Präsenz weiter ausgebaut“. Damit sei das Unternehmen auf der Zielgeraden seiner Global-Champion-Strategie. Künftig werde Traton den chinesischen Markt verstärkt in den Fokus nehmen.

Auch bei der Elektromobilität will Traton weiter beschleunigen. In Forschung und Entwicklung für die E-Mobilität sollen bis zum Jahr 2025 insgesamt 1,6 Milliarden Euro fließen. Erste Erfolge seien bereits sichtbar: Der vollelektrische MAN Lion’s City E sei bereits in Hamburg und anderen europäischen Städten unterwegs.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 21.07.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Hiker:

Was geht so? Wo sind die Innovationen der Deutschen? VW schafft es nicht, vernünftig funktionierende Hard und Software in ihre Fahrzeugen zu integrieren. Audi, Mercedes, BMW &Co. schmeissen ein umgebautes Verbrenner SUV nach dem andern auf den Markt. So geht was? Jedenfalls alles andere nur nicht Innovation. Da haben die Deutschen null zu vermelden, leider!

Hiker:

Schön, ein VW Werbegeschwurbel mehr. Wir werden Weltmarktführer? Echt jetzt? Womit den? Mit der grottigen Wärmepumpe? Mit dem unfähigen OTA? Mit der fehleranfälligen Soft und Computerhardware? Mit den unzähligen zugegkauften Komponenten?

Kann sein, das VW den Anschluss noch einigermassen schaffen kann. Aber Weltmarktführer? Der Zug ist längst ohne VW abgefahren.

Martin Scheddin:

Der ID BUZZ sieht leider überhaupt nicht mehr so aus, wie in der Studie: https://www.auto-motor-und-sport.de/neuheiten/vw-id-buzz-2022-elektro-bus/
Das wird wohl eher in Flop. Auto Motor Sport verkneift es sich geschickterweise eine Wertung zu dem Design abzugeben. Motor1.com träumt davon, dass das alles nur geschickte Tarnung ist: https://de.motor1.com/news/516787/vw-id-buzz-prototyp-serienkarosserie/

Tom62:

Lustig, das überhaupt noch jemand auf den David FUDL antwortet… (Dein Kommentar) …..Thoooorsten….. :) :)

Tom62:

VW, ymmd!
Wer glaubt wird selig…

Olli:

Das das mit dem autonomen Fahren wirklich bis in die kleinste Nebenstraßen sowie mit Baustelle, Mutti + Kinderwagen, Radfahrer, Hund und torkelndem Betrunkenen tatsächlich sicher funktioniert glaube ich erst, wenn ichs sehe.

Olli:

Ich finde immer wieder bemerkenswert, wie Leistungsträger gesagt wird und eigentlich Gutverdiener gemeint ist. Wie sagt man so schön: „Ich verdiene viel – aber bekommen tue ich wenig“

Helmuth Meixner:

Man braucht dazu kein EmoJi. Kriegt man sicher als Lacksack mit Akku. Dann braucht man nicht mal selber lachen. Selber lachen ist nicht standesgemäß! Man läßt auch dort lachen, wo es nicht angebracht ist. Zum Beispiel in Hochwassergebiet die man nur noch per Hubschrauber des ADAC erreicht. Warum? Weil die noch fliegen können.

Helmuth Meixner:

Ja ja, noch etwas. Kommt „PREMIUM“ für Leistungsträger bei uns auch bald aus China? Was meinen Sie dazu? > https://www.focus.de/finanzen/boerse/vws-e-offensive-in-china-vw-kurz-vor-katastrophe-in-china-neues-modell-besteht-nicht-mal-gegen-chinesische-marken_id_13517356.html?xing_share=news

Helmuth Meixner:

Was verstehen Sie unter „Leistungsträger der Gesellschaft“ ? Sind Sie ein Einer? Oder meinen Sie das Sie Einer sind? Hängt die Leistung davon ab, welche Karre man fährt?. Kann man ohne Auto etwa keine Lesitung fürs Gemeinwohl mehr erbringen? Zukünftig nur noch wenn die Kiste einen Akku hat? YMMD ….

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